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Greifswald Ärztin aus Neuenkirchen hilft in Nepal
Vorpommern Greifswald Ärztin aus Neuenkirchen hilft in Nepal
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13:31 06.05.2019
Astrid Lindberg (roter Schal) steht mit Kollegen in der Klinik „Shanti Sewa Griha“ in Kathmandu (Nepal). Dort half sie drei Monate als Freiwillige. Quelle: privat
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Greifswald

Bis zu 150 mal verbeugte Astrid Lindberg sich täglich zum Gruß „Namaste“. In Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, verbrachte die 70-Jährige drei Monate. Bunte Farben, der Fischgeruch auf den Märkten, Granatäpfel, Bananen, Kokosnüsse auf den Verkaufstischen und chaotischer Verkehr. Mittendrin eine Klinik für Leprakranke und behinderte Menschen in der Lindberg als Freiwillige war.

Ärztin aus Neuenkirchen geht nach Nepal

Sie sagt, dass sie nach ihrem Ruhestand als Ärztin in Neuenkirchen weiterhin Menschen helfen wollte, aber dieses mal unter schwereren Bedingungen. Es hätte sich gelohnt, findet Lindberg, die sich gern an die „Gelassenheit und unaufgeregte Seelenhaltung“ der Nepalesen erinnert.

Der tägliche Gruß „Namaste“ bedeute übersetzt so viel wie „Ich grüße das Göttliche in dir.“ Das gegenseitige Lernen zwischen einer Frau aus der westlichen Kultur und Menschen aus einer östlichen Kultur sei ihr wichtig gewesen. Auch wenn sie kein Nepali spreche, hätte sie sich mit den Kollegen und vor allem den Patienten in der Klinik verständigen können, auch nur mit Mimik und Gestik. Häufig hätte sie auf Englisch gesprochen.

Leprakranke leiden unter Kastensystem

Dass Fürsorge für Leprakranke nötig ist, merkte Astrid Lindberg auch daran, dass die in der Klinik behandelten Patienten in der nepalesischen Gesellschaft teilweise nicht akzeptiert würden. Zwar darf seit 1963 kein Nepalese wegen seiner Kaste diskriminiert werden. Die niedrigste gesellschaftliche Kaste waren die „Unberührbaren“ – Ausgestoßene. Das System hallt dennoch nach. „Man ist skeptisch, hält sich lieber doch noch entfernt von den früher als unberührbar geltenden Menschen“, sagt Lindberg. So hätte Lindberg ihren jungen Arztkollegen in der Klinik stets aufmerksam gemacht darauf, die Patienten berühren zu können als Geste des Respekts und der Fürsorge.

Die Außenwand des oval gebauten Klinikgebäudes in Kathmandu ist bunt bemalt Davor sitzt ein Patient im Rollstuhl Quelle: privat

Lebendig in Erinnerung geblieben ist Lindberg der Gegensatz zwischen Arm und Reich. „Kathmandu ist eine Weltstadt und der Reichtum unserer Erde zeigt sich auch da. Aber gleich daneben stehen die Blechhütten der Armen und Arbeitslosen.“ Die Kinder seien teilweise verwahrlost. Zugleich stach ins Auge wie religiös ergeben die Nepalesen seien. „Es gibt eine stark gepflege buddhistisch-hinduistische Religiösität. Gerne wird täglich für die Götter geopfert“, sagt Lindberg. In der Klinik seien Christen, Buddhisten, Hindus, Muslime behandelt worden.

Spende von Hape Kerkeling

Als Freiwillige unterstützte Lindberg die Ärzte und Schwestern in der Klinik „Shanti Sewa Griha“ in Kathmandu indem sie bei Behandlungen beriet, Fragen beantwortete, sich um schwache und unterernährte Kinder kümmerte. Mit 15 anderen Volontären hätte sie zudem Spielsachen gebaut und Ausflüge geplant, Zeit mit den Patienten verbracht. Der Verein „Shanti Leprahilfe“ aus Dortmund hatte die Klinik 2009 gegründet. Auch mit Hilfe einer Spende von 500.000 Euro, die der Komiker Hape Kerkeling bei „Wer wird Millionär“ gewonnen hatte, heißt es auf der Webseite des Vereins.

Senior Expert Service entsendet Freiwillige

Möglich wurde Lindbergs Dienst durch den Senior Expert Service, einer Entsendeorganisation für Freiwillige mit Sitz in Bonn. Das Reisegeld sei ihr gezahlt worden. Ansonsten hat sie ohne Bezahlung gearbeitet. In Kathmandu lebte sie mit den anderen Volontären aus Deutschland in einem Haus. Jeden Tag gab es Reis mit Linsensuppe, Dal Bhat genannt, das Nationalgericht Nepals, gegessen wurde gemeinsam an einem großen Tisch.

Ihr nächstes Hilfsprojekt steht auch schon fest: Sie wirkt mit bei „Phönix“, dem Aufbau einer Kurklinik für Eltern und Kinder in Lassan.

Christopher Gottschalk

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