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Greifswald Endlich: Ausbau des Ostseeküsten-Radweges kommt
Vorpommern Greifswald Endlich: Ausbau des Ostseeküsten-Radweges kommt
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17:09 11.03.2019
Holprig und uneben: So sieht der Abschnitt des Ostseeküsten-Radweges im Amt Landhagen derzeit noch aus. Quelle: Pauline Rabe
Mesekenhagen

Gute Nachrichten für den Ausbau des Ostseeküsten-Radweges im Bereich des Amtes Landhagen: Ein Wurzelgutachten über die Bäume an der ehemaligen B 96 belegt, dass die geschützte Allee bei einer Erneuerung der Straße nicht beschädigt werden würde. „Das heißt, wir konnten nun alle notwendigen Unterlagen einreichen und warten nur noch auf den Fördermittelbescheid, bevor es an den Ausführungsplan und die Ausschreibung der Bauarbeiten geht“, sagt Landhagens Bauamtsleiterin Gundula Neumann. Im besten Fall sei noch in diesem Jahr Baubeginn – nach mehr als 13 Jahren Planung.

Für das Wurzelgutachten wurden elf Bäume ausgewählt, die stellvertretend für den gesamten 6,3 Kilometer langen Abschnitt stehen. „Es wurden die untersucht, deren Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, bei einem Ausbau der Strecke beschädigt zu werden“, erklärt Neumanns Kollege Sven Weißflog und meint jene Bäume, die am dichtesten zur alten B 96 stehen. Trotz der unmittelbaren Nähe hätte sich beim Blick ins Erdreich gezeigt, dass nur ihre Feinwurzeln unter die Straße ragen. „Werden diese beschädigt, macht das dem Baum nichts aus.“ Es werde weder seine Statik gefährdet, noch könne er absterben.

Patrick Dahlemann, parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern (v. r.), übergibt Landhagens Bauamtsleiterin Gundula Neumann und Mesekenhagens Bürgermeister Geert-Christoph Seidlein den Zuwendungsbescheid für das Wurzelgutachten der Bäume der ehemaligen B 96. Quelle: Pauline Rabe

Rund 30 000 Euro hat das Wurzelgutachten gekostet. Finanzielle Unterstützung für den Eigenanteil der Gemeinden Mesekenhagen, Neuenkirchen und Wackerow gab es vom parlamentarischen Staatssekretär Philipp Dahlemann (SPD). Er übergab Mesekenhagens Bürgermeister Geert-Christoph Seidlein Fördermittel in Höhe von 7 000 Euro. „Ich freue mich, dass es nun endlich weitergehen kann“, sagt Dahlemann. Für ihn komme dem Ostseeküsten-Radweg eine besondere Bedeutung für Vorpommern zu. Er sei nicht nur touristisch sehr reizvoll, sondern auch für die Mobilität der Menschen im ländlichen Raum wichtig. Deshalb bedankte er sich für die ausdauernde Geduld der drei Gemeinden.

Für Seidlein, in dessen Gemeinde etwa 70 Prozent der auszubauenden Strecke im Amt Landhagen fällt, kam ein Aufgeben nie infrage: „Unser Argument für den Ausbau war stets, dass wir die vorhandene, für den Autoverkehr nicht zwingend notwendige, Trasse unbedingt nutzen sollten“, erklärt er. Das nun vorlegende Wurzelgutachten ebne den Weg für den Ausbau der Straße zu einem gut befahrbaren Teil des Radweges. Der jetzige Straßenbelag sei aufgrund von Kleinpflaster eine Zumutung für die Radler. Außerdem entspreche die alte B 96 nicht den modernen Standards, da es keine Entwässerung durch Regenkanäle gibt. Für den Ausbau sollen insgesamt 3,5 Millionen Euro investiert werden. Der Mesekenhäger Bürgermeister ist indes nicht sehr optimistisch, dass schon 2019 gebaut wird.

Holprig und uneben: So sieht der Abschnitt des Ostseeküsten-Radweges im Amt Landhagen derzeit noch aus. Quelle: Pauline Rabe

Der Ostseeküstenradweg führt vom Kreisverkehr Richtung Greifswald künftig an der Kreisstraße an Neuenkirchen vorbei weiter. Dass dafür große, alte Kastanien gefällt werden sollen, sorgte im letzten Jahr für Proteste. Die Fällung wurde vom Landratsamt genehmigt. Aber gebaut wird bisher nicht. Kreissprecher Achim Froitzheim dementiert, dass ein neues Baumschutzgutachten in Auftrag gegeben werden muss. „Richtig ist, dass die Abstimmungen zwischen dem Bauamt, der Unteren Naturschutzbehörde und den zu beteiligenden Umweltschutzverbänden noch nicht abgeschlossen sind.“

Diese Kastanien sollen dem Ostseeküstenradweg weichen Quelle: Eckhard Oberdörfer

Auch ab Neuenkirchen Richtung Greifswald laufen auf der schon bestehenden Trasse noch keine Bauarbeiten. Wie Stadtsprecherin Andrea Reimann informierte, liegt bisher die Entwurfsplanung für einen grundhaften Ausbau vor. Dafür müsse aber der Baugrund verbessert und ein alternativer Weg während der Arbeitsphase angelegt werden. Das bedeute sehr hohe Kosten. „Deshalb werden auch andere Möglichkeiten geprüft, so Reimann. Eine Variante ist die Sanierung des bestehenden Radwegs. Aktuell werde geklärt, ob auch eine Sanierung gefördert wird.

Pauline Rabe und Eckhard Oberdörfer

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