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Greifswald „Bei Unkraut müssen wir Ernteausfälle in Kauf nehmen“
Vorpommern Greifswald „Bei Unkraut müssen wir Ernteausfälle in Kauf nehmen“
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00:00 25.07.2018
Grimmen

Die SOS-Dorfgemeinschaft Hohenwieden bei Grimmen für Menschen mit Beeinträchtigungen betreibt ökologischen Landbau nach der Demeter-Norm, einem der anspruchsvollsten Biostandards. Wie Ökolandwirte ohne Glyphosat und andere Pflanzenschutzmittel auskommen, erklärt der Dorfgemeinschafts-Landwirt Philipp Grüning: „Wir müssen sehr langfristig planen, beispielsweise was die Fruchtfolge angeht. Außerdem können wir nicht kurzfristig reagieren, wenn Unkraut durchkommt. In solchen Fällen müssen wir Ernteausfälle hinnehmen.“ Die geringeren Erträge führen dazu, dass die Produkte von Ökolandwirten im Vergleich zu konventionell arbeitenden Bauern teurer sind.

Eine Archivaufnahme der Öko-Kartoffelernte in Hohenwieden. Quelle: Foto: Oz

Ein weiterer Aspekt ist der größere Arbeitsaufwand, den Biobauern durch den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel haben. Während in der konventionellen Landwirtschaft nach der Ernte beispielsweise Glyphosat eingesetzt wird, um den Boden für die neue Fruchtfolge vorzubereiten, ist auf den Flächen der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenwieden mehr Bearbeitung notwendig, wie Pflügen oder Grubbern.

Achtung: Auch auf konventionellen Äckern wird gepflügt, jedoch im Vergleich deutlich seltener.

„Es gibt verschiedene technische Methoden. Beim Grubbern wird die Oberfläche aufgerissen und damit die Wurzeln der Unkräuter aus der Erde gezogen“, erklärt Grüning das Verfahren, bei dem ein großer Stahlrahmen am Traktor befestigt wird.

Besonders aufwändig ist der ökologische Kartoffelanbau, denn hier müssen die Kartoffelkäfer in Handarbeit abgesammelt und Unkraut gejätet werden. „Traktorarbeit ist hier nur begrenzt möglich“, sagt Grüning. Die SOS-Dorfgemeinschaft bewirtschaftet 50 Hektar Land, hat 16 Milchkühe, eine Bio-Gärtnerei, eine Holz- und Textilwerkstatt und eine Hofkäserei.

20 Prozent Ökolandwirtschaft in MV

Die Bundesregierung strebt bis 2030 an, dass 20 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Deutschland ökologisch bewirtschaftet werden. Die Landesregierung MV wollte dieses Ziel bis 2021 verwirklichen, hat den Anteil bereits jetzt so gut wie erreicht. Im Mai 2018 betrug er im Landesdurchschnitt 19,3 Prozent. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums arbeiten derzeit 944 Landwirtschaftsbetriebe in MV ökologisch.

In Sachen Ökolandwirtschaft ist Vorpommern im Vergleich zu Mecklenburg abgeschlagen. Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen betrug im Juni dieses Jahres in Vorpommern-Greifswald 16,7 Prozent (Vorjahr 14,5 Prozent) und in Vorpommern-Rügen 8,5 Prozent (Vorjahr 7,7 Prozent).

Katharina Degrassi

Die OZ sprach zu den Vorwürfen auch mit der Sprecherin des Polizeipräsidiums in Neubrandenburg, Carolin Radloff.

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