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Greifswald 60 Millionen für Campus Loefflerstraße
Vorpommern Greifswald 60 Millionen für Campus Loefflerstraße
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00:18 08.01.2016
Sie wurde im Dezember eröffnet: die neue Bibliothek der Universität, gebaut für rund 9,6 Millionen Euro. Quelle: Stefan Sauer/dpa
Greifswald

Auf dem früheren Klinikgelände in der Innenstadt drehen sich die Baukräne: Der Campus Loefflerstraße, das neue Zentrum der Geistes- und Sozialwissenschaften in Greifswald, nimmt weiter Gestalt an. Erst vor vier Wochen wurde hier die neue Bibliothek für die Uni-Fachbereiche Theologie, Germanistik, Slawistik und viele weitere eröffnet. Mitte dieses Jahres soll dann das neue Hörsaalgebäude fertig sein, kündigte Uni-Vizekanzler Peter Rief an.

Alles in allem werden laut Landeshaushaltsplan 60 Millionen Euro für den neuen Campus investiert. Der neue Hörsaalbau soll drei Säle haben. 500 Plätze werden in einem Raum zur Verfügung stehen, außerdem Kabinen für Simultanübersetzer. Damit soll das Gebäude auch für große und internationale Konferenzen geeignet sein.

„Als nächstes wird der Betrieb für Bau und Liegenschaften Mitte 2017 die neue Mensa mit 350 Plätzen und die Cafeteria mit 95 Plätzen übergeben“, schildert Peter Rief. Ende 2019 soll schließlich der gesamte Campus fertig sein, autofrei und behindertengerecht. „Es gibt Markierungen und ein akustisches Unterstützungssystem für Blinde“, erklärt Rief. Radler könnten sich freuen: Ihnen sollen 750 Stellplätze zur Verfügung stehen, davon 120 überdacht. Für Pkw sind aber nur 24 Parkplätze geplant.

Was das alles für den Verkehrsfluss in der Loefflerstraße bedeutet, will die Bürgerschaft prüfen lassen. Unabhängig davon hat die Stadtverwaltung bereits beschlossen, in diesem Jahr den Verkehr in der Friedrich-Loeffler-Straße zählen zu lassen, um ihn möglicherweise umzuleiten. So will sie die Belastung in der Innenstadt reduzieren.

Während nach und nach der neue Campus entsteht, sollen alte Unigebäude leergezogen werden: Schon 2018 sollen die fremdsprachlichen Philologien in die frühere Chirurgische Klinik ziehen, erklärt Rief.

Baufällige Gebäude wie die Anglistik in der Steinbeckerstraße und die Nordistik in der Falladastraße würden dann aufgegeben. Voraussichtlich ab Ende 2019 sollen die Juristen sowie die Politik- und Kommunikationswissenschaftler das ehemalige Universitätskrankenhaus (Innere Medizin) nutzen. Bis zu 16 Millionen Euro sind allein für dieses Gebäude veranschlagt. Diese Summe gibt die Universität zunächst als Kredit.

Insgesamt nutzt die Hochschule mehr als 150 Gebäude. Trotz großen Mitteleinsatzes seit der Wende hinke man beim Erhalt hinterher, sagt Rief. „Der Investitionsstau beträgt mehr als 200 Millionen Euro.“ Größtes Sorgenkind sei die Alte Physik in der Domstraße. Etwa zehn Millionen Euro wären nötig, um das denkmalgeschützte Gebäude für ein neues Leben fit zu machen. Rektorin Prof. Johanna Eleonore Weber würde darin gern Spitzenforschung präsentieren.

Laut Rief verursacht der Investitionsstau erhöhte Betriebskosten und verringert in bestimmten Bereichen auch die Attraktivität in Forschung und Lehre. Die Strategie, welche Uni-Gebäude bis 2020 mit Landesmitteln saniert, umgebaut oder aufgegeben würden, habe man vor etwa zehn Jahren festgelegt. Demnach plane die Uni mit drei Standorten: Fettenvorstadt, Innenstadt und Beitzplatz. Mit der Aufgabe von Gebäuden wolle man Betriebskosten senken. Allein 2014 habe man so 6,4 Millionen Euro gespart. Der sogenannte standortbezogene Hochschulbaukorridor des Landes sei eine gute Sache, meint Rief. „So können wir die Prioritäten selbst festlegen.“

Der Investitionsstau beträgt mehr als 200 Millionen Euro.“Vizekanzler Peter Rief



Eckhard Oberdörfer

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