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Greifswald „Von Haus aus nüchterner Pommer“
Vorpommern Greifswald „Von Haus aus nüchterner Pommer“
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18:44 13.06.2019
Prof. Berthold Beitz, hier mit Gattin Else, fühlte sich geehrt, als in Greifswald ein Platz nach ihm benannt wurde. Quelle: Peter Binder
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Zemmin

Berthold Beitz hatte ein bewegtes Leben: Er rettete im Zweiten Weltkrieg Hunderten Juden das Leben, war einflussreicher Industrieller in Westdeutschland und ging mit Erich Hocker jagen.

Geboren wurde Beitz 1913 in Zemmin. Das Dorf liegt zwischen Tutow und Jarmen im heutigen Landkreis Vorpommern-Greifswald. In Demmin und später in Greifswald ging er zur Schule. Seine Ausbildung als Bankkaufmann absolvierte er bei der Pommerschen Volksbank in Stralsund. Später ging er nach Hamburg und war dort in der Erdölbranche tätig. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete er als kaufmännischer Leiter der Karpathen-Öl AG in Boryslaw in der heutigen Ukraine und rettete er vielen in der Firma zwangsbeschäftigten Juden das Leben, indem er sie Berlin gegenüber als „unabkömmlich für die Produktion“ bezeichnete.

Nach dem Krieg ernannte ihn Alfried Krupp von Bohlen und Halbach zum Generalbevollmächtigten des Kruppkonzerns in Essen. 1969 wurde Beitz Kuratoriumsvorsitzender der der Krupp-Stiftung, die das Vermögen des Konzerns verwaltete und sich dem Gemeinwohl verpflichtet hatte.

Beitz unternahm viele Reisen in die DDR und war – obwohl Kapitalist par excellence – gern gesehener Gast. Selbst zu Honecker pflegte er ein gutes Verhältnis. Mutmaßlich erhoffte man sich Zuwendungen der Stiftung. 1983 erhielt Beitz die Ehrendoktorwürde der Greifswalder Universität. Später ehrte ihn die Stadt am Ryck, in dem sie den Platz zwischen Bibliothek und Klinikum nach ihm benannte. „Stadt, Universität und Kirche haben Berthold Beitz sehr viel Förderung und Hilfe zu verdanken“, würdigte ihn der frühere Greifswalder Dompfarrer Matthias Gürtler. Unter anderem setzte sich Beitz, der sich als „von Haus aus nüchterner Pommer“ bezeichnete, für die Gründung des Alfried Krupp Wissenschaftskolleg ein.

Beitz starb am 30. Juli 2013 auf Sylt im Alter von fast 100 Jahren.

Kai Lachmann

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