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Greifswald Auf den Spuren Wolfgang Koeppens
Vorpommern Greifswald Auf den Spuren Wolfgang Koeppens
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03:52 18.06.2013
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Greifswald

Literarische Abende, Ausstellungen, eine Stadtführung, Filme und Musik. Die Greifswalder Koeppentage halten traditionell einen reichen Katalog an Veranstaltungen bereit. Das soll 2013 nicht anders sein, wenn das Motto lautet: „Nach der Heimat gefragt...“

Auftakt der diesjährigen Gedenktage an den Nachkriegsschriftsteller Wolfgang Koeppen (1906-1996) bildete gestern Abend eine Ausstellungseröffnung in seinem Geburtshaus. Unter dem Titel „Wir wollen freie Menschen sein“ erinnert die Plakatschau an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953. Konzipiert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erzählt sie die Geschichte einer gescheiterten Revolution. Zeitgeschichte, wie sie in Koeppens Werk Widerhall fand. Doch was geht uns der 17. Juni heute noch an? Der Theaterwissenschaftler Olaf Jelinski und die Schauspielerin Sonja Hilberger gaben darauf in der anschließenden Lesung Antworten. Oder besser: einen „Denkanstoß“, so der Anspruch des Programms, das die Heinrich Böll Stiftung initiierte.

Koeppen im Jahre 2013? Projektleiterin Kati Mattutat vom Literaturzentrum Vorpommern als Veranstalter hegt keinen Zweifel an der Aktualität des Schriftstellers: „Seine Themen sind universell. Und wir hoffen natürlich, seine Werke mit unseren Angeboten präsent zu halten“, sagt sie. Andere Bundesländer seien da allerdings weiter. In Baden-Württemberg und Hamburg etwa gehöre der Autor Koeppen zum Abiturstoff. In MV nicht. Trotzdem sei das Interesse an dem Schriftsteller lebendig — zumindest in Greifswald. Kulturamtsleiterin Anett Hauswald sieht das ähnlich: „Mit den Bezügen zum Heute trägt man dazu bei, Koeppen unter den Greifswaldern bekannt zu machen. Wenngleich er eigentlich längst in Greifswald wieder angekommen ist“, erklärt sie. Auch bundes-, ja sogar europaweit habe er Bedeutung erlangt. Die literarische Stadtführung „Auf den Spuren Wolfgang Koeppens“ fand 2012 beispielsweise so große Resonanz, berichtet Kati Mattutat, „das wir sie in diesem Jahr wiederholen“. An seinem Geburtstag, dem 23. Juni, lädt Monika Schneikart von der Uni Greifswald zum Besuch von Orten ein, die in Koeppens autobiografischem Text „Jugend“ eine Rolle spielen, auch wenn sie nicht explizit genannt wurden.

Darüber hinaus glaubt Mattutat, den Nerv der Koeppenhaus-Gäste auch mit dem Konzertabend zu treffen: Sie selbst freut sich sehr auf „Der singende Tresen“ (28. Juni). Die Berliner Band habe einen unverwechselbaren Stil entwickelt: Akustikfolkpunk mit Anklängen von Klezmer, Jazz und Blues sowie Einflüssen von Eisler, Weill und Waits. Aber eigentlich „bin ich auf alles gespannt“, verrät Mattutat.

Koeppentage 2013
„Nach der Heimat gefragt...“ lautet der Titel der Koeppentage, die bis 4. Juli andauern. Die nächste Lesung findet am 27. Juni, 20 Uhr, mit Anne Seeck und Bernd Gehrke statt: „Das Begehren, anders zu sein“.

Das ganze Programm unter www.koeppenhaus.de; Karten im Cafe Koeppen, Bahnhofstraße 4

Petra Hase

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