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Greifswald Gute Bilanz und optimistischer Ausblick
Vorpommern Greifswald Gute Bilanz und optimistischer Ausblick
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15:20 04.01.2019
Das Jobcenter in Greifswald hatte im Dezember weniger Kundschaft.
Das Jobcenter in Greifswald hatte im Dezember weniger Kundschaft. Quelle: Peter Binder
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Greifswald

Heiko Miraß, Chef der Agentur für Arbeit in Greifswald, blickt auf ein insgesamt positives Jahr 2018 zurück. Im Jahresdurchschnitt waren 10 968 Frauen und Männer im Agenturbezirk, der den Landkreis Vorpommern-Greifswald umfasst, arbeitslos gemeldet. Das sind 990 weniger als 2017, ein Rückgang von 8,3 Prozent. „Besonders erfreulich ist, dass Firmen aus den saisonal geprägten Branchen verstärkt versuchen, ihr Personal langfristig zu halten“, bilanziert er. Im Jahresverlauf meldeten sich 11 072 Personen nach Beschäftigungsende arbeitslos. Das sind 1650, also knapp 13 Prozent weniger als noch im Jahr 2017. Das teilt Kristina Birkholz, Pressesprecherin der Arbeitsagentur, mit.

Besonders positiv fällt die Arbeitsmarktbilanz nach wie vor für Frauen aus. „Männer sind in unserer Region, die insbesondere vom Dienstleistungssektor geprägt ist, mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 10,3 Prozent im Jahr 2018 immer noch deutlich häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen (8,5 Prozent). Erfreulich ist, dass ältere Arbeitnehmer mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote in den letzten zwölf Monaten von 9,5 Prozent nur 0,1 Prozentpunkt über der allgemeinen Quote von 9,4 Prozent liegen.

Erstmals seit der Wiedervereinigung im Dezember unter zehn Prozent

Im Berichtsmonat Dezember sind die Arbeitslosenzahlen erwartungsgemäß gestiegen. „Mit insgesamt 10 661 arbeitslos gemeldeten Menschen konnte aber auch hier ein neuer Spitzenwert gegenüber den Vorjahren erzielt werden“, berichtet Miraß. Im Dezember 2017 waren noch 1179 mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt mit 9,2 Prozent knapp einen Prozentpunkt unter der des Vorjahres (10,1 Prozent). „Es ist das erste Mal seit der Wiedervereinigung, dass wir im Dezember eine Arbeitslosenquote unter zehn Prozent registrieren“, freut sich der Agenturchef.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist lediglich die Zahl arbeitslosen Ausländer angestiegen. Sie liegt mit einem Anteil von aktuell 7,7 Prozent an allen Arbeitslosen aber immer noch auf einem geringen Niveau. Im Dezember waren 820 Ausländer bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet.

Im Berichtsmonat befanden sich 852 Personen in einer beruflichen Weiterbildung. Das sind 107 mehr als im Vorjahr. Weiter rückläufig ist dagegen die Förderung von Arbeitsgelegenheiten. Auf dem sogenannten 2. Arbeitsmarkt wurden im Berichtsmonat 686 Frauen und Männer gefördert. Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat um 19,8 Prozent.

2019 will die Arbeitsagentur noch viel stärker in die Weiterqualifizierung insbesondere auch von Beschäftigten investieren. Die Jobcenter in Vorpommern-Greifswald können aufgrund neuer Fördermöglichkeiten Arbeitgeber umfangreicher als bisher unterstützen, wenn sie langzeitarbeitslose Menschen einstellen.

Arbeitslosenquote in der Kreisstadt am niedrigsten

Die Arbeitslosenquoten in den einzelnen Geschäftsstellen im Landkreis Vorpommern-Greifswald: Anklam 11,1 Prozent, Greifswald 7,5 Prozent, Pasewalk 12,1 Prozent, Ueckermünde 10,0 Prozent, Wolgast 9,2 Prozent. Im Vormonatsvergleich verzeichnete erwartungsgemäß die Geschäftsstelle Wolgast mit 1,3 Prozentpunkten den stärksten Anstieg. In den Geschäftsstellen Anklam, Greifswald, Pasewalk und Ueckermünde stieg sie moderat um 0,1 in Greifswald bis zu 0,5 Prozentpunkte in Ueckermünde.

Die Agentur für Arbeit, zuständig für den Rechtskreis SGB III – Arbeitslosenversicherung, betreute im Dezember 3860 Arbeitslose und damit 292 weniger als vor einem Jahr. Die Jobcenter, zuständig für den Rechtskreis SGB II – Grundsicherung, waren für 6801 arbeitslose Personen verantwortlich, 887 weniger als im Vorjahresmonat.

Was für ein Angebot: 1663 offene Stellen sind unbefristet

Im Dezember wurden 494 neue Arbeitsangebote durch den Arbeitgeberservice akquiriert. Insgesamt betreuen die Vermittler des Arbeitgeberservice aktuell 1966 offene Arbeitsstellen. Die größte Nachfrage stammt aus dem Bereich der Arbeitnehmerüberlassung (364). Diese Stellen doppeln sich jedoch zum Teil mit den Bedarfen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen (267), aber auch dem verarbeitenden Gewerbe (225), dem Gastgewerbe (221) und dem Handel mit 194 Offerten. Die Arbeitgeber bieten fast ausschließlich (98,2 Prozent) sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsmöglichkeiten, meist zur sofortigen Besetzung (90,7 Prozent) und in Vollzeit (81,3 Prozent). Bei 1663 Offerten (83,7 Prozent) handelt es sich um unbefristete Stellen.

Auch für Januar und Februar rechnet der Agenturchef noch einmal mit einem saisonal bedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit. „Die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften ist ungebrochen. Durch die neuen Förderinstrumente steigen auch die Jobchancen langzeitarbeitsloser Männer und Frauen. Ich rechne deshalb auch in 2019 mit einer weiteren Verbesserung der Marktlage“, prognostiziert Miraß.

OZ

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