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Greifswald In der Fischerschule Greifswald soll Inklusion gelingen
Vorpommern Greifswald In der Fischerschule Greifswald soll Inklusion gelingen
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06:00 13.05.2019
Heike Kagel, Leiterin der Integrierten Gesamtschule Erwin Fischer, steht im neuen Schulgebäude. Auf drei Geschossen werden dort knapp 600 Schüler Platz finden. Im Hintergrund ist die Aula zu sehen. Quelle: Christopher Gottschalk
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Greifswald

 Lange, dunkle Gänge und getrennte Räume gehören der Vergangenheit an, stattdessen zählen Durchgänge zwischen den Räumen, Platz und natürliches Licht. Zumindest wird das so sein in der Integrierten Gesamtschule Erwin Fischer (IGS) in Schönwalde I. Dort soll Inklusion gelingen und pünktlich zum neuen Schuljahr der Ersatzneubau eröffnen. Anlässlich des 5. Tages der Städtebauförderung wurde das Projekt der Öffentlichkeit gezeigt.

Fischerschule bekommt Atrium

Direkt neben dem alten Schulgebäude der IGS entsteht der Neubau mit einem Atrium, das gleichzeitig als Aula dient. In Zukunft können dort Konzerte mit mehreren hundert Besuchern stattfinden. Das Atrium zieht sich durch alle drei Geschosse, alle Räume sind von dort aus zu erreichen und beim Rundgang durch die durchgängig miteinander verbundenen Klassen- und Arbeitszimmer fällt der reichlich vorhandene Platz ins Auge. Der Innenausbau ist in vollem Gange: Die Wände weiß, die Fenster wurden eingesetzt, Kabel hängen von der Decke, noch fehlen Türen, Lampen, Toiletten und Fußbodenbeläge.

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Die Fischerschule bekommt einen Neubau mit einem Atrium, das als Aula, Konzertsaal und Treffpunkt dient. Quelle: Christopher Gottschalk

Schulleiterin Heike Kagel ist voller Vorfreude

Es wird einen Aufzug geben, behindertengerechte WCs, Lernwerkstätten, Räume für Auszeiten und frei verfügbare Bereiche in den Durchgängen. „Wir sind voller Vorfreude“, sagt Schulleiterin Heike Kagel. „Wir wollen Schule für Alle sein und können das jetzt in die Praxis umsetzen.“ Gruppen innerhalb der Klassen bilden und verschiedene Lernniveaus gleichzeitig fördern, würde möglich durch den zusätzlichen Platz.

Rund 50 Gäste waren insgesamt nach Schönwalde I gekommen, um sich umzuschauen, darunter Vertreter der Landes- und Kommunalpolitik, interessierte Gäste, Schüler und Lehrer sowie Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bauministerium des Bundes. Über den Neubau sagt sie: „Das muss man sich leisten wollen.“ Gut, dass die Stadt eine große Summe bereitstellt. Die lohne sich, schließlich lebe Demokratie von Bildung.

Zwei Stellen kommen im neuen Schuljahr dazu

Derzeit lernen 490 Kinder und Jugendliche in der integrierten Gesamtschule mit den Klassenstufen 5 bis 10, Platz ist nun für 620. Zum neuen Schuljahr würden eine zusätzliche Lehrkraft und eine Stelle für Personal mit sonderpädagogischer Aufgabenstellung hinzukommen, sagt Heike Kagel. „Ich fühle mich jetzt schon wohler als im alten Gebäude“, sagt Schülerin Sina-Marie Suske (15).

Auf einem Zettel an einem Fenster steht der Wunsch eines Schülers für das neue Gebäude der Fischerschule in Greifswald. Quelle: Christopher Gottschalk

Die Gesamtkosten für den Neubau und die Gestaltung der Außenanlagen betragen 18,2 Millionen Euro, 10,25 Millionen Euro vergibt das Land aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre), den Rest trägt die Stadt. Das Projekt wird nicht teurer als geplant. „Es ist sicher eine der tollsten Überschriften, dass wir nicht nur im Zeitplan, sondern auch im Kostenrahmen bleiben“, sagt Christian Pegel (SPD), Minister für Infrastruktur des Landes. Die Fischerschule ist das derzeit größte Landesprojekt im Bereich der integrierten nachhaltigen Stadtentwicklung. 2017 hatten die Arbeiten begonnen, am 12. August soll offizielle Eröffnung sein.

Neubau in der Straze ist fast fertig

Auch in der Straze, dem Kultur- und Initiativenhaus in der Stralsunder Straße 10/11, wurde der Öffentlichkeit gezeigt, wie die Bau- und Restaurierungsarbeiten voranschreiten. „Vor einem Jahr standen wir hier noch vor einer Baugrube, einem großen Loch mit 30 Bohrpfählen“, sagt Vereinssprecher Thomas Schmidt. Mittlerweile steht der fast fertige Neubau, indem ein Restaurant und Seminarräume untergebracht werden sollen.

Der Neubau der Straze in der Stralsunder Straße 10/11 ist derzeit eingerüstet. Er ist räumlich mit dem 150 Jahre alten Hauptgebäude verbunden. Quelle: Carla Blecke

Kernstück der Straze bleibt die Sanierung des 150 Jahre alten Hauptgebäudes mit seinem Veranstaltungssaal. Hier stehen noch umfangreiche Sanierungsarbeiten an Decke, Wänden und Bühne an. Gesamtkosten der Straze: Sechs Millionen Euro, sagt Schmidt. „Wir haben Förderungen in Höhe von zwei Millionen Euro erhalten. Der restliche Betrag stammt aus der Zivilgesellschaft.“ 2017 zeichnete der Bund die Straze als „Nationales Projekt des Städtebaus“ aus, gab dafür 300.000 Euro. Bereits am Vormittag besuchte Landesminister Christian Pegel (SPD) die Baustelle.

So sieht es aus in der Fischerschule und der Straze

Eröffnung des Altbaus möglicherweise im Sommer 2020

Der restaurierte Altbau könnte bereits im nächsten Sommer eröffnet werden, das hänge jedoch von den Zeitplänen der Baufirmen ab, so Thomas Schmidt. Privat wird der Altbau schon genutzt: Mehrere Familien haben dort Wohnungen bezogen. Alt- und Neubau sind räumlich miteinander verbunden, optisch jedoch bewusst voneinander abgegrenzt, sagt Architektin Ines Yitnagashaaw. „Wenn man neue Dinge baut, dann sollen sie auch neu aussehen.“

Christopher Gottschalk und Carla Blecke