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Vorpommern Diese CDU-Politikerin soll Merkel im Bundestag beerben
Vorpommern Diese CDU-Politikerin soll Merkel im Bundestag beerben
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17:09 18.11.2018
Schon jetzt eine Bank in der CDU: Martina Liedtke. Ihr werden gute Chancen eingeräumt, in Angela Merkels langjährigem Wahlkreis anzutreten. Quelle: Almut Jaekel
Stralsund/Greifswald

In der CDU von Vorpommern werden Pläne für eine Zeit nach Angela Merkel gemacht: Bereits kurz nach der Ankündigung der Kanzlerin vor gut zwei Wochen, im Dezember nicht erneut als Parteichefin zu kandidieren und 2021 ganz aus der Politik auszusteigen, erhöht sich die Frequenz, in der sich führende, aber auch weniger wichtige Parteikräfte via Textbotschaften per Handy austauschen, sprunghaft. Sie sind von Merkel kalt erwischt worden. Von der Frau, die den vorpommerschen Bundestagswahlkreis mit der Nummer 15 zu einem besonderen gemacht hat – zum Wahlkreis der Kanzlerin.

Sollte Angela Merkel noch wie angekündigt bis 2021 im Amt bleiben, wird sie Vorpommern 31 Jahre lang im Bundestag vertreten haben. Bei ihren Terminen in der Region blieb die große Politik nicht immer, aber meistens außen vor.

Die Frage, die in den verschiedenen Whatsapp-Gruppen der zwei hiesigen Kreisverbände beinahe mehr Raum einnimmt als die der Nachfolge an der Spitze der Bundes-CDU, lautet: Wer könnte ab 2021 den Wahlkreis der Kanzlerin erben? Sollte Merkel so lange im Amt verharren, wird sie die Region 31 Jahre lang im Bundestag vertreten haben. Entsprechend anspruchsvoll ist die Herausforderung für einen Nachfolger, von dem zwar niemand vom Fleck weg merkelinische Direktwahlergebnisse von bis zu 56 Prozent der Erststimmen erwartet, aber gewinnen sollte die Union schon. Insbesondere deshalb, weil, gemessen an den Ergebnissen bei der Wahl im vergangenen Jahr, auf Rang zwei der AfD-Mann Leif-Erik Holm nur darauf warten dürfte, das Direktmandat der scheidenden Kanzlerin zu übernehmen.

Sagt Merkel „Ja“, ist die Sache entschieden

Aber wer aus der CDU soll nun antreten, um den Landkreis Vorpommern-Rügen, die Hansestädte Stralsund und Greifswald sowie das Amt Landhagen, dies sind sozusagen die kommunalen Bestandteile des Merkel-Wahlkreises, in Berlin als direkt gewählte Abgeordnete weiterhin zu vertreten? Eine erste konkrete Antwort liegt derweil vor: Es soll erneut eine Frau sein. Parteiintern wird inzwischen mit solider Konsistenz Martina Liedtke, Mitte 40, Pharmazeutin und lange Vorsitzende der Frauenunion Vorpommern-Rügen, als aussichtsreichste Kandidatin genannt und zugleich wohl erwartet, dass auch Merkel sich in absehbarer Zeit für Liedtke aussprechen wird. Damit wäre die Sache in eher folgsam geprägten CDU-Kreisverbänden wie in Vorpommern entschieden, entsprechende Kreisparteitagsbeschlüsse wären Formsache. „Martina Liedtke tut zurzeit alles dafür, um die Kandidatur zu bekommen“, sagt ein CDU-Mitglied aus dem Führungszirkel. Liedtke vertrat Merkel bereits während des Bundestagswahlkampfes 2017 in Diskussionsforen, wenn die Kanzlerin terminlich verhindert war. Das Verhältnis zwischen beiden Frauen gilt als sehr warmherzig.

Offizielles Schweigen der CDU-Oberen

Offiziell schweigen die CDU-Oberen zu dem Thema noch und tun so, als sei die Zeit nicht reif für eine weitere Nachfolgedebatte. Vorpommern-Rügens CDU-Kreischef und Wirtschaftsminister Harry Glawe geht gleich gar nicht mehr ans Telefon, wahrscheinlich um die parteiinterne Debatte bloß nicht noch weiter zu befeuern. Glawe hat gern Ruhe in seiner Burg. Dabei war er es, der Martina Liedtke zuvor bereits für einen anderen Posten ins Spiel gebracht hat. Sie wäre aus seiner Sicht eine gute Kandidatin als Nachfolgerin von Vorpommern-Rügens Landrat Ralf Drescher (CDU) gewesen. Glawe, den mit Drescher eine Parteifreundschaft im allerbesten Sinne, also eine Feindschaft, verbindet, konnte sich damals jedoch nicht gegen Drescher durchsetzen, der wiederum den Zingster Bürgermeister Andreas Kuhn als seinen Nachfolgeaspiranten ins Spiel brachte. Kuhn hatte sich offenbar braver als Liedtke darauf einschwören lassen, einen lupenreinen Weiter-so-Wahlkampf zu führen, von dem keine Gefahr ausgehen würde, die Erfolge des Vorgängers zu diskreditieren. Liedtke soll dann schnell keine Lust mehr gehabt haben. Der Lohn für den Machtkampf zwischen Drescher und Glawe war eine verlorene Landratswahl – ausgerechnet im Kanzlerinnen-Wahlkreis.

Oder darf doch Wirtschaftsminister Glawe ran?

Besonders innerhalb der Jungen Union gilt auch Glawe selbst als eine Variante für Berlin, „um ihn endlich wegzuloben“, wie gern gesagt wird. Im Vergleich zu Liedtke gilt dieser Weg aber als unwahrscheinlicher, weil niemand erwartet, dass eine heute 64-jährige Kanzlerin sich für einen fast 65-jährigen Landesminister als Wahlkreisnachfolger aussprechen wird. Dahinter steckt vielmehr das landespolitisch motivierte Kalkül, in einem Schweriner Ministerium Platz zu schaffen für CDU-Landeschef Vincent Kokert. Von Kokert wird erwartet, dass er vor dem zeitgleich mit dem nächsten Bundestagswahlkampf stattfindenden Landtagswahlkampf nach der Spitzenkandidatur greift und Manuela Schwesig (SPD) als Ministerpräsidentin ablösen will. Umstritten ist aber, ob die Sache für ihn nicht erfolgversprechender wäre, wenn er zuvor einen Wohlfühlposten als Wirtschaftsminister hätte und schon vor der Wahl hier und dort einige Bändchen durchschneiden und Fördermittelbescheide verteilen könnte. Auf diesem weichen Sessel sitzt Glawe aber und, seitdem die Werften in MV wieder Schiffe bauen, sogar relativ sicher und bequem. Im Oktober hätte es zum Putsch kommen sollen. „Aber es kam ja nichts“, frotzelte Glawe kürzlich am Rande einer Parteiveranstaltung.

Eine Befürchtung, die alle in der Union teilen, ist, dass es wie auch immer einen Prestigeverlust geben wird, wenn der Wahlkreis 15 in drei Jahren nur noch ein ganz gewöhnlicher ist. Oder wie es der pensionierte Landrat Wolfhard Molkentin (CDU) ausdrückt: „Wenn Angela Merkel nicht mehr Kanzlerin und Parteivorsitzende ist, dann werden wir hier in Vorpommern sehr schnell vergessen werden.“

Benjamin Fischer

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