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Greifswald Wer Biodiversität will, muss Pacht verringern
Vorpommern Greifswald Wer Biodiversität will, muss Pacht verringern
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06:50 17.02.2019
Ein wichtiger ökologischer Lebensraum ist der Blühstreifen, der nicht nur schön anzuschauen ist, sondern von dem vor allem Insekten profitieren. Quelle: OZ-LB
Greifswald

Mit 4500 Hektar Land ist die Stadt Greifswald ein Großgrundbesitzer in unserer Region ebenso wie die Universität und die Kirche. Dass das Interesse der Landwirte an der Bewirtschaftung groß, zeigte eine bestens besuchte Informationsveranstaltung im Bürgerschaftssaal. Dort forderten beispielsweise junge Tierhalter aus Behrenhoff und Groß Kiesow mehr Flächen für sich und wiesen unter anderem auf von ihnen bereits geschaffene Arbeitsplätze hin.

Auf der Veranstaltung wurde gemeinsam nach Kriterien bei anstehenden Neuverpachtungen von Flächen gesucht, über die letzten Endes die Bürgerschaft entscheiden muss, betonte Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne). Mit der vom Stadtparlament im Juli 2018 beschlossenen Konzept für eine nachhaltige Landwirtschaft gibt es eine Grundlage. Dass darin kein Pestizidverbot enthalten ist, führte übrigens zu Kritik von Naturschutzverbänden. „Dreiviertel der Betriebe haben eine Kooperationsvereinbarung mit uns zur nachhaltigen Landwirtschaft unterschrieben“, sagte der OB.

Das Land verpachtet seine 85.000 Hektar vorrangig an veredlungsintensive Betriebe wie Milchviehhalter, Ökolandwirte und Jungbauern, erläuterte die zuständige Referatsleiterin im Landwirtschaftsministerium, Ute Piper. Inwieweit große Viehbestände für Greifswald ein Kriterium sein können, ist indes umstritten. Doreen Riske (Agrar GbR Groß Kiesow) argumentiert dagegen. Die in der GbR vereinten vier Bauern halten keine Tiere. Deren Erwartungen an die Stadt zur Verpachtung seien langfristige Verträge zur Planungssicherheit bei Verantwortung der Betriebe für Nachhaltigkeit und Artenvielfalt über biodiversitätsfördernde Maßnahmen. Riske sprach sich für Kontrollen und eine wissenschaftliche Begleitung aus. „Wir stellen sehr gern vor, was wir machen“, sagte die Bäuerin. Die Agrar GbR Groß Kiesow habe schon viel getan, aber die Landwirte seien nicht für alles verantwortlich. Die Diskussion in den Arbeitsgruppen zeigte die große Offenheit auch der Großbetriebe für Fruchtfolge, Blühstreifen und so weiter. „Für biodiversitätsfördernde Maßnahmen muss der Eigentümer die Pacht reduzieren“, machte Dagmar Riske deutlich. Eine Forderung, die mehrfach erhoben wurde. Wie eigentlich immer bei solchen Debatten wurde auch ein Wechsel der EU-Agrarförderung in Richtung Naturerhalt und Artenschutz gefordert.

Weitere Ideen des Forums sind die Berücksichtigung der Zusammenarbeit der Landwirte mit regionalen Betrieben wie der Zuckerfabrik Anklam, die Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes durch die Art der Bewirtschaftung und der Trinkwasserschutz.

Dass den Greifswalder eine vielfältige Natur wichtig ist, das belegte der Greifswalder Geographieprofessor Daniel Schiller mit den Ergebnissen einer Umfrage in allen Stadtteilen. Nachhaltige Landnutzung, mehr Hecken, Gehölze, Gräben, Insekten, blühende Pflanzen und weniger riesige Flächen mit Monokulturen nehmen dort einen hohen Stellenwert ein.

Eckhard Oberdörfer

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