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Vorpommern Greifswald nimmt Kurs aufs Fischerfest
Vorpommern Greifswald nimmt Kurs aufs Fischerfest
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19:19 10.07.2019
Hier gehts rund: 52 Schausteller sind in diesem Jahr dabei. Quelle: Werner Franke
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Greifswald

Nichts wie hin oder schnell weg aus dem Trubel? Über das größte Volksfest Vorpommerns, das Fischerfest Gaffelrigg, gehen bei den Greifswaldern die Meinungen auseinander. Fakt ist: Die Welle des Fischerfestes rollt an, am Wochenende vom 19. bis 21. Juli werden rund 50 000 Besucher in der Hansestadt erwartet. Nach Einwänden vieler Besucher die immer wieder die zunhemende kommerzielle Ausrichtung und den Jahrmarktcharakter kritisiert hatten, setzen die Veranstalter in diesem Jahr wieder auf mehr „maritimes“ beim Fischerfest. „Musik, Animation und auch Dekoration werden stärker in diese Richtung gehen“, so Steffen Winckler, Leiter des Amtes für Bürgerservice und Brandschutz. „Zum Beispiel haben wir einen Shanty-Chor von der Insel Usedom zu Gast, das Festgelände wird mit Wimpeln geschmückt und es gibt eine neue Chillout Lounge mit Strandkörben. “ Zu den Highlights des Programms zählt neben den beim Publikum beliebten „Klassikern“ wie Boddenschwimmen und Ryckhangeln auch der Auftritt der Rockband Karat, die am Freitag auf der Hauptbühne auftritt.

Eintrittspreis steigt auf 3,50 Euro

Doch dafür müssen die Besucher auch tiefer in die Tasche greifen. Statt wie im Vorjahr 3 Euro sind es jetzt 3,50 Euro Eintritt, den Erwachsene zahlen müssen. „Das Fischerfest kostet eine erhebliche Summe Geld“, erklärt Steffen Winckler, Leiter des Amtes für Bürgerservice und Brandschutz. „Wir haben die Preise seit acht Jahren nicht erhöht, das war jetzt fällig.“ Im vergangenen Jahr hatte die Stadt von einem Defizit von rund 16 000 Euro gesprochen. Kinder unter zwölf Jahren können aber nach wie vor kostenfrei zum Fischerfest. Weil für ein Fest juristisch gesehen kein Eintritt genommen werden kann, läuft die Veranstaltung Fischerfest Gaffelrigg unter dem Begriff „Spezialmarkt“, der Eintritt ist also offiziell eine „Kulturabgabe“. Neu ist das System der Eintrittskarten. „Statt Tickets gibt es in diesem Jahr farbige Bändchen für die Besucher“, so Winckler.

Neu: Biologisch abbaubare Gabeln und Pfandbecher

Die Rostocker Großmarkt AG ist auch in diesem Jahr wieder für die Aussteller zuständig, angefangen vom Riesenrad bis hin zum Bierausschank. Sie setzen bei ihren Gastronomiebetrieben auf ein Mehrwegbechersystem. „Das hat im vergangenen Jahr gut funktioniert und hat zu deutlich weniger Müll geführt“, berichtet Inga Knospe, Geschäftsführerin des Großmarkt Rostock. In diesem Jahr geht die Gesellschaft noch einen Schritt weiter: Plastikgabeln für Steak und Co wird man vergeblich auf dem Fischerfest Gaffelrigg suchen. „Wir verlangen, dass die Aussteller nur abbaubares Material verwenden“, sagt Knospe. „Das kann zum Beispiel Bambus, Maisstärke oder Pappe sein.“

Gaffelrigg: 40 historische Schiffe am Start

Ein Erlebnis, dem alle Fischerfest-Besucher entgegenfiebern, ist die Ausfahrt der Traditionsschiffe am Sonnabend zur Regatta Gaffelrigg. Auch in diesem Jahr werden es rund 40 Schiffe sein, die wie auf einem Laufsteg an den Zuschauern vorbeigleiten. Angeführt werden sie dabei vom Segelschulschiff „Greif“. Viele der teils liebevoll restaurierten „Pötte“ kommen aus Greifswald, immerhin hat Greifswald den größten Museumshafen in Deutschland. Los geht es um 13 Uhr, die Geschichten rund um die Schiffe werden durch Mitglieder des Museumshafens kundig vorgestellt.

Großes Bühnenprogramm. Und Rummel gibt es auch

Gleich vier Bühnen mit Musikprogramm stehen während des Wochenendes zur Auswahl, den Beginn macht Karat am Freitagabend, aber auch die Seat Rock- und Popnacht am Samstag dürfte viele Partygänger anlocken. Auch lokale Künstler, wie Thomas Putensen oder die „zusammengesackten Mülltüten“ stehen auf der Bühne, den Abschluss bildet am Sonntag ein Konzert von Andreas Engel mit Steppenwolf, einer Peter Maffay Cover Band. Für die Kinder gibt es Samstag und Sonntag ein eigenes Kinderland, inklusive Hüpfburg, Surfsimulator und Neptuntaufe, Wer vom Fischerfest hungrig und durstig nach Hause geht, ist selber Schuld. Nicht weniger als 43 Imbisstände gibt es, von Zuckerwatte bis zum Backfisch ist alles dabei. 45 Händler, zum Teil aus der Region bieten Andenken und Kunsthandwerk an, auch hier soll der maritime Charakter im Mittelpunkt stehen. Und natürlich gibt es ihn doch, den Rummel: 52 Schausteller sind mit ihren Buden und Fahrgeschäften am Ryck. Neu ist dabei unter anderem der „Chaos Airport“, in dem Besucher einen Parcours quer durch einen verrückten Flughafen meistern müssen –inklusive Spiegellabyrinth und Wackeltreppe. Fans des Fahrgeschäfts „Breakdance“ und des 36 Meter hohen Riesenrades können sich freuen, diese Klassiker sind 2019 mit von der Partie. Auch die Wiecker Fischer sind wieder dabei, auf dem Gelände der Genossenschaft gibt es frischen Fisch und selbstgemachten Kuchen zu kaufen, Besucher können auch über das Angebot zu informieren, den Fisch künftig auch online zu bestellen.

