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Greifswald Bandelin will neues Feuerwehrhaus bauen
Vorpommern Greifswald Bandelin will neues Feuerwehrhaus bauen
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16:22 29.04.2019
Die Unabhängige Wählergemeinschaft in Bandelin tritt unter anderem mit Ilka Wermuth, Rebecca Menzlin, Thomas Wielert, Jana von Behren, Erhard Spiering und Regina Rieck (v.l.) zur Kommunalwahl an. Quelle: Petra Hase
Bandelin

Der Plan ist älter als die jetzt zu Ende gehende Wahlperiode. Doch nun soll er endlich Gestalt annehmen: der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Bandelin mit zwei Stellplätzen für die Fahrzeuge, Sanitäranlagen und Gemeinschaftsraum. „Der Kreistag hat Anfang April beschlossen, dass die Gemeinde dafür 144 000 Euro erhält“, sagt Bürgermeisterin Jana von Behren. Nachdem die Planungen mehrfach abgespeckt wurden, belaufen sich die Gesamtkosten auf 790 000 Euro. Das Land habe angekündigt, das Vorhaben mit einer Sonderbedarfszuweisung in Höhe von 65 Prozent zu unterstützen. „Wir hoffen, die alte Kaufhalle, wo der Neubau errichtet werden soll, noch in diesem Jahr abreißen zu können“, sagt die Bürgermeisterin. Dafür seien Mittel in den aktuellen Haushalt eingestellt worden. Laufe es gut, wäre ein Baustart 2020 denkbar.

Die Planung von Tragwerk, Heizung, Lüftung, Sanitär sowie Elektro sei bereits beauftragt, sagt von Behren. „Am 14. Mai findet die Anlaufberatung statt“, bestätigt Leon Inderfurth vom Amt Züssow. Liege die Planung vor, werde sie dem Betrieb für Bau und Liegenschaften zur Genehmigung vorgelegt. „Dieser Weg muss eingehalten werden, wenn es um Sonderbedarfszuweisungen des Landes geht“, erläutert Inderfurth. Erst nach Prüfung durch die Landesbehörde könne das Projekt seinen weiteren Werdegang nehmen.

Wählergemeinschaft will Begonnenes zu Ende führen

„Für Außenstehende, die keinen Einblick in diese langwierigen Verfahren haben, ist es oft unverständlich, weshalb sich Vorhaben über Jahre hinziehen“, sagt Gemeindevertreterin Regina Rieck. Das Gerätehaus sei dafür nur ein Beispiel. „Als wir den Kameraden 2014 zwei neue Fahrzeuge überreichten, hofften wir noch, den Neubau zwei Jahre später einweihen zu können“, erinnert Jana von Behren, die die Arbeit der 22 Aktiven sehr wertschätzt. Doch das Projekt habe sich immer wieder verzögert – nicht zuletzt wegen zu hoher Kosten. Die Idee, unter einem Dach Wehr und Gemeindezentrum zu vereinen, wurde fallen gelassen. Da Gewerbesteuereinnahmen in Größenordnung wegbrachen, Zuweisungen des Landes ausblieben, aber Pflichtausgaben wie Amts-, Schul- und Kreisumlage trotzdem zu zahlen waren, blieb der Gemeindevertretung in den vergangenen Jahren kaum Spielraum, große Wünsche zu erfüllen. Das ändere sich jetzt langsam wieder. „Wir bekommen 2019 das erste Mal wieder Schlüsselzuweisungen vom Land“, sagt Rieck. Der Finanzhaushalt weist zwar immer noch ein Defizit von rund 69 000 Euro auf, dennoch gebe es Licht am Horizont.

Deshalb habe sich auch ein Großteil der jetzigen Gemeindevertreter bereit erklärt, zur Kommunalwahl am 26. Mai erneut anzutreten. „Als Wählergemeinschaft haben wir einige große Maßnahmen angeschoben. Die wollen wir nun auch zu Ende bringen“, begründet Regina Rieck. Dieses Engagement ist letztlich auch für die Bürgermeisterin Motivation gewesen, noch einmal für das Amt zu kandidieren. „Ich bin kein Alleinherrscher. Entscheidungen werden immer in großer Runde getroffen. Wir treten gemeinsam an, weil wir nur gemeinsam stark sind und keine privaten Interessen verfolgen“, betont Jana von Behren. Sie freue sich daher, dass die Unabhängige Wählergemeinschaft – ein Zusammenschluss jener zwei Gruppen, die 2014 antraten – jetzt elf Kandidaten ins Rennen schickt. Darunter seien bekannte, aber auch neue Gesichter wie der stellvertretende Wehrleiter Thomas Wielert und Jugendwartin Rebecca Menzlin. Daneben bewerben sich um die neun Plätze im Gemeinderat drei Einzelbewerber: Peter Eisenbeis, Jens Mattner und Christin Salatzkat. Parteien treten nicht an.

Gemeinde drängt auf Lösung fürs Kulturhaus

Ziel der Wählergemeinschaft für die neue Legislatur sei es, so Jana von Behren, neben dem Gerätehaus auch endlich einen Fortschritt beim Kulturhaus zu erzielen. Die Gemeinde halte einen Abriss aufgrund des maroden Gebäudezustandes für unabwendbar. „Es ist mittlerweile eine Riesengefahrenquelle“, appelliert sie an den Landkreis als Eigentümer, endlich zu handeln. Im Falle eines Verkaufs würde die Gemeinde von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen, das Kulturhaus abreißen und das Areal als Grünfläche nutzen – für Veranstaltungen oder als Übungsplatz für die Feuerwehr.

Ziel sei es auch, eine Lösung für die stark sanierungsbedürftige Kapelle in Kuntzow zu finden. Sie befindet sich im Eigentum der Gemeinde. „Wir haben gehofft, im Verbund mit der Kirche etwas zu erreichen“, so von Behren. Doch ohne Eigenmittel sei nichts zu bewegen. Außerdem bestehe der feste Wille, das Dorfleben in Bandelin wieder zu bereichern – und zwar mit medizinischen und/oder therapeutischen Angeboten. Platz gebe es im Kindergarten, Räume sollen renoviert werden. Die Frage sei allerdings, ob es Interesse gebe, sich dort anzusiedeln.

Wesentlich klarer sind da andere Vorhaben: Der Breitbandausbau startet demnächst, die Gasversorgung Vorpommern plant, auch Vargatz mit zu versorgen. Und noch in diesem Jahr sollen die zwei Buswartehäuschen an der L 35 erneuert werden. Die Mittel dafür seien eingeplant. Ebenso für das Häuschen in Vargatz, wobei der Standort noch unklar sei. Jana von Behren freut sich, dass es mit den Gemeindearbeitern zudem gelungen sei, Bandelin und die Ortsteile Schmoldow, Kuntzow und Vargatz auch rein optisch gut in Schuss zu halten. „Sie sind eine große Unterstützung“, sagt sie. Der Kauf neuer Kommunaltechnik sei daher richtig und wichtig gewesen.

Petra Hase

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