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Greifswald Greifswald: 500 Schüler lernen Leben retten
Vorpommern Greifswald Greifswald: 500 Schüler lernen Leben retten
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12:27 29.05.2019
Die Medizinstudenten Josefin Grabow (links) und Maximilian Bremer (rechts) von "Land-Rettung" demonstrieren Schülern des RBB die Herzdruckmassage. Quelle: Carla Blecke
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Greifswald

 Rund 500 Schüler des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums (RBB) nahmen in der vergangenen Woche an Erste-Hilfe Schulungen des Projektes „Land-Rettung“ teil.

„Unser Ziel ist es, den Jugendlichen die Angst zu nehmen, im Notfall zu handeln“, erklärt Josefin Grabow von „Land-Rettung“, einem Projekt des Landkreises Vorpommern-Greifswald, was sich mit der Verbesserung der Notfallversorgung im Kreis beschäftigt. In einem großen roten Zelt auf dem Schulhof des RBB brachten sie und ihre Kollegen den medizinischen Laien richtige Reanimierungsmaßnahmen bei.

Drücken statt beatmen

Die früher oft gelehrte „Mund-zu-Mund-Beatmung“ sei laut Maximilian Bremer, ebenfalls Mitarbeiter bei „Land-Rettung“, heutzutage kein Hauptbestandteil der Reanimation mehr. Stattdessen sollten die Ersthelfer nach dem Motto „Prüfen, rufen, drücken“ am Unfallort agieren. „Zuerst wird überprüft, ob der Bewusstlose wirklich nicht ansprechbar und nicht bloß betrunken ist“, so Bremer. Danach sollte vom Helfenden umgehend ein Notruf abgesetzt werden. Bis zum Eintreffen der Sanitäter müsse dann die Herzdruckmassage durchgeführt werden.

„Das Herz ist wie ein Schwamm“, erklärt Bremer den Schülern. Bei einem Stillstand des Organs käme es darauf an, das Blut, das sich darin sammelt, in Bewegung zu halten. Das gelingt durch die Herzdruckmassage, bei der der Brustkorb eines Herzstillstand-Patienten etwa 100 Mal pro Minute rund fünf Zentimeter eingedrückt wird.

„Wieso drückt nicht mal die Hälfte?“

Die Dringlichkeit solcher Kurse sei laut Bremer kaum zu übersehen: „Nur 40 Prozent aller Deutschen reanimieren im Notfall. Ich frage mich: Wieso drückt nicht mal die Hälfte?“ In anderen Ländern wie Skandinavien sei diese Quote weitaus höher. Durch die Druckmassage zirkuliert das Blut im Körper des Opfers weiter, eine Person mit Herzstillstand hat daher eine wesentlich größere Überlebenschance. Gerade in ländlichen Regionen, wo das Eintreffen eines Rettungswagen länger dauern kann, könne die Methode entscheidend sein.

Oft seien Bremer zufolge Hemmungen das Problem: „Die Schüler fragen sich dann, ob sie, falls sie beim Helfen einen Fehler machen, verklagt werden können. Oder was passiert, wenn sie dem Opfer eine Rippe brechen.“ Hier würde der Kurs ansetzen und Klarheit verschaffen. Denn für eine gebrochene Rippe bei einer Rettungsmaßnahme könne niemand belangt werden- für unterlassene Hilfeleistung jedoch schon.

Bei den Schülern kommt der Kurs gut an: „Ich finde das sehr gut!“, sagt die 17-jährige Schülerin Maya Krause. Ihr sei es sehr wichtig, im Ernstfall reagieren zu können. Auch Sozialarbeiterin der Schule, Mandy Jenning, ist von dem Projekt begeistert: „Wir sind für das kostenlose Angebot sehr dankbar. Fast 500 Schüler nehmen teil und ich bin mir sicher, bei jedem wird etwas hängen bleiben.“

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