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Greifswald Heringsdorf: Neue Bürgermeisterin Laura Isabelle Marisken vereidigt
Vorpommern Greifswald Heringsdorf: Neue Bürgermeisterin Laura Isabelle Marisken vereidigt
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15:30 31.07.2019
Swinemündes Stadtpräsident Janusz Żmurkiewicz gratuliert Laura Isabelle Marisken und überreicht ihr als Glücksbringer einen Kuli aus Bernstein. Mit einem solchen Modell hat er den Vertrag zum Bau des Swinetunnels unterschrieben. Quelle: Cornelia Meerkatz
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Heringsdorf

Von nun an hat für die kommenden sieben Jahre weiblicher Charme gepaart mit Engagement und Respekt im Ahlbecker Rathaus das Sagen. Laura Isabelle Marisken (31, parteilos) hat am 1. August die Amtsgeschäfte als neue Bürgermeisterin der Gemeinde Heringsdorf übernommen. Anlässlich ihrer Vereidigung waren etwa 200 Gäste ins Hotel Esplanade gekommen, um der Feier beizuwohnen. Dazu gehörten auch Wirtschafts-Staatssekretär Stefan Rudolph (CDU) und Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD). Marisken ist jetzt die jüngste hauptamtliche Bürgermeisterin in MV.

Stefan Rudolph sprach von einem gut bestellten Feld, das die neue Verwaltungschefin von ihrem Vorgänger im Amt, Lars Petersen, vorfindet und den großen Aufgaben, die noch vor ihr liegen. Dazu gehöre das Wohnungsproblem ebenso wie Lösungen für die Kurtaxregelung und die Verkehrssituation in der Gemeinde. Zahlreiche große Investitionen wie das Tourismus-Servicezentrum, Straßenbau und der Baumwipfelpfad müssten zu Ende gebracht bzw. umgesetzt werden. Das beinhalte eine enge Kooperation mit der einheimischen Wirtschaft, um diese Projekte voranzubringen.

Hilfe für Fischer erbeten

„Eine so junge engagierte und ebenso kluge wie hübsche Frau wie Sie kann und wird viel erreichen“, zeigte er sich überzeugt. Immerhin sei Heringsdorf eine besondere Gemeinde, der Motor der Insel. „Das Seeheilbad verzeichnet seit 2014 steigende Übernachtungszahlen. Der bisherige Bestwert war vergangenes Jahr mit knapp 2 400 000. Die positive Entwicklung setzt sich auch dieses Jahr fort: Allein von Januar bis Mai gab es 923 000 Übernachtungen – das ist ein Plus von fast 25 Prozent“, sagte er unter Beifall.

Als besonderes Herzensprojekt bat er die Bürgermeisterin um Hilfe bei der Unterstützung der gebeutelten Fischer. Sie seien nicht nur wichtig für die Nahrungsmittelindustrie, sondern verkörperten auf Usedom ein Stück Tradition und Heimat, das angesichts der immer weiteren Reglementierung ihres Berufszweigs nicht aussterben dürfe.

Patrick Dahlemann kam mit weißen Orchideen. Die seien langlebig, „auch wenn du sie angesichts der vielen Arbeit mal nicht gießen kannst. So hast du auch am Ende deiner Amtszeit noch etwas davon. Diese Zähigkeit und Widerstandskraft wünsche ich auch dir“, meinte er.

Stadtpräsident mit besonderem Geschenk

Als Charmeur von alter Schule erwies sich einmal mehr Swinemündes Stadtpräsident Janusz Żmurkiewicz: Er freue sich sehr auf die Zusammenarbeit mit Laura Isabelle Marisken und bedauerte zugleich, dass er nur noch vier Jahre dabei ist, da er nicht mehr zur Wahl antritt. Er versprach, einen jungen dynamischen Nachfolger zu finden, damit seine Stadt Heringsdorf nicht hinterherhinke. Als Antrittsgeschenk und Glücksbringer überreichte er der neuen Bürgermeisterin einen Kuli aus Bernstein. Da er mit einem solchen Kuli den Vertrag zum Bau des Swinetunnels unterzeichnet habe, riet er ihr, zum Gelingen von Großprojekten nur noch diesen Stift zu benutzen – „dann ist Ihnen der Erfolg sicher“, versprach er.

Am Dienstagabend wurde Laura Isabelle Marisken (31) als neue Bürgermeisterin der Gemeinde Heringsdorf vereidigt. 200 Gäste – Bürger sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft- wohnten der Zeremonie bei.

Usedomer Lieblingsplätze als Dankeschön

Für Lars Petersen (CDU), den unterlegenen Amtsvorgänger von Marisken, hatte er eine Uhr mitgebracht. „So kannst du nicht vergessen, dass du jetzt für manche Dinge, etwa das Tennisspielen, wieder mehr Zeit hast. Ich bin bereit für ein Match“, so Żmurkiewicz. Auch die beiden Staatssekretäre waren nicht mit leeren Händen für Petersen gekommen. Er erhielt einen Silberbarren der Landesregierung mit dem Motiv des Schweriner Schlosses. Auch von zahlreichen anderen Weggefährten gab es Erinnerungsgeschenke. Lars Petersen, der nun beruflich wieder zurück zur Bundespolizei geht, sich aber als Kreistagsmitglied kommunalpolitisch weiter für die Gemeinde Heringsdorf und die Insel engagiert, dankte Mitarbeitern der Verwaltung, Gemeindevertretern, Amtskollegen und der Politik für die Unterstützung in seiner Amtszeit mit einem gesunden Obst-Präsentkorb und einem Inselführer über Lieblingsplätze.

Ein solches Buch, verbunden mit ehrlich gemeinten Wünschen für Erfolg, sowie den Rathausschlüssel erhielt auch Laura Isabelle Marisken von ihm. Auf den Weg gab er ihr einen Spruch von Pippi Langstrumpf mit: „Warte nicht darauf, dass dich die Menschen anlächeln, zeige ihnen, wie es geht!“

Versöhnen statt Spalten

Und Laura Isabelle Marisken lächelte nach dem ganzen Prozedere nicht nur, sie strahlte. Glücklich sei sie über das Vertrauen der vielen Wähler, daher werde sie die Zeit im Amt maximal nutzen. „Für ein gedeihliches Miteinander in der Gemeinde ist aber gegenseitiger Respekt und Anstand vonnöten. Wer das beherzigt, dem stehen meine Türen immer offen“, so die neue Verwaltungschefin. Ihr Motto sei „Versöhnen statt Spalten“, es gehe darum, fair um die richtigen Lösungen zu ringen. „Ich möchte mit ganzer Kraft dafür wirken, dass die Gemeinden auf der Insel Usedom zusammenrücken und wir uns als Ganzes verstehen. Wir brauchen gemeinsame Lösungen für Sachverhalte, die uns alle betreffen“, sagte Marisken und erhielt riesigen Beifall.

Cornelia Meerkatz

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