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Greifswald Auf Wanderwegen durch den Naturpark „Flusslandschaft Peenetal“
Vorpommern Greifswald Auf Wanderwegen durch den Naturpark „Flusslandschaft Peenetal“
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13:23 10.07.2019
Frank Hennicke, Leiter des Naturparks „Flusslandschaft Peenetal", vor einer Karte, die das gesamte Gebiet zeigt. Quelle: Petra Hase
Vorpommern-Greifswald

Paddeltouren auf der Peene sind längst kein Geheimtipp mehr. Was früher den Einheimischen vorbehalten war, findet bei Touristen immer häufiger Gefallen. Auch geführte Exkursionen erfreuen sich großer Beliebtheit. Eine Reihe von Touristikern wirbt erfolgreich mit besinnlichen Erkundungen. „Zählte das Peenetal 2014 noch 40000 Besucher waren es im vergangenen Jahr bereits 68000“, sagt Frank Hennicke, Leiter des NaturparksFlusslandschaft Peenetal“.

Mit seinen Fischotter- und Biberpopulationen, seltenen Fisch- und Vogelarten sowie vielen schützenswerten Pflanzen ist der 334 Quadratkilometer große Naturpark ein Stück übrig gebliebenes Paradies. Das Peenetal vom Nordwestufer des Kummerower Sees bis zur Peenemündung östlich von Anklam gilt als eines der größten zusammenhängenden Niedermoorgebiete Mittel- und Westeuropas. „Zugleich handelt es sich um den einzigen Fluss Deutschlands, der noch so naturbelassen ist“, sagt Hennicke. Da sehr viel Fläche aufgrund des renaturierten Moores unzugänglich sei, schützt sich die Peene weitestgehend selbst vor schädlichen Einflüssen. Auch deshalb existiert hier kein Massentourismus. Ein umfangreiches Wegenetz, große Campingplätze, laute Vergnügungen – Fehlanzeige. Dennoch gebe es Bestrebungen, die vorhandenen Angebote für sanften Tourismus auszubauen. Dem ordnen sich insgesamt fünf von der EU geförderte Infrastrukturprojekte unter, „die wir bis 2021 umsetzen wollen“, berichtet der Naturparkleiter.

Lückenschluss mit Wegebau

Nachdem bereits im Dezember 2018 ein weiterer Ausstellungsraum im Naturparkzentrum in Stolpe über den EU-Fonds für Großschutzgebiete (GSG) fertiggestellt werden konnte, laufe jetzt die Planung und Antragstellung für weitere Vorhaben. „Zum einen wollen wir in der Vorwerker Schweiz und im Grüttower Grund Beobachtungstürme errichten“, sagt Hennicke. Einer sei bereits genehmigt und werde 2020 realisiert, der andere voraussichtlich im Jahr darauf. Parallel dazu laufe derzeit der Förderantrag für einen 550 Meter langen Kunststoffbohlenweg von Liepen Richtung Priemen, wo sich ein vorhandener Wanderweg anschließt. Ein weiterer Pfad aus dem gleichen Material soll danach im Grüttower Grund verlegt werden, um auch hier einen Lückenschluss zu erzielen.

„Das alles ordnet sich dem großen Projekt Naturparkweg unter. Er soll praktisch alle Naturparks im Land – von der Schaalseeregion im Westen entlang des Peenetals bis zur Insel Usedom und dem Naturpark Stettiner Haff – miteinander verbinden und dabei vorhandene Wege nutzen“, erklärt Frank Hennicke. Dabei stelle das Peenetal „die größte Baustelle“ dar, weil kaum Wege vorhanden seien. Das bereits vor etwa drei Jahren realisierte Projekt bei Zeitlow sei deshalb bereits ein großer Fortschritt gewesen: „Dort haben wir mit nur 200 Meter neu verlegten Kunststoffbohlen einen durchgehenden Wanderweg über rund 25 Kilometer von Loitz über Demmin bis Verchen ermöglicht.“ Das gesamte Unterfangen sei ein langwieriger Prozess, in dem Planung und Antragstellung viel Zeit rauben. Absprachen mit Flurstückseigentümern, Behörden, Gemeinden, Planern ... müssten getroffen, Anträge an Zuwendungsgeber geschrieben werden. Und das alles quasi zusätzlich. Denn die eigentlichen Aufgaben der sechs Naturpark-Mitarbeiter betreffen nach wie vor andere Bereiche: Pflege der Biotope, Unterstützung von Vorhaben Dritter bei der Nutzung des Naturparks und das Monitoring verschiedener Tier- und Pflanzenarten.

Kooperation mit Touristikern

Nicht zu vergessen: die Umweltbildung. „Im vorigen Jahr haben wir allein über 100 Veranstaltungen organisiert und an die 7000 Besucher betreut, davon etwa 2000 im Naturparkzentrum“, blickt Hennicke zurück. Sehr gut kämen jene Angebote an, die in Kombination mit den Touristikern veranstaltet werden. „Beispielsweise kann man mit einem Guide erst auf der Peene paddeln und anschließend mit einem unserer Ranger eine geführte Wandertour unternehmen“, so der Naturparkchef. Unterm Strich hätten alle etwas davon: die Gäste, das Unternehmen „und wir, weil wir gezielt Einfluss nehmen können auf die Art der touristischen Angebote und die Besucherlenkung“, verdeutlicht er. Da sich die meisten der Beteiligten seit vielen Jahren kennen, sei es ein gutes Miteinander.

Frank Götz-Schlingmann, Vorsitzender des Fördervereins des Naturparks, neben einem Biberbild. Quelle: HGW

Das bestätigt Frank Götz-Schlingmann, Vorsitzender des Fördervereins Flusslandschaft Peenetal, in dem neben Naturschützern und Touristikern auch Land- und Forstwirte vereint sind. Gemeinsam wollen sie dafür eintreten, die Einmaligkeit dieses Landstrichs zu erhalten. „Allerdings bereitet uns die zunehmende Präsens von Hausbooten Sorge“, sagt der Vereinschef. Gab es in der Vergangenheit etwa ein gutes Dutzend dieser Gefährte auf der Peene, „sind es mittlerweile um die 30“, weiß Hennicke. Doch nicht die Anzahl sei das Übel. „Das Problem ist der Charakter eines Hausboots. Die Leute wollen grillen, angeln, im Schilfgürtel oder sogar mitten im Fluss ankern und dort übernachten“, fügt er hinzu. Das bedeute für die Natur ein erhebliches Störpotential. „Der Fluss bietet ein hohes Maß an Lebensqualität. Doch der Tourist zerstört das, was er sucht, in dem er es findet“, bringt es Götz-Schlingmann auf den Punkt. In den meisten Fällen sei es bisher bei Verwarnungen geblieben. „Doch ich schätze, dass uns dieser Konflikt in den nächsten Jahren verstärkt begleiten wird“, fürchtet Hennicke. Die Konsequenz werde wohl oder übel mehr Kontrolle sein.

Petra Hase

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