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Greifswald Greifswalder Regisseurin bringt neues Stück auf die Bühne
Vorpommern Greifswald Greifswalder Regisseurin bringt neues Stück auf die Bühne
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06:00 16.05.2019
Szenen aus dem Stück „Aber das Rheuma zählt“ der Amateurtheatergruppe U100 aus Loitz: Bärbel Huhnke strickt (l.) und Renate Rehberg beobachtet. Quelle: privat
Greifswald

Hedwig Golpon trägt ständig ein Notizbuch bei sich. Die 68-Jährige beginnt zu zeichnen oder zu schreiben, wenn sie interessante Menschen sieht oder sich an Begegnungen erinnert. Jeder Moment kann so zur Inspiration für ein Theaterstück oder ein Lied werden. „Ich arbeite ständig an neuen Programmen“, sagt die Regisseurin, Theaterpädagogin, Schauspielerin und Sängerin. Ihr neuestes Stück wird am Sonnabend erstmals in Greifswald zu sehen sein.

Stück betrifft Einsamkeit älterere Menschen

Darin geht es um fünf ältere Frauen und ihre Probleme. In „Aber das Rheuma zählt“ sprechen sie über weggezogene Kinder, verstorbene Ehemänner, die Entwicklung der Stadt oder die Vergesslichkeit im Alter. Auf der Bühne steht nicht mehr als eine Bank, der tägliche Treffpunkt. „Das Stück betrifft die Einsamkeit von älteren Menschen und zeigt das Bedürfnis nach Nähe und Gemeinschaft“, sagt Hedwig Golpon.

Darstellerinnen zwischen 60 und 80 Jahren alt

Die Darstellerinnen der Gruppe „U100“ sind alle zwischen 60 und 80 Jahre alt und standen vorher noch nie auf der Bühne. Dass die Gruppe eine Bereicherung ist, weil sie Spaß und Gemeinsamkeit bringe, bestätigt Mitglied Bärbel Huhnke (62) nach der Premiere in Leistenow Ende April. Denn trotz ernster Themen stehe der Humor im Mittelpunkt: „Mir macht vor allem Spaß zu sehen, dass unser Stück nicht nur uns, sondern auch das Publikum zum Lachen bringt.“

Die Gruppe entstand, nachdem Hedwig Golpon im Sommer 2018 auf dem Loitzer Stadtfest Frauen für eine Theatergruppe sucht. „Ich denke, dass es mir darum geht, das aus den Leuten herauszuholen, was in ihnen ist und dann das Glück zu sehen, wenn sie auf der Bühne Erfolg haben“, sagt Hedwig Golpon.

Golpon studierte in Leipzig

Sie kennt dieses Gefühl. Angefangen hatte die Leidenschaft in ihrem Geburtsort Dammereez, 55 Kilometer südlich von Schwerin. „Ich spielte dort im Gutshaus auf einer kleinen Bühne schon im Alter von sieben Jahren.“ Den Lehrberuf, den sie auf Wunsch ihrer Eltern ergriffen hatte, gab sie auf für ein Studium an der Theaterhochschule Leipzig, leitete später das Pionier- und Jugendtheater in Schwerin. Sie wechselte nach Berlin und bildete schließlich an der Akademie für Spiel und Theater in Lingen (Niedersachsen) Theaterpädagogen aus.

Alternativen durch Theater entdecken

Sie schätzt die Arbeit als Theaterpädagogin noch heute, weil sie, gerade mit Kindern und Jugendlichen, auf der Bühne die Möglichkeit sehe, auch schmerzhafte und schwere Themen zu behandeln. So könne es beispielsweise um häusliche Gewalt gehen: Die Kinder spielen ein Abendessen, der Vater wird handgreiflich. Weil es jedoch Spiel ist, können die Darsteller neue Handlungswege sehen, Alternativen entdecken. „Es geht mir in diesen Momenten darum, dass das Opfer sich nicht mehr als Opfer fühlt, sondern sein Verhalten ändern kann“, sagt Golpon.

Aufbau Modellstudiengang Darstellendes Spiel in Greifswald

Ab 1995 wirkte sie mit beim Aufbau des Modellstudiengangs Darstellendes Spiel an der Uni Greifswald. In dieser Zeit entsteht auch das Studententheater, das Golpon jahrelang leitet. Der Modellstudiengang wird 1998 geschlossen. „Das war für mich so, als würde jemand anderes meine Ernte klauen. Meine Ernte wäre gewesen: Der Studiengang bleibt hier und ich bekomme eine Professur.“ Sie wird daraufhin Dozentin am Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaften. 2018 verlässt sie die Uni Greifswald. Sie hat nicht vor, mit dem Theater spielen, lehren und inszenieren aufzuhören.

„Aber das Rheuma zählt“ ist am Samstag, 18. Mai, um 20 Uhr in den Räumen des Studententheaters, Franz-Mehring-Straße 48 zu sehen. Der Eintritt kostet sechs Euro, vier Euro ermäßigt. Am darauffolgenden Mittwoch spielt sie mit bei einem Stück in der Kulturbar, Lange Straße 93 und am Freitag singt sie mit Pianobegleitung in der Brasserie Hermann, Gützkower Straße 1.

Christopher Gottschalk

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