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Greifswald Die jungen Kiefern brauchen dringend Wasser
Vorpommern Greifswald Die jungen Kiefern brauchen dringend Wasser
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07:00 28.04.2019
Im Revier Jägerhof wird eine Fläche mit jungen Kiefern aufgeforstet. Förster Wolfgang Oehmichen stimmt sich mit Birgit Spiering, einer erfahrenen Forstwirtin, ab. Quelle: Cornelia Meerkatz
Jägerhof

Der Leiter des Forstreviers Jägerhof blickt in diesen Tagen immer wieder zum Himmel, ob sich nicht doch die Spur einer Regenwolke zeigt. „Diese lange Frühjahrstrockenheit macht uns erheblich zu schaffen. Gerade ist die Frühjahrsaufforstung abgeschlossen, aber ich habe große Sorge um die Pflanzen, weil wohl viele von ihnen nicht anwachsen werden“, sagt Förster Wolfgang Oehmichen (60) aus Jägerhof.

In seinem Revier haben die Forstwirte zusammen mit Auszubildenden auf mehreren Hektar neben Tausenden Kiefern auch Buchen und Erlen gepflanzt. Birgit Spiering gehört zu den alten Hasen auf diesen Gebiet: „Wir verwenden zweijährige Kiefernsetzlinge. Die Pflanzen müssen mit ihren Wurzeln 30 Zentimeter tief im Boden sein, damit sie später auch Halt finden“, erläutert Spiering. Kraftvoll sticht die erfahrene Forstwirtin mit dem sogenannten „Göttinger Fahrradlenker“ die Pflanzlöcher auf dem eineinhalb großen Areal vor. Vorsichtig zieht sie die Pflanzen dann aus der Tasche. „Wenn die Setzlinge festgetreten werden, muss garantiert sein, dass sie gerade stehen und die feinen Haarwurzeln keinen Schaden genommen haben“, erläutert Oehmichen. Wegen der langen Trockenheit wurden die Setzlinge vor dem Pflanzen sogar gewässert und geschlemmt. Das soll das Anwachsen begünstigen. Doch die Erde ist knochentrocken, platzt an vielen Stellen schon auf ...

Normalerweise sei davon auszugehen, dass etwa 95 Prozent der Pflanzen anwachsen. Schon 2018 sei das nicht so gewesen, habe es wegen der Dürre große Ausfälle auf aufgeforsteten Flächen gegeben, die auch nicht durch Naturverjüngung zu kompensieren waren. In diesem Jahr glaubt er auch nicht an die 95 Prozent. Wenn es nicht demnächst reichlich Regen gibt und es dann vielleicht 60 Prozent werden, dann sei das schon ein sehr gutes Ergebnis. „Es fehlt eben an Wasser. Feuchtigkeit ist für das Gedeihen der jungen Pflanzen ganz entscheidend“, so der Förster. Der Grundwasserstand sei nach der Trockenheit im vergangenen Jahr noch immer auf einem viel zu niedrigen Level – teilweise noch 1,5 Meter niedriger als normal. Und nun falle schon wieder seit Wochen kein Regen.

Im Revier Jägerhof wird eine Fläche mit jungen Kiefern aufgeforstet. Lehrmeister Thomas Dahlmann (r.) erklärt dem Lehrling Philipp, wie richtig gepflanzt wird. Im Hintergrund die Forstwirte Gerd Dankwardt und Ralf Kapkowski. Quelle: Cornelia Meerkatz

Zur Gesunderhaltung des Waldes sei es jedoch wichtig, dass jährlich neue, junge Pflanzen in den Boden kommen. Denn andere, große Bäume – vor allem Buchen und Kiefern – müssen geerntet werden. Der Holzeinschlag im Forstamt Jägerhof, zu dem neben Jägerhof auch die Reviere Jagdkrug, Karlsburg/Züssow, Spandowerhagen, Buddenhagen und Murchin gehören, beträgt alljährlich mehrere tausend Festmeter. Zwei Drittel dieses Holzeinschlags werden im ersten Halbjahr erledigt. In dieser Zeit erfolgt auch die Aufforstung, weil es eigentlich im Frühjahr häufiger regnet. Sorgenfalten treibt Wolfgang Oehmichen und seinen Kollegen zudem der Borkenkäfer ins Gesicht. Der Schädling hat viele Fichten so stark geschädigt, dass sie zusätzlich gefällt werden müssen.

Nach fünf Jahren sollen eigentlich die neuen Kiefern-, Buchen- und Erlenkulturen mannshoch sein. Wenn das gelingt, können in 150 Jahren im Jägerhofer Wald gesunde große Bäume geerntet werden. Förster Oehmichen hat die Hoffnung, dass es wenigstens ein Teil der jungen Pflanzen schaffen wird.

Cornelia Meerkatz

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