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Greifswald Abriss, Neubau und Sanierung – Ryckseite wird umgestaltet
Vorpommern Greifswald Abriss, Neubau und Sanierung – Ryckseite wird umgestaltet
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18:40 30.09.2019
Plattenbauten und neue Eigenheime in einem Viertel: Die sozioökonomischen Unterschiede sind groß – Ostseeviertel Ryckseite Quelle: Martina Rathke
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Greifswald

Nach dem Stadtumbau im Ostseeviertel Parkseite steht nun das Plattenbaugebiet Ryckseite vor großen Veränderungen. Die kommunale Wohnungsverwaltungsgesellschaft WVG und die Wohnungsbaugenossenschaft WGG haben der Stadtverwaltung ihre Pläne für die Neugestaltung vorgelegt. Damit ist die Katze aus dem Sack: Neben der Sanierung von Plattenwohnungen geht es um Abriss und Neubau. „Wir werden jetzt gemeinsam mit den beiden Wohnungsgesellschaften einen Rahmenplan entwickeln, welche Maßnahmen wie umgesetzt werden können“, sagte Greifswalds Stadtbauamtsleiter Thilo Kaiser. Anfang 2020 könnte der Rahmenplan der Öffentlichkeit vorgestellt und in der Ortsteilvertretung diskutiert werden. Danach wird er die Gremien der Bürgerschaft durchlaufen.

Eigenheime und Plattenbau – große Unterschiede im Stadtteil

Laut dem Integrierte Stadtentwicklungskonzept Greifswald 2030 plus ist die Ryckseite durch sehr starke sozioökonomische und städtebauliche Unterschiede gekennzeichnet. Die Plattenbauten nördlich und südlich der Vitus-Bering-Straße weisen einen geringen baulichen Sanierungsstand auf. Nur einen Steinwurf von den Plattenbauten entfernt entstanden ab Mitte der 1990er-Jahre Eigenheime.

Was passiert beim Abriss?Die WVG verfügt bereits durch den Abriss eines Blockes über Freiflächen, auf denen Neubauten entstehen können. Diese Wohnungen würden dann laut der WVG zuerst den Mietern angeboten, die aus den Häusern, die für den Abriss vorgesehen sind, ausziehen müssen. Auch würden den Mietern alternativ Wohnungen in anderen Stadtteilen angeboten.

Was plant die WVG?

Die WVG beabsichtigt, von ihren 236 Mietwohnungen in dem Plattenbaugebiet rund 80 Einheiten zu sanieren. Zwei Drittel sollen allerdings zugunsten von Neubauten abgerissen werden. „Das Thema beschäftigt uns seit Jahren“, sagte WVG-Geschäftsführer Klaus-Peter Adomeit. Ziel sei es, ein Wohnquartier mit hoher Lebensqualität zu schaffen und zugleich eine soziale Durchmischung zu gewährleisten. Die Blöcke in der Vitus-Bering-Straße und der Roald-Amundsen-Straße waren die letzten Plattenbauten, die vor dem Zusammenbruch der DDR errichtet wurden. Die Bausubstanz sei schlecht, der Zuschnitt der Wohnungen entspreche nicht mehr den heutigen Ansprüchen, begründete Adomeit den geplanten Abriss und Neubau.

WVG-Geschäftsführer Klaus-Peter Adomeit erläutert die Pläne für das Ostseeviertel Ryckseite Quelle: Martina Rathke

Dennoch soll es auch künftig weiter bezahlbaren Wohnraum im Ryckviertel geben. „Wir wollen eine klassische Dreiteilung hinbekommen“, so Adomeit. Rund 80 Wohnungen sollen als sogenannte KDU-Wohnungen (Kosten der Unterkunft) für Menschen, die auf soziale Unterstützung angewiesen sind, erhalten und saniert werden. Ein Drittel der Wohnungen soll durch Neubauten für den sozialen Wohnungsbau ersetzt werden. Ein Drittel wird im frei finanzierten Mietwohnungssektor entstehen.“ Die WVG verwaltet zusätzlich zu den 236 Wohnungen in dem Viertel noch 123 Eigentumswohnungen.

Die WVG will zudem einen SoPHi-Standort, ähnlich wie den in der Hertz-Straße in Schönwalde I, errichten. Er soll möglichst zentral in der Nähe des bestehenden Einkaufszentrums angesiedelt werden, in ihm könnte auch das Quartiersmanagement unterkommen. „Welche Plattenbauten abgerissen werden, kann Adomeit noch nicht sagen. Ob Geschosse zurückgebaut werden oder ganze Aufgänge aus den Plattenbauten genommen werden, werde in Abstimmung mit der Stadt entschieden. Die Anzahl der WVG-Wohnungen soll sich nicht ändern. „Die Mieter wollen wir informieren, wenn wir städtebaulich wissen, wie es weitergeht.“

Was plant die WGG?

Die Wohnungsbaugenossenschaft, die über 505 Wohnungen auf der Ryckseite verfügt, verfolgt einen anderen Weg. „Unsere aktuellen Planungen umfassen eine bedarfsgerechte Instandsetzung der Wohneinheiten“, sagte WGG-Sprecherin Jana Bouthala. Der Fokus sei auf den demografischen Wandel und auf faire sowie sozialverträgliche Preise für die Wohnungen und damit verbundene wohnbegleitende Dienstleistungen gerichtet. Das heißt, die WGG setzt weiter auf Modernisierung statt auf Abriss und Neubau.

Die Genossenschaft hatte zwischen 2010 und 2013 alle Dächer ihrer Blöcke für eine Million Euro saniert. Zudem seien für 1,5 Millionen Euro sechs Aufzugsanlagen nachgerüstet worden. In die Ver- und Entsorgungsleitungen für das nördliche Quartier (Am Ryck, Vitus-Bering-Straße) flossen demnach rund 2,5 Millionen Euro. „In den kommenden Jahren dehnen sich unsere Aktivitäten auf das südliche Quartier mit der Vitus-Bering-Straße, dem Rügener Weg und der Roald-Amundsen-Straße aus“, sagte Bouthala. Die Kosten dafür beziffert die WGG auf rund 4,7 Millionen Euro.

Die WGG hofft, dass die Stadt mit dem Rahmenplan auch die Aufwertung des Wohnumfeldes auf den Weg bringt. „Mehrfach haben wir in unseren Gesprächen mit der Stadtverwaltung auf die Defizite zum Beispiel bei der Gehwegbeleuchtung sowie der desolaten Pflasterung und der völlig unzureichenden Stellplatzsituation hingewiesen. Wir hoffen, dass nun Bewegung in dieses Thema kommt“, hieß es weiter. Zudem konnte bislang nur in begrenztem Rahmen eine Teilverbesserung des Wohnumfeldes in den Innenhöfen erfolgen. Auch das soll sich ändern.

Wie geht es weiter?

Im nächsten Schritt geht es nun darum, die Pläne der Wohnungsgesellschaften mit den städtebaulichen Aspekten in Einklang zu bringen. Wo soll Grünachsen entstehen oder ausgebaut werden, wie hoch sollen die Gebäude sein, an welchen Stellen darf abgerissen und wo neu gebaut werden. Stadtplaner Kaiser rechnet damit, dass der Rahmenplan Anfang 2020 steht. Sind die Pläne politisch abgesegnet, müssen die Bauanträge gestellt werden. Wann genau der Umbau beginnt, ist offen. „Wir würden gern zum ersten oder zweiten Quartal 2020 Planungssicherheit haben, um dann die Bauanträge stellen zu können“, sagte WVG-Chef Adomeit.

Von Martina Rathke

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