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Greifswald Baugrundstücke sind in Greifswald knapp
Vorpommern Greifswald Baugrundstücke sind in Greifswald knapp
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16:43 24.01.2019
Eigenheime auf Galgenkampwiese in Greifswald Quelle: OA-Bild
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Greifswald

Bis 2030 gibt es in Greifswald einen Bedarf für etwa 1000 Eigenheime. So steht es im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) 230+, das insgesamt von einem Mehrbedarf von 3000 Wohnungen ausgeht. Bauland ist knapp und wird immer teurer. Es sind keine guten Zeiten für Häuslebauer in Greifswald.

Dabei ist die Vermarktung des letzten großen städtischen Eigenheimgebiets an der Heinrich-Heine-Straße (B-Plan 88) gut gelaufen. Der Bedarf ist da, aber in absehbarer Zeit stehen nur im Bebauungsplan 13 „Am Elisenpark“ 59 weitere Grundstücke für Einfamilienhäuser zur Verfügung, heißt in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Fraktion. Allerdings sind sie noch nicht erschlossen, und zunächst sollen dort Grundstücke für Mehrfamilienhäuser verkauft werden. Die für Eigenheime werden voraussichtlich erst 2020 vermarktet. „Außerhalb von B-Plänen hat die Stadt so gut wie keine Baugrundstücke auf Flächen für Einfamilienhäuser mehr“, heißt es aus der Verwaltung. Bleibt die Hoffnung auf Privatleute.

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Häuser hinterm Deich in der Warteschleife

Aber auch in den von Privatleuten realisierten Bebauungsplänen sieht es für Eigenheimfreunde schlecht aus. An der Ladebower Chaussee sind inzwischen alle weg. „In planerischer Vorbereitung“ wie es im Fachdeutsch heißt, sind insgesamt „in der ersten Priorität“ bis zu 500 Häuser möglich. Hierzu gehört zum Beispiel ein Areal am Franz-Wehrstedt-Weg in Eldena.

In der Warteschleife befindet sich seit langem der Bebauungsplan 7 hinter dem Deich in Wieck für 20 Häuser. Allerdings ist dessen Umsetzung wegen der städtebaulichen Anforderungen und des schlechten Baugrunds nicht einfach. Bisher gibt es keinen Investor. Ein hohes Potenzial mit um die 70 Eigenheimen hat die Wiese unweit des geplanten neuen Schulzentrums an der Verlängerten Scharnhorststraße (B-Plan 114). Allerdings ist die Bebauung noch zu diskutieren, heißt es seitens der Verwaltung. „Hier ist mit einer Wohnbebauung nicht vor 2022 zu rechnen.“ Auch hier der Baugrund sehr schlecht, was die Grundstückspreise verteuert. Ähnlich ist es in der Steinbecker Vorstadt. Für das Areal hinter der Stralsunder Straße 10/11 (B-Plan 105) gab es schon Interessenten, aber bebaubare Grundstücke sind nicht in Sicht.

Schlechter Baugrund – das trifft auch auf Grundstücke zu, die laut Flächennutzungsplan mögliche Wohnungsbauflächen der Zukunft sind. Diese liegen an der Grimmer Straße Richtung Levenhagen. Ihre Ausweisung als Bauland liegt in der Hand der Bürgerschaft. Andere Vorhaben für Wohnungsbau, so in Riemserort, haben sich großteils durch geschaffte Fakten erledigt.

Schwerpunkt Fettenvorstadt

Besser sieht es für Interessenten für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern aus. Nicht nur die Wohnungsbau und Verwaltungsgesellschaft Greifswald (WVG) und die Wohnungsgenossenschaft Greifswald (WGG) sind hier aktiv. Private Investoren verändern die Fettenvorstadt. Sie bauen beispielsweise in der Grimmer auf dem früheren Brauereigelände (B-Plan 64). „Am Aalbruch“ (B-Plan 115) wird es in absehbarer Zeit weitere Stadtvillen geben.

Wenn die Ideen für die Bebauungspläne 55 und 55a an der Hafenstraße umgesetzt werden, dann entstehen Wohnungen für knapp 2000 Bürger. Im Zentrum steht der „Hansehof“ der WVG am Hansering vor der Fertigstellung. Nach gültiger Planung soll auch der Parkplatz zwischen Bachstraße und Fischstraße bebaut werden. In Innenstadtrandlage könnten u. a. Häuser zwischen dem Hansering und der Marienstraße entstehen. Dort standen sogar schon Ankündigungsschilder.

Grimmer Straße Wohnpark Brauerei Quelle: Architekturbüro Bürger

Eckhard Oberdörfer

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