Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Experte für alte Gemäuer liebt die Platte
Vorpommern Greifswald Experte für alte Gemäuer liebt die Platte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:14 29.08.2019
Der Bauhistoriker André Lutze schätzt das Wohnen in der Platte wie hier in der Brüggstraße. Quelle: Eckhard Oberdörfer
Anzeige
Greifswald

Der Greifswalder „Mauerflüsterer“ André Lutze liebt die Plattenbauten. Ein zunächst überraschender Befund für einen Bauhistoriker, der packend über mittelalterliche Mauern in Bürgerhäusern und Baugeschichte von Kirchen zu erzählen weiß. Mitte der 1990er-Jahre korrigierte er zuvor gültige Datierungen Greifswalder Kirchenbauten auf Grundlage eigener Forschungen. Damals eine Sensation.

Lutze wohnt in der Hunnenstraße mit unverbaubarem Blick nach Norden. „Ich bin froh, in meiner Wohnung voller Bücher als Mieter der WVG zu leben“, sagt er. Mit seinem Vermieter ist er sehr zufrieden. Die WVG habe auch nach der Wende einiges getan, um ihre Häuser im Zentrum „aufzuhübschen“. Die Wohnungen böten allen nötigen Komfort und die Mieten seien nicht so hoch.

Aus dem Fenster kann er auf noch mehr Druckwerke schauen, die Bücher der Bereichsbibliothek. „Das hat etwas Beruhigendes.“ Ihn reize der Unterschied zwischen seiner normalen Arbeitsumgebung mit so viel Geschichte und dem DDR-Neubau. Das sei kein Votum gegen die abgerissenen Häuser, betont er.

„Ich habe immer gern gezeichnet“, sagt Lutze über seine Beweggründe, Bauhistoriker zu werden. Zum Studienjahr 1990/91 hatte ihn das Uranbergbauunternehmen Wismut zum Geologiestudium nach Greifswald delegiert. Die Wismut wurde zum 1. Januar 1991 liquidiert. Lutze wurde Bauhistoriker. „Als Heiko Schäfer 1993 im Schuhhagen 1 eine Holzstraße entdeckte, habe ich gleich gezeichnet“, erzählt er über die Anfänge. Grundlegendes Wissen habe Jens-Christian Holst vermittelt, damals noch Denkmalpfleger in Stralsund.

Mit Greifswald verbinde ihn, dass er hier ähnlich Gesinnte wie Torsten Rütz, Dirk Brandt oder Felix Schönrock traf und erfüllende Aufgaben fand und etwas bewegen konnte, dass er gehört wurde, dass mehr historische Substanz erhalten blieb. Ein Beispiel: In der Baderstraße 1, der sogenannten Alten Apotheke, war schon eine Dachsanierung mit großem Substanzverlust genehmigt. Lutze ging zu dem zuständigen Architekten Jörg Frank, der ihn auch anhörte. Im Resultat wurde mehr alte Substanz erhalten. „Das fand ich gut“, sagt Lutze.

Lesen Sie weiter

Zur Innenstadt können Sie hier mehr erfahren:

Die Hüterin des Friedricherbes in Greifswald

Pastorin der größten Greifswalder Gemeinde

Ein Rheinländer möchte Vorpommern nie verlassen

Experte für alte Gemäuer liebt die Platte

Besondere Atmosphäre in Denkmalhaus

Der Verwalter der Greifswalder Unischätze

Das Greifswalder Zentrum und die Zeugen der Geschichte

Von eob

Anfang Oktober ist Hiddensee Gastgeber des Landeserntedankfestes. Was anfangs als Schnapsidee bezeichnet wurde, könnte jetzt zu einer stimmungsvollen Party werden. Viele Stars und Sternchen haben sich angekündigt.

29.08.2019

Der Maler Caspar David Friedrich gilt als Greifswalds größter Sohn. Caroline Barth leitet das nach ihm benannte Zentrum in der Langen Straße. Ihr ist auch die moderne Rezeption wichtig.

29.08.2019

Die mittelalterlichen Kirchen der Greifswalder Altstadt sind nicht nur großartige Denkmale, sondern auch heute noch Mittelpunkte christlichen Lebens. Für die geistliche Leitung sind Pfarrer zuständig.

29.08.2019