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Greifswald Baggern für das Justizzentrum Greifswald
Vorpommern Greifswald Baggern für das Justizzentrum Greifswald
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18:10 07.08.2019
Visualisierung: So soll der Neubau des Justizzentrums in der Domstraße einmal aussehen. Quelle: Buttler Architekten
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Greifswald

An der Domstraße gehen die Arbeiten auf einer der größten Baustellen der Hansestadt voran. Hier entsteht bis 2022 das Justizzentrum Greifswald – alle fünf Gerichte sollen dann auf dem Gelände gegenüber der Jacobikirche untergebracht sein. Ein Neubau für rund 18,5 Millionen Euro wird direkt an die bereits vorhandene Bausubstanz anschließen und die dafür nötigen Flächen schaffen. Bauherr ist der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL).

Finanzgericht soll endlich aus den Räumen in der Spiegelsdorfer Wende

Neubau Justizzentrum in Greifswald: Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU), Prof. Michael Suthoff (Präsident des Finanzgerichtes und des Oberverwaltungsgerichtes), Frank Meyer, stellv. Projektleiter BBL, und Winfried Tasler, Leiter Geschäftsbereich BBL Neubrandenburg (v.li.). Quelle: Anne Ziebarth

Über den Baufortschritt des Prestigeprojektes wollte sich auch Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) informieren. „Ich freue mich sehr, dass wir gut im Zeitplan liegen“, sagt sie. „Ich denke vor allem an den Umzug des Finanzgerichtes. Die Räume in der Spiegelsdorfer Wende sind nur bedingt geeignet und ich bin froh, den Mitarbeitern signalisieren zu können, dass es vorangeht.“ Bisher sind bereits das Oberverwaltungsgericht, das Landesverfassungsgericht, das Verwaltungsgericht und Teile des Amtsgerichts am Standort in der Domstraße zu finden. Zum Jahr 2022 sollen in das Zentrum dann die restlichen Bereiche des Amtsgerichtes und des Finanzgerichtes einziehen.

„Weiße Wanne“ sperrt das Wasser aus

Noch klafft im Hof der Domstraße 7 aber eine tiefe Baugrube, hier entsteht der Keller des Neubaus. „Es handelt sich um eine acht Meter tiefe Bohrpfahlgründung“, erklärt BBL-Pressesprecher Christian Hoffmann. Die sei aus Stabilitätsgründen nötig. „Um das hoch anstehende Wasser abzuhalten, verwenden wir ein relativ neues Verfahren mit dem Namen Weiße Wanne.“ Eine wasserdichte Folie wird an die dicht an dicht liegenden 213 Pfahlbohrungen angelegt und nachher mit Beton ausgekleidet, dann folgt die Abdichtung durch eine Bodenplatte.

Hohlpfennig aus der Münzstelle Greifswald gefunden

Bei den Erdbauarbeiten seien auch einige archäologische Fundstücke ans Licht gekommen, der Standort unmittelbar an der Stadtmauer ließ so etwas bereits vermuten. „Ich hatte ja etwas Sorge um den Zeitplan“, gibt Frank Meyer, stellvertretender Projektleiter des BBL, zu. „Aber die Zusammenarbeit mit der Bodendenkmalpflege war ausgezeichnet.“ Verschiedene Spuren, wie Feuerstellen oder ausgehobene Schächte, deuten nach einem ersten Grabungsbericht auf Besiedlung hin, sogar eine Münze kam ans Tageslicht: ein Hohlpfennig aus der Münzstelle Greifswald. Die Funde stammen aus dem 13. bis 19. Jahrhundert.

Modulbauweise ermöglicht Veränderung der Raumaufteilung

Das neue Gebäude wird sich stilistisch an das Grundbuchamt des Amtsgerichtes anpassen. Quelle: Anne Ziebarth

Der Neubau, der sich optisch an dem in Rostrot gehaltenen Gebäude des Grundbuchamtes orientiert und später einmal 18,5 Meter hoch sein wird, lässt sich nahtlos an die bestehenden Gebäude einpassen. „Fenster raus, Tür rein“, fasst Winfried Tasler (Leiter BBL für den Bereich Neubrandenburg) kurz zusammen. „Das bestehende Gebäude ist so konzipiert, dass man einen Anbau quasi andocken kann.“ Auch im Inneren zeigen sich die Häuser flexibel. „Wir können die Raumaufteilung relativ einfach verändern, sollte sich mal ein anderer Platzbedarf herausstellen“, so Tasler. Die Konzentration der Justizstandorte an einem Standort sei auch mit wirtschaftlichen Verbesserungen bei den Betriebskosten verbunden. „Die Gebäudereinigung oder Pflege der Grünanlagen ist an einem Standort viel besser zu koordinieren und dementsprechend günstiger.“

Mit neuer Technik ins digitale Zeitalter der Justiz

Das neue Zentrum wird zwar nicht zur „Zusammenarbeit“ der einzelnen Gerichte führen, bietet aber nach Ansicht des Präsidenten des Oberverwaltungsgerichtes, Michael Sauthoff, durchaus Raum für Synergieeffekte. In der Nutzung einer Bibliothek zum Beispiel – oder einer gemeinsamen Wache. „Für mich ist es vor allem wichtig, dass die Bürger ein Anlaufzentrum haben, von dem sie wissen: Hier finde ich alles“, meint Katy Hoffmeister. Auch ein anderer Aspekt sei nicht zu unterschätzen. „Im Neubau können wir problemlos alle Voraussetzungen für das Arbeiten mit elektronischen Akten schaffen“, sagt sie. „Im Rahmen der Digitalisierung wird die E-Akte die herkömmlichen Akten künftig komplett ersetzen. Insofern kommt der Neubau genau zur richtigen Zeit.“

Video:

Von Anne Ziebarth

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