Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Werften Mehr Aufträge für maritime Zulieferer in MV
Thema W Werften Mehr Aufträge für maritime Zulieferer in MV
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:24 05.02.2018
Arbeiter vor einem Schiff in der Werft: Vor allem der Innenausbau wird von Zulieferern übernommen. Quelle: Carsten Rehder
Anzeige
Wismar

Nach anstrengenden Jahren mit Umsatzrückgängen sehen die maritimen Zulieferer in Mecklenburg-Vorpommern einen Silberstreif am Horizont. Viele Unternehmen rechnen in diesem Jahr mit einem Zuwachs an schiffbaulichen Leistungen. Grund sind auch die gut gefüllte Auftragsbücher der Werften: „Der Aufschwung, den der Schiffbau nimmt, wirkt sich auf die Zulieferer aus“, bestätigt Antje Abert vom maritimen Zulieferer-Netzwerk RIC Maza MV. Das zählt zurzeit 37 Mitgliedsunternehmen mit etwa 2000 Beschäftigten. Mit dabei sind kleine und große Firmen, wie zum Beispiel die Baltico GmbH in Hohen Luckow, die KIS Kran- und Industrieservice GmbH in Wismar oder die Caterpillar Motoren Rostock GmbH.

Wie Antje Abert berichtet, profitieren die Zulieferer unter anderem von der Neptun Werft in Rostock- Warnemünde, bei der die Schweizer Reederei Viking River Cruises im Oktober vergangenen Jahres sechs weitere Flusskreuzfahrtschiffe bestellt hat.

Auch die Bauprojekte von MV Werften in Wismar, Rostock und Stralsund schlagen zu Buche: Zwei Flusskreuzfahrtschiffe sind bereits von den Wismarer Schiffbauern abgeliefert worden, zwei weitere folgen. Vor allem den Innenausbau übernehmen Zulieferer. In Stralsund hat der Bau von Luxus-Yachten begonnen, Zulieferer wie Ostsee-Strahl übernehmen hier die Materialvorbereitung. Voraussichtlich ab März baut MV Werften noch riesige Kreuzfahrtschiffe. Jeder Ozean-Riese besteht aus etwa zehn Millionen Einzelteilen, 600 Unternehmen könnten am Bau beteiligt beteiligt werden.

Von jeder Million, die investiert wird, könnten ersten Schätzungen zufolge 227500 Euro in MV bleiben. „Damit haben wir eine große Chance bekommen, die wir nutzen müssen“, betont Antje Abert. Eine Reihe von Aufträgen für die Schiffe der sogenannten „Global Class“ stünden an – zum Beispiel im elektrischen Bereich mit der Lieferung von Schaltanlagen oder im Innenausbau.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die deutschen Zulieferer deshalb in innovative Technologieangebote investieren und immer komplexer werdende Leistungspakete anbieten. Das heißt: Verschiedene Bauteile werden nach dem Lego-Prinzip – auch mit Partnerunternehmen – zusammengesetzt und dann als große Module in der Werft eingebaut. Vor allem energieeffiziente und umweltschonende Systeme werden immer stärker nachgefragt.

Deshalb will RIC Maza MV die Forschungsarbeit weiter verstärken. Unter anderem arbeitet das Netzwerk mit der Fraunhofer-Einrichtung für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP in Rostock zusammen sowie mit dem Maschinenbau- und Umwelttechnikbereich der Hochschule Wismar und der Neptun Ship Design GmbH. Ein Projekt ist die Entwicklung neuartiger umweltfreundlicher Energiesysteme für Schiffe, mit denen auch Betriebskosten gesenkt werden können. Ideen dafür liefern auch einige der 400 Ingenieure, die in den RIC-Maza-MV-Unternehmen arbeiten.

Schröder Kerstin

Wismarer R&M-Standort baut Inneneinrichtungen für Passagiere und Crews.

31.08.2018

Auf der Meyer Werft im niedersächsischen Papenburg nimmt der erste Kreuzliner einer neuen Generation Gestalt an. Die OZ hat sich den Bau der „Aidanova“ für die Rostocker Reederei Aida Cruises angeschaut.

09.02.2018

Weil die Hafenzufahrt in Wismar nicht ausreicht, planen die MV-Werften die Endfertigung ihrer Kreuzfahrt-Schiffe nun doch in Warnemünde - und wollen dafür auch das Werftbecken nutzen. Dort plant Rostock aber eigentlich einen neuen Kreuzfahrt-Hafen.

01.02.2018