Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Fernsehkoch serviert Greifswaldern orientalische Küche
Vorpommern Greifswald Fernsehkoch serviert Greifswaldern orientalische Küche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:28 13.03.2019
Der aserbaidschanische Fernsehkoch Muhammad Abdullah und Restaurantmanager Berç Bartu Üzel freuen sich auf die Greifswalder Gäste. Quelle: Christin Lachmann
Greifswald

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Muhammad Abdullah vor einem Millionenpublikum im aserbaidschanischen Fernsehen seine Kochkünste präsentierte. Anderthalb Jahre arbeitete der 32-Jährige als TV-Koch. Nun will er Greifswalder Gaumen mit seiner traditionellen Küche verwöhnen. Seit Ende Januar steht der Koch im aserbaidschanischen RestaurantButa“ hinter dem Herd.

An seine Arbeit als Fernsehkoch denkt Abdullah gern zurück. Fast täglich bereitete er in einem Mittagsmagazin verschiedene Gerichte zu. „Wir hatten immer unterschiedliche Gäste in der Show. Freitags kam meistens eine Diätexpertin zu Gast“, sagt Abdullah und lacht. Ob Schauspieler oder Sänger – mit so einigen aserbaidschanischen Prominenten schnibbelte Abdullah Zutaten und brachte die Herdplatten zum Glühen.

Für Greifswald hat Muhammad Abdullah die TV-Kochschürze an den Nagel gehängt

Heute arbeitet der ehemalige TV-Koch fast täglich in dem neu eröffneten RestaurantButa“ am Fischmarkt. „Ich wollte die aserbaidschanische Küche nach Europa bringen“, begründet Abdullah, warum er seine TV-Karriere an den Nagel hängte. Während er in seiner Heimat auf der Straße erkannt und angesprochen wurde, kann er sich in Greifswald auf seine neue Arbeit konzentrieren.

Ob mit Fleisch und Reis gefüllte Weinblätter oder handgemachte Nudeln mit Hackfleisch. Die typisch aserbaidschanische Küche ist deftig und wird mit orientalischen Gewürzen verfeinert. „Wir haben aber auch einige vegetarische Gerichte auf der Karte“, sagt Berç Bartu Üzel. Der 29-Jährige Restaurantmanager lebt seit anderthalb Jahren in der Hansestadt und stammt aus der türkischen Bosporus-Stadt Istanbul. „Dort habe ich als Ingenieur gearbeitet. Doch ich wollte schon lange in der Gastronomie.“ Sein Traum wurde Wirklichkeit als er auf die jetzige Geschäftsführerin des Restaurants „Buta“ traf. Die Idee, ein aserbaidschanisches Restaurant in der Hansestadt zu eröffnen, sie entstand bei einem Deutschkurs in der Volkshochschule. Dort lernte er die Aserbaidschanerin Zarina Kazimova kennen.

Internationaler Flair im „Buta

Nachdem sie sich mehrere leerstehende Läden angeschaut haben, mietete Zarina Kazimova und Namig Guliyev die Räumlichkeiten am Fischmarkt und leiten das Restaurant. Bis zu 70 Gäste können die acht Mitarbeiter dort empfangen. „Ab April öffnen wir auch die Terrasse. Im Sommer planen wir ein Grillbuffet anzubieten“, sagt Üzel. An sieben Tagen die Woche hat das „Buta“ ab 11.30 Uhr geöffnet. Unter der Woche wird ein Mittagstisch zwischen vier und sechs Euro angeboten. „Die Mittagsgerichte wechseln täglich“, erklärt Üzel.

Im Restaurant herrscht internationaler Flair. Die Mitarbeiter stammen aus Syrien, der Türkei, Tunesien und aus dem Aserbaidschan. Nicht jeder spricht deutsch oder die Muttersprache des anderen. Da kann auch der Restaurantmanager schon mal durcheinander kommen. Als Üzel in seiner Muttersprache mit der tunesischen Bedienung Sabri Farza spricht, muss der 27-Jährige Farza seinen Vorgesetzten daran erinnern, dass er kein türkisch spricht. Beide lachen. „Ich spreche deutsch, arabisch, französisch und englisch. Aserbaidschanisch kann ich nur ein bisschen“, gesteht Farza, der halbtags im Restaurant aushilft.

Die neue Heimat

Trotz einiger sprachlichen Hindernissen klappe die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern sehr gut, versichert Üzel. Auch wenn er zwischendurch mal dolmetschen muss: „Das mache ich aber sehr gern.“ Der Restaurantleiter spricht deutsch, türkisch und englisch. Aserbaidschanisch und türkisch weisen eine enge sprachliche Verwandschaft auf.

Sowohl Üzel als auch Chefkoch Muhammad Abdullah fühlen sich in der Hansestadt wohl. Beide mögen das ruhige Leben in der Greifswald. Doch etwas vermissen beide: die Familien. Koch Abdullah, verheiratet und Vater zweier Töchter, will seine Familie bald in die Hansestadt nachholen.

Christin Lachmann

Wo sind Leonies Kuscheltiere in Torgelow geblieben? Darüber rätselte nicht nur die Stadt, sondern auch die Anwohner. Jetzt löst der Vater von Leonie das Rätsel auf.

12.03.2019

Die Schau des Nürnberger Künstlers ist bis Mitte Mai in der Galerie Schwarz zu sehen.

12.03.2019
Greifswald Sind die Gemeinden selber schuld? - Häfen und Brücken schädigen Strände

Die Abtragung von Sand durch Wind und Wellen ist ein natürlicher Prozess, der auch Lubmin betrifft. Aber der Bau des Hafens und der Marina hat diesen Prozess verstärkt.

12.03.2019