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Greifswald 100 neue Arbeitsplätze in Greifswald
Vorpommern Greifswald 100 neue Arbeitsplätze in Greifswald
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16:16 17.11.2019
Greifswalds Wirtschaftsförderer Fabian Feldt nutzt das Präventiometer Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Etwa 100 Frauen und Männer sollen künftig in den früheren Räumen des Callcenters SNT Greifswald GmbH, Gützkower Landstraße 36-40, für die Vilua Healthcare GmbH arbeiten. Es ist der dritte deutsche Standort des Unternehmens nach Berlin und München. In Greifswald wurde Vilua unter seinem früheren Namen Ipex5 bekannt.

Vilua-Geschäftsführer Jens Härtel Quelle: eob

Die Vilua Healthcare GmbH sieht sich selbst als Pionier der „Gesundheitserhaltungswirtschaft“. „Wir sammeln Daten und und werten sie aus, um die Betroffenen gegebenenfalls auf Risiken für ihre Gesundheit hinweisen zu können“, erläutert Jens Härtel. Er ist gemeinsam mit Partner Claus-Peter Röhr Gesellschafter und Geschäftsführer der Vilua Healthcare GmbH. „Jetzt starten wir in Mecklenburg-Vorpommern, dem ,Gesundheitsland Nummer eins’, durch.“

Eine nachhaltige Gesunderhaltung habe für den Einzelnen und die Arbeitgeber Vorteile, weil es weniger Ausfalltage gibt, argumentiert Härtel. Unternehmen und Klinika sind die wichtigsten potenziellen Kunden. Die Beratung erfolgt per App, über das Internet oder auch per Telefon. Um das alles unterzubringen, wird ein vergleichsweise großes Haus benötigt. In Greifswald werde es nicht nur ein Service-Center, sondern auch Software- und Appentwicklung, Produktmanagement und einen Bereich Data Science, also die Wissensgewinnung aus Daten, geben.

Präventiometer erlaubt 17 Untersuchungen

Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) nahm zur Eröffnung als Erster im Präventiometer Platz. Die bei einem kompletten Check gewonnenen Daten könnten Grundlage für ein Gesundheitscoaching des Verwaltungschefs sein. Das Präventiometer ist ein Kernstück des Angebots der Vilua Healthcare. Bis zu 17 verschiedene Untersuchungen sind möglich. Das Gerät ermöglicht Hörtest, Sehtest, Auswertung von Bluttests und mehr in etwa einer Stunde. Des bedeutet Zeitersparnis und geringeren Aufwand.

OB Stefan Fassbinder im Präventiometer Quelle: M. Schultes

„Wir sind seit vielen Jahren in Kontakt“, so Carsten Oliver Schmidt, Professor für Versorgungsepidemologie an der Unimedizin Greifswald, bei der Eröffnung. „Vilua ist unser Auftragnehmer bei PAKt-MV mobil.“ Ein Untersuchungsbus mit dem Präventiometer an Bord ist seit 2017 im ländlichen Mecklenburg-Vorpommern für die Gesundheitsförderung für dort ansässige Unternehmen unterwegs. „Der Bus ist bis zum Projektende 2020 ausgebucht“, informiert Schmidt. Die Unimedizin evaluiert die Wirksamkeit des Checks, des Coachings und der digitalen Kommunikation.

CareCenter soll kein Krankenhaus zum Nachbarn haben

Es bleibt nicht bei dem Standort Gützkower Landstraße. Ende nächsten Jahres soll endlich das CareCenter (Gesundheitszentrum) an der Salinenstraße mit Showroom, Café, Präventiometerproduktion und IT-Entwicklung eröffnet werden. Damit entstehen weitere Arbeitsplätze. „Ob dort auch ein Gesundheitscheck erfolgt, ist noch nicht klar“, sagt Härtel. Die Bodenplatte für das Gebäude in futuristischem Design gibt es schon.

Ende 2020 soll das CareCenter an dieser Stelle eingeweiht werden Quelle: Eckhard Oberdörfer

Der vor zwei Jahren viel diskutierte Standort am Museumshafen mit größerem Abstand zum Klinikum sei bewusst gewählt worden. Denn es gehe um Gesunderhaltung und nicht um Heilung von Krankheiten, erläutert Vilua-Mitarbeiter Alexander Gätke. Darum habe die Firma (damals noch Ipex5) den von der Stadt angebotenen Standort auf dem Parkplatz Ecke Makarenkostraße/Liebknechtring abgelehnt.

Zur Erinnerung: Zunächst sollte das CareCenter am Fähranleger der „Stubnitz“ gebaut werden. Unternehmen und Verwaltung waren schon einig. Aber die Bürgerinitiative „Der Museumshafen bleibt grün“ verhinderte das per Bürgerentscheid. Die Stadt habe zu diesem Zeitpunkt schon den jetzigen Standort an der Salinenstraße im Blick gehabt, informiert der städtische Wirtschaftsförderer Fabian Feldt, der sich mit „Invest in MV“ und der Wirtschaftsfördergesellschaft sehr für die Ansiedlung engagierte.

Einweihung des Gesundheitszentrums in Greifswald verzögert sich

Schnelles Internet Voraussetzung für Ansiedlung

Ohne wirklich schnelles Internet wäre die Ansiedlung nicht geglückt. „Wir können jetzt in allen unseren Gewerbegebieten Anschlüsse im Gigabit-Bereich anbieten“, freut sich Fabian Feldt. Vilua Healthcare stärke die Gesundheitswirtschaft mit bereits jetzt sehr vielen Arbeitsplätzen und einem guten Netzwerk. „Wir setzen ein Zeichen für Greifswald als Standort des Einsatzes künstlicher Intelligenz“, ergänzt Melanie Schultes, die bei Vilua Healthcare fürs Marketing zuständig ist.

So soll das CareCenter aussehen Quelle: Firma

Erste Firmen sollen Anfang 2020 in Mensa am Wall ziehen

Das Zentrum für Life science und Plasmatechnologie werde die Gesundheitswirtschaft in Greifswald weiter stärken, fügt Feldt hinzu. Dazu passt auch das geplante digitale Innovationszentrum in der früheren Mensa am Wall. Anfang nächsten Jahres sollten dort die ersten Firmen einziehen können, schätzen Feldt und Wolfgang Blank, der Chef der Witeno GmbH, ein. Sie wird das Zentrum betreiben. Man wolle nicht auf das Ergebnis der laufenden Machbarkeitsstudie warten. Das Interesse an der denkmalgeschützten Mensa sei sehr groß. Der große Speisesaal für die Studenten eigne sich allerdings wohl nicht für eine Firma, aber der Speisesaal der Angestellten schon.

Vilua Healthcare eröffnet Standort in Greifswald Quelle: eob

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Von Eckhard Oberdörfer

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