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Greifswald Bei Wollins auf der Insel geht es um die Wurst
Vorpommern Greifswald Bei Wollins auf der Insel geht es um die Wurst
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00:00 23.02.2015
Sein 1898 im Geschäft mit der Wurst. Jetzt wurde Jens Wollin ausgezeichnet.
Sein 1898 im Geschäft mit der Wurst. Jetzt wurde Jens Wollin ausgezeichnet. Quelle: Fotos: Carolin Riemer
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Heringsdorf

Sie kamen inkognito, bestellten sich Currywurst und Burger, aßen ihre Teller leer und verschwanden genauso unscheinbar, wie sie gekommen waren. Aber es muss den Testessern der Fachzeitschrift „Der Feinschmecker“ gemundet haben.

Kurz vor Weihnachten bekam Jens Wollin, Inhaber der „Kostbar“ in Heringsdorf, Neuhof und Zinnowitz, nämlich eine E-Mail. „Die Redakteure stellten mir darin Fragen und verrieten, dass sie im Spätsommer meinen Imbiss getestet hatten“, sagt der Fleischermeister. Mit welchen Bauernhöfen er zusammenarbeite, wollten die Tester wissen, in welcher Generation die Fleischerei betrieben wird und wie sie ihre Snacks zubereiten.

Der 48-Jährige antwortete, dass es das Familienunternehmen seit 1898 auf der Insel gebe. Bereits der Urgroßvater habe eine kleine Fleischerei und ein eigenes Schlachthaus im Heringsdorfer Ortsteil Neuhof betrieben, das Unternehmen wuchs stetig mit dem Bau der Eisenbahnlinie auf Usedom. Die „Feinschmecker“ erfuhren auch, dass Wollin hauptsächlich Fleisch aus eigener Schlachtung verarbeitet und nur mit ausgewählten Bauernhöfen der Region zusammenarbeitet.

Auch diese Infos müssen den Testern geschmeckt haben, denn nun trudelte auf Wollins Computer wieder ein elektronischer Brief ein. „Das Gourmetblatt teilte mir mit, dass ich ausgezeichnet werde und sie künftig in einem Restaurantführer für Fastfood auf mich aufmerksam machen.“ Die Urkunde kam per Post. Seit dieser Woche prangt die Auszeichnung in seiner Heringsdorfer Filiale: ein goldener Burger auf Papier. In dem Restaurantführer verweist ein Eintrag auf Seite 84 auf das alteingesessene Usedomer Unternehmen. Spareribs mit Krautsalat und Pommes, Grützwurst mit Sauerkraut und pommerschen Tollatsch preisen die Leckermäuler darin an. Für Wollin ein Grund zur Freude. In einem Restaurantführer für Fastfood zu erscheinen, ist für den Vater zweier Töchter auch eine Auszeichnung für jahrzehntelange Arbeit.

Currywurst, Burger und Fischbrötchen kommen zwar nach der Bestellung schnell auf den Teller. „Aber bis die Snacks wirklich köstlich sind, dauert es länger“, sagt Wollin. Er denkt beispielsweise an seinen hausgemachten Usedomer Landschinken. „Bis der verkauft werden kann, arbeite ich mindestens ein halbes Jahr an ihm.“ Er muss wöchentlich gesalzen und abgebürstet werden, reift bei fünf bis zehn Grad Celsius in einer Reifekammer. Nicht zu vergessen, dass sein Vater Klaus die Tiere auf dem heimischen Bauernhof in Gothen großzieht. Zurzeit besitze er zwar nur wenige Highland-Rinder, doch es sollen bald wieder mehr werden. Die Schweine lassen Wollins von den Landwirten Sebastian und Jens Vaegler in Züssow züchten. Bis zu 1500 Schweine und 80 Rinder verarbeitet er dann und verkauft sie in seinen drei Inselfilialen. „Pommern lieben eben Schweinefleisch sehr viel mehr als Rind“, weiß der Fleischermeister.

Köstliche Adressen

5Bistros auf der Insel Usedom wurden ausgezeichnet und erhielten nicht nur die Urkunde, sondern auch den Eintrag in dem Hochglanzheft.


„Uwes Fischhütte“ wird von Uwe Krüger aus Ahlbeck bereits in sechster Generation betrieben. Auch die Fischräucherei „Klönsnack“ von Uwe Hartmann in Kamminke erhielt eine Auszeichnung. Genauso wie die „Essbar“ des Heringsdorfers Henry Böhm. „Am schönsten sitzt man auf dem langen Steg am Peenestrom“, schwärmt das Blatt über das Unternehmen „Zur Alten Fischräucherei“
von Familie Reschke in Rankwitz.



Carolin Riemer

23.02.2015
23.02.2015