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Vorpommern 80 verwahrloste Meerschweinchen im Kreis Vorpommern-Rügen gerettet
Vorpommern 80 verwahrloste Meerschweinchen im Kreis Vorpommern-Rügen gerettet
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17:11 15.11.2018
Im Landkreis Vorpommern-Rügen sind 80 Meerschweinchen aus einer Wohnung gerettet worden. Quelle: dpa
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Stralsund

Gutes Ende für verwahrloste Nager: Das Veterinäramt des Landkreises Vorpommern-Rügen hat kürzlich 80 Meerschweinchen aus einer einzigen Wohnung gerettet. Der Fall hatte in der Verwaltung für derart viel Befremden gesorgt, dass Landrat Stefan Kerth (SPD) sogar den Kreistag während der vergangenen Sitzung offiziell über die Rettungsaktion informierte. Wo die Tiere genau gehalten worden sind, wollte die Kreisverwaltung mit Verweis auf den Schutz des Halters vor möglicherweise militanten Tierschützern nicht angeben.

„Unsere Mitarbeiter mussten bei der Rettung zunächst alle Weibchen von den Männchen trennen, damit nicht noch mehr passiert“, sagte der Sprecher der Kreisverwaltung, Olaf Manzke. Die Tiere hätten sich in der Wohnung offenbar über einen längeren Zeitraum völlig unkontrolliert fortgepflanzt, was zu einer Überforderung des Halters geführt habe. Alle Tiere seien im Anschluss von einem Tierschutzverein übernommen worden. Die Kosten für die Unterbringung müsse zunächst der Landkreis übernehmen. Manzke: „Wir versuchen aber immer, uns das Geld in solchen Fällen von dem Halter zurückzuholen.“ Dies sei aber aufgrund der sozialen Situation von Tierhaltern, die ihre „Lieblinge“ hergeben müssen, manchmal auch aussichtslos. Alle Kosten für die Unterbringung müssten so lange gezahlt werden, bis die Tiere weitervermittelt sind.

Kerth zufolge hätten die Tierärzte des Landkreises in diesem Jahr bisher 1300 Kontrollen mit dem Fokus Tiergesundheit und Tierschutz durchgeführt. 420 Überprüfungen davon seien sogenannte unangemeldete Anlasskontrollen gewesen, zu denen es immer komme, wenn das Amt entsprechende Hinweise erhalte, oft von den Nachbarn. Häufig seien Hunde oder Katzen betroffen. In diesem Jahr hätten außer den 80 Meerschweinchen bereits eine Riesenschlange, mehrere Pferde, Geflügel, Kaninchen und Ziegen vor ihren Besitzern in Sicherheit gebracht werden müssen. Kleintiere wie Meerschweinchen würden ihren Haltern aufgrund der einfacheren Haltungsbedingungen tendenziell zwar seltener weggenommen, aber die Kreis-Veterinäre hätten in der Vergangenheit auch einmal eine ganze Mäusefamilie an den Tierschutz übergeben müssen, betonte Manzke.

Wer einmal mit einem Verstoß gegen den Tierschutz auffällig wird, landet in einer Kartei und muss damit rechnen, immer mal wieder Besuch vom Kreisveterinäramt zu bekommen, auch wenn es keine Hinweise auf eine erneute Gefährdung des Tierwohls gibt. Die Behörde arbeitet die Fälle in der Kontrollkartei stichprobenartig ab. Darin sind ebenfalls alle großen Tier- und Mastbetriebe gespeichert, die ohnehin jederzeit mit unangekündigten Überprüfungen rechnen müssen, auch wenn es noch nie Probleme gab. „Aber sie haben eine große Verantwortung, weil die Tiere zu Lebensmitteln verarbeitet werden“, sagte Manzke. In diesem Jahr seien bisher an 9,3 Millionen Mastputen und Masthähnchen „Lebendtieruntersuchungen im Vorfeld der Schlachtung vorgenommen“ worden.

Die größten Geflügelmastbetriebe in der Region befinden sich im Raum Grimmen. In einer der Anlagen dort würden allein knapp eine Million Hähnchen gehalten, sagte Manzke. In den Geflügelbetrieben auf der Insel Rügen liegt der Schwerpunkt indes bei der Haltung von Legehennen. Aktuell umfasst die Kontrollkartei im Landratsamt Vorpommern-Rügen insgesamt etwa 10 500 Einträge von Fällen, bei denen die Tierärzte von sich aus aktiv werden. Im Kreisgebiet existieren knapp 70 landwirtschaftliche Betriebe, in denen Geflügel, Rinder und Schweine in Größenordnungen gehalten werden.

In besonders schweren Fällen leitet das Amt Strafverfahren gegen Halter ein, die ihre Tiere leiden lassen. Dies sei Landrat Kerth zufolge in diesem Jahr bereits sechsmal geschehen. Hinzu kämen 47 Bußgeldverfahren. Nicht allen Haltern werden die Tiere dauerhaft weggenommen. Wer eine entscheidende Verbesserung der Haltungsbedingungen vorweisen kann, darf darauf hoffen, seine Tiere zurückzubekommen.

Benjamin Fischer

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