Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Beschlossen: Bibliothek am Schießwall nur noch Magazin
Vorpommern Greifswald Beschlossen: Bibliothek am Schießwall nur noch Magazin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 21.08.2015
An der Loefflerstraße wird in diesem Jahr der Neubau der Bibliothek für die Geistes- und Sozialwissenschaften eingeweiht. Er reicht nicht für alle Bücher. Quelle: Eckhard Oberdörfer
Anzeige
Greifswald

Es klingt paradox: Nach der Eröffnung der neuen Bereichsbibliothek in der Loefflerstraße wird es weniger Plätze für Nutzer und weitere Wege für viele Studenten und Wissenschaftler geben. Denn der Neubau in der Innenstadt ist zu klein, um alle Bücher der geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer aufzunehmen (die OZ berichtete). Außerdem musste die Universitätsbibliothek in den letzten 15 Jahren ein Drittel ihres Personals abbauen. Das ist der zweite Grund, warum mit der Eröffnung des Neubaus Zweigbibliotheken wie die Theologie am Rubenowplatz insgesamt und die Bereichsbibliothek Schießwall für den Publikumsverkehr geschlossen werden.

Studenten der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften müssen darum künftig längere Wege in Kauf nehmen. Denn sie nutzen derzeit den Bücherspeicher am Schießwall. Die dortigen Bestände werden in die Zentrale Universitätsbibliothek am Beitzplatz verlagert. Das hat das Rektorat beschlossen. Ferner sollen in der Alten Universitätsbibliothek an der Rubenowstraße die Bestände des Caspar-David-Friedrich-Instituts aufgestellt werden. Alle anderen Bücher geistes- und sozialwissenschaftlicher Fächer werden künftig in der Bibliothek Loefflerstraße zur Verfügung stehen.

Das bringe erhebliche Nachteile für die Studenten der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät mit sich, kritisierte der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Walter Ried auf der Sitzung des Akademischen Senats. Denn die Institute befinden sich in der Innenstadt. Das Rektorat habe aber in seinem Jahresbericht 2014 auf das Problem rückläufiger Studentenzahlen aufmerksam gemacht und mehr Attraktivität gefordert. „Das passt nicht zusammen“, so Ried. Im Vergleich ähnlich großer Hochschulen habe Greifswald in Zukunft ein „negatives Alleinstellungsmerkmal“ mit den langen Wegen zwischen Instituten und Bibliothek.

Der Rechtsprofessor Heinrich Lang hieb in die gleiche Kerbe. Schon jetzt würden viele Studenten auch aus großen Städten zunächst von Greifswald begeistert sein und nach dem Grundstudium die Stadt verlassen, weil die Lernbedingungen schlecht seien, sagte er. Verschiedene Senatoren kritisierten auch die Vorgehensweise und Informationspolitik des Rektorats. Es habe auf der Senatssitzung im April genannte Alternativen wie den Weiterbetrieb der Bibliothek am Schießwall als Publikumseinrichtung nicht wirklich geprüft, hieß es beispielsweise.

Die Germanistin Prof. Monika Unzeitig bezeichnete die Umzugsplanung als unprofessionell. Aus der angekündigten Eröffnung der Bibliothek Loefflerstraße zum Beginn des Wintersemesters 2015/16 wird nichts. Wie seitens der UB auf der Sitzung informiert wurde, sei mit der technischen Fertigstellung erst Anfang November zu rechnen. Ab dem 7. Dezember beginne der Umzug. Und Arbeitsplätze für Benutzer würden erst im neuen Jahr zur Verfügung stehen, hieß es. „Wir haben als Fakultät vernünftig geplant, aber diese Planung funktioniert jetzt nicht mehr“, so Unzeitig. Das Rektorat soll nun prüfen, ob wenigstens eine Grundversorgung mit Büchern der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in der Innenstadt auch in Zukunft möglich ist. Diesem Antrag von Walter Ried stimmte der Senat bei wenigen Stimmenthaltungen zu.

Der Umzug
In der Loefflerstraße sind künftig die Bücher der Theologie sowie der geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer (außer Caspar-David-Friedrich-Institut) zu finden. Sie ziehen in die Alte Unibibliothek, die auch die historischen und regionalen Bestände verwahrt. Am Beitzplatz sind die Bücher der Mediziner, Naturwissenschaftler, Wirtschafts- und Rechtswissenschaftler zu finden. Das Rektorat prüft unter anderem die Einrichtung weiterer Carrels/Arbeitsplätze in der zentralen UB und die Einrichtung von Arbeitsplätzen für Jurastudenten in der früheren Medizinischen Klinik.



Eckhard Oberdörfer

Zum dritten Mal startet morgen das Juggerturnier.

21.08.2015

Derzeit trainieren die „Asphaltteufel“ in Loitz. Für die Nachwuchsarbeit brauchen sie eine Halle in Greifswald.

21.08.2015

Nach dem diesjährigen Erfolg sollen weitere folgen.

21.08.2015