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Greifswald 190 PS und angeblich sparsam: Der neue Dienstwagen des OB
Vorpommern Greifswald 190 PS und angeblich sparsam: Der neue Dienstwagen des OB
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00:05 26.08.2016
Seit dem 16. August hat Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Die Grünen) einen neuen Dienstwagen. Quelle: Peter Binder
Greifswald

Wie grün ist Greifswalds grüner Oberbürgermeister? Seit dem 16. August fährt er einen neuen Dienstwagen. Der schaut aus wie der seines Amtsvorgängers von der CDU. Gleich Arthur König entschied sich Stefan Fassbinder für einen dunklen Audi A 6. Allerdings für ein nicht ganz so kraftstrotzendes Modell.

Ich habe mich auch wegen der günstigen Preisangebotes für den Audi entschieden.“OB Stefan Fassbinder

Königs Kutsche war ein knapp fünf Meter langer drei-Liter-Turbodiesel mit 245 PS, war bis zu 250 km/h schnell und verbrauchte laut Hersteller durschnittlich 7,9 Liter auf 100 Kilometer. Mit einem Schadstoffausstoß von über 200 Gramm je Kilometer zählte sie nicht gerade zu den umweltfreundlichsten. Der Zweiliter-Turbodiesel von Stefan Fassbinder hat 190 PS unter der Haube, bringt es auf maximal 232 km/h und wird von Fachleuten als „besonders sparsames Audi-Modell“ gefeiert. Er erfreue mit einem niedrigen Verbrauch (laut Adac-Test fünf Liter auf 100 Kilometer) und einem „hervorragend geringen Schadstoffausstoß“ (Autobild). Mit 119 Gramm pro Kilometer liegt jener deutlich unter dem des OB-Vorgängerautos.

Ungeachtet dessen stellt sich die Frage, ob es nicht etwas bescheidener ginge. Er brauche keinen Dienstwagen mit 180 PS, er sei ja nicht auf der Flucht, soll Fassbinders grüner Amtskollege in der 85000-Einwohner-Stadt Tübingen (Baden-Württemberg), Boris Palmer, einmal erklärt haben. „Palmer hat gar keinen eigenen Dienstwagen mehr. Er fährt nur Fahrrad und Zug“, schildert Gernot Stegert, Chef der Tübinger Lokalzeitung „Schwäbisches Tagblatt“. Zu allen Terminen in seiner hügeligen Stadt trete der 44-Jährige OB mehr oder weniger kräftig in die Pedalen. „Muss er dann einen Berg hoch, kommt er verschwitzt an“, so Stegert. Die Bürger fänden das ganz gut. Einige indes bezweifelten, dass er das noch lange durchhält.

Auch Stefan Fassbinder (50) fährt häufig Fahrrad. Müsse er nach Berlin, nutze er den Zug, weiß Christoph Oberst, Geschäftsführer der Grünen in Greifswald. Jedoch: Um in mit Bus und Bahn nur umständlich erreichbare Orte wie etwa die Landeshauptstadt Schwerin oder das polnische Stettin zu gelangen, steigt Greifswalds grüner OB ein ums andere Mal in seinen A 6. „Ich habe mich auch wegen des Komforts für meinen Fahrer für den Audi entscheiden und weil wir als Stadt sehr günstige Vertragsbedingungen von Audi bekommen“, sagt Fassbinder. Vergleichbare Bequemlichkeiten bieten allerdings auch andere, im Verbrauch noch sparsamere Hersteller. Der Prius von Toyota etwa ist laut Autobild ein Statement in Sachen Öko-Anspruch.

Womöglich ist der neue A 6 des OB sein letzter derartiger Dienstwagen. „Ich werde im kommenden Jahr erneut nach einem Hybrid Ausschau halten“, sagt Fassbinder. Ein Elektroauto komme wegen der weiten Fahrten nicht in Frage. Die Anschaffung weiterer Erdgas- und elektrisch betriebener Fahrzeuge für den städtischen Fuhrpark sei jedoch geplant, wie Stadtsprecherin Andrea Reimann mitteilt.

Sven Jeske

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