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Greifswald Der Weg ins Licht –oder ins Nichts
Vorpommern Greifswald Der Weg ins Licht –oder ins Nichts
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15:55 27.01.2019
Kunststudentin Paula Finsterberg und ihre Kommilitonin Maiken Albert besuchen regelmäßig die Ausstellungen in der Greifswalder Caspar-David-Friedrich-Galerie. Naheligend, denn die beiden Frauen sind Studierende des Caspar-David-Friedrich-Instituts in Greifswald. Quelle: Anne Ziebarth
Greifswald

Vor der offiziellen Eröffnung der Ausstellung Walter Herzogs mussten die Organisatoren schnell noch einige Stühle in den Saal tragen, so groß war das Publikumsinteresse. Rund 50 Gäste waren gekommen, um sich die Zeichnungen und Radierungen des in der Nähe von Dresden geborenen Künstlers anzusehen.

Die Nähe zu den Romantikern des 19. Jahrhunderts ist in den Arbeiten Herzogs überdeutlich. Manche Motive Caspar David Friedrichs greift er direkt auf, beispielsweise die Klosterruine Eldena oder den Uttewalder Grund. Das imposante Felsmotiv mit dem Durchgang bekommt bei Herzog aber eine ganz eigene Note.

Walter Herzog Uttenwalder Grund, 78 x 57 cm, 1996, lavierte Federzeichnung Quelle: CDF-Zentrum

Herzog verzichtet auf den Himmel als Orientierungspunkt, der bei Friedrich zu sehen ist, und holt das Felsentor dichter heran“, erklärt Prof. Dagmar Lißke von der Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft. „Tore und Durchgänge, Wege findet man in vielen Arbeiten Herzogs.“ Tatsächlich sind es die hellen Bereiche, die sich hinter den Durchgängen auftun, die die Blicke des Betrachters anziehen. Was verbirgt sich dort? „Das Helle, das Offene, das Nichts?“, fragt Rißke. Bedrohlich wirken diese Leerräume trotzdem nicht, den melancholischen aber trotzdem warmen Farben der Radierungen sei Dank. „Die Abzüge macht übrigens die Frau des Künstlers, Christine Herzog“, so Lißke. „Und das, wie ich finde, ganz hervorragend. In das reine Schwarz mischt sie etwas Gelb, hat sie mir erzählt.“ Bei einer Ätzradierung wird eine Kupferplatte mit dem sogenannten Ätzgrund beschichtet und eine Zeichnung mithilfe einer Nadel in die Platte geritzt. Dann folgt ein Säurebad, bei dem die freigeritzten Bereiche der Kupferplatte geätzt werden, sich also vertiefen.Die Kupferplatte wird nach der Reinigung mit Druckfarbe bestrichen – jetzt können Abzüge erstellt werden. „Für den Druck haben wir uns ein Atelier gemietet“, erzählt der 82-jährige Herzog. „Aber die chemischen Prozesse der Ätzung mache ich bei mir auf dem Balkon.“

Die Ausstellung in der Caspar-David-Friedrich-Galerie ist noch bis zum 22. April zu sehen, die Arbeiten Herzogs können auch erworben werden.

Anne Ziebarth

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