Sport: Schwimmen, Paddeln oder Hangeln

Greifswald wird seinem Ruf als Sportstadt beim Fischerfest mehr als gerecht. Am Samstag können Besucher nicht nur die Kutterregatta auf der Dänischen Wiek verfolgen oder dem Drachenbootrennen zusehen, auch Beachvolleyball gibt es zu sehen. Am Samstag und Sonntag treten rund 119 Teams beim Gryps -Computer Beachcup gegeneinander an. Wer möchte, kann sich für das Amateurturnier „Funcup“am Sonntag anmelden, jedes 2er-Team kann mitmachen. Freude und Schadenfreude liegen dicht beieinander beim Ryckhangeln. Rund 40 Meter müssen sich die Teilnehmer an einem Seil über den Ryck hangeln. Klingt einfach, doch es ist eine gute Technik und Ausdauer vonnöten, um es bis ans andere Ufer zu schaffen. Im vergangenen Jahr sicherte sich die erst 14-jährige Sarah Jantzen den Titel. Sonntag heißt es dann ab in die Fluten zum Boddenschwimmen. Gestartet wird um 11.30 Uhr in Ludwigsburg, die Besten werden um 12 Uhr an der Südmole in Wieck erwartet. Sogar Fußball gibt es am Strand: Die Stadtwerke veranstalten ihren Beachsoccer-Cup, Mannschaften von je fünf Spielern treten im knöchelhohen Sand gegeneinander an.

Feuer und Flamme: Lasershow und Pyrotechnik

Das Fischerfest geht am Sonntagabend mit der großen Multimediashow „Ryck in Flammen“ zuende, in diesem Jahr unter dem Motto „Ahoi Greifswald“ steht. Feuerwerk, Musik und eine Lasershow verzaubern jedes Jahr tausende Gäste. Tipp: Klapphocker und Mückenspray mitnehmen. Im vergangenen Jahr musste ein Teil der Lasershow ausfallen, weil der Schifsverkehr geblendet wurde. Das Problem habe man in diesem Jahr aber im Griff. „Wir haben die Durchfahrt von Schiffen vorgezogen, dann kommt die Lasershow“, so Steffen Winckler.

Anreise: Bus, Boot oder Bahn – alles ist möglich

„Wir wollen so viele Menschen wie möglich zur Anreise ohne Auto motivieren“, beschreibt Monika Hoffmann vom Amt für Bürgerservice. „Deshalb ist die Anreise mit dem Bus bereits im Kulturbeitrag enthalten.“ Kostengünstige Parkplätze stehen in der Innenstadt zur Verfügung. Wer möchte, kann wie im vergangenen Jahr auch mit dem Solarboot kommen. Drei Solarboote mit jeweils Platz für zwölf Personen an Bord pendeln zwischen dem Musumshafen und dem Hafen in Wieck, Eintrittsbändchen können an Bord erworben werden. Im vergangen Jahr hatte die Nachfrage das Angebot überstiegen, es kam zu längeren Wartezeiten. Wer sich für ältere Eisenbahnen interessiert, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, mit dem historischen Dampfzügen der Pressnitzbahn zum Fischerfest zu fahren. Diese Fahrten ab Hauptbahnhof mit Halt am Museumshafen sind allerdings kostenpflichtig. Informationen über die Abfahrtszeiten gibt es auf der Internetseite des Veranstalters Pressnitztalbahn.

Lesen Sie weiter: 20 Gründe, sich auf das Fischerfest 2019 zu freuen

Hier gibt es Artikel über das Fischerfest 2018:

Mit der Kraft der Sonne nach Wieck und zurück – Solarboote transportieren Besucher

Die Strahlkraft des Fischerfestes – Bericht über das Fischerfest 2018

Maritime Feste in MV: Alle Termine im Jahr 2019

Vorpommerns größter Spezialmarkt

Ryck in Flammen: Fulminant auch ohne Segler und Laser

Fischerfest Programm (Auswahl)

Freitag: Rummel ab 12 Uhr, Bühne: 20 Uhr feierliche Eröffnung, 21 Uhr Karat, Emergency Exit

Sonnabend: Rummel ab 10 Uhr, ab 9 Uhr Beachvolleyball Cup im Strandbad, 10 -12 Uhr Drachenbootrennen, 10 Uhr bis 11.30 Uhr Ryckhangeln, 13 Uhr Ausfahrt Greifswalder Gaffelrigg, Bühne: ab 14 Uhr Kinderprogramm, ab 19.30 Uhr Rock und Popnacht

Sonntag: Rummel ab 10 Uhr, 10 Uhr Beachsoccer Cup, 11.30 Uhr Boddenschwimmen, 14 Uhr Kinder-Boddenschwimmen. Bühne: 12 Uhr Musikalischer Frühschoppen, Shantys, ab 20 Uhr Andreas Engel und Steppenwolf. 22.30 Uhr Ryck in Flammen

Eintritt:3,50 Euro pro Person/ Tag

Anne Ziebarth

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