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Greifswald 300 Menschen „brennen für Arndt“
Vorpommern Greifswald 300 Menschen „brennen für Arndt“
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18:40 31.03.2018
Am Osterfeuer in Eldena
Am Osterfeuer in Eldena Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Es bleibt bei Ernst-Moritz-Arndt-Universität, ist der Greifswalder CDU-Politiker Walter Noack überzeugt. Alle Redner ernteten am Ostersonnabend Beifall und Bravo-Rufe bei der Veranstaltung der Bürgerinititiative „Ernst Moritz Arndt bleibt“. Der Januar-Beschluss des Unisenats zur Trennung vom Patron ist für sie unakzeptabel.

Die Bürgerinitiative „Ernst Moritz Arndt bleibt“ kämpft weiter für den Erhalt des Namens Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Sie lud zum Osterfeuer auf das eisig kalte Campingplatzgelände in Eldena. Redner versuchten, Mut zu machen.

Die BI  hatte auf den derzeit wegen eines Streits um den Verkauf von Grundstücken geschlossenen Campingplatz Eldena eingeladen. Aber Betreiber Carsten Becker, selbst in der Arndtstraße geboren, stellte das Gelände zur Verfügung und unterstützte das „Brennen für Arndt“ auch materiell.

Senat und Leitung der Uni sollten zur Vernunft kommen und aufhören, die Ablegung des Patronats zu betreiben, forderte Noack. Stadt, Region und Uni gehörten zusammen und eine Mehrheit der Bevölkerung sei für die Beibehaltung des Namens.

Arndts Antisemitismus sei nicht akzeptabel, so Noack. Aber er habe in einer anderen Zeit gelebt. „Wie bei Luther muss man die Gesantpersönlichkeit sehen.“ Er rief zu sachlicher und objektiver Auseinandersetzung um den Namen auf.

Der fortwährende Streit um den Namen schade dem Image der Uni. „Das ist die schlechteste Werbung“, so der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende in der Bürgerschaft, Christian Kruse. Die Schuld trügen diejenigen an der Hochschule, die sich von Arndt trennen wollten. Laut Leitbild fühle sich die Hochschule doch der Geschichte und Kultur Vorpommerns verpflichtet.

Der Name ist nicht gestrichen, so Peter Multhauf, Frontmann der Greifswalder Linken für den Erhalt der Bezeichnung Ernst-Moritz-Arndt. Denn auch nach zehn Wochen hat die Rechtsaufsicht in Schwerin immer noch nicht entschieden, ob der sie den Beschluss zur Trennung von Arndt vom Januar dieses Jahres wie schon 2017 aus formalen Gründen kippt.

Multhauf erinnerte an die vielen Unterstützer der Beibehaltung des Namens von Bundeskanzlerin Angela Merkel, über den evangelischen Sprengelbischof Hans-Jürgen Abromeit bis zum früheren Landesrabbiner William Wolff.

Eine Zustimmung von Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) zum Beschluss der Mehrheit des Senats würde  nicht nur in Greifswald den Glauben an den Rechtsstaat beschädigen, den Unmut in der Universität und der ganzen Region steigern, sagte Multhauf.

Nach den Reden wurde von den rund 300 Teilnehmern, sehr viele wurden auf allen BI-Veranstaltungen gesehen, noch auf dem Gelände gefeiert. Allerdings wehte ein eisiger Wind und schließlich begann es sogar zu schneien.

Oberdörfer Eckhard