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Greifswald Bewegung am abgebrannten Rewe in Greifswald
Vorpommern Greifswald Bewegung am abgebrannten Rewe in Greifswald
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18:00 26.07.2018
Die Abriss- und Aufräumarbeiten des am Pfingssonntag abgebrannten Rewe-Marktes in Schönwalde laufen auf Hochtouren. Der Penny soll nach dem Sommer wieder geöffnet werden. Quelle: Christin Weikusat
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Greifswald

Gut zwei Monate nach dem verheerenden Brand des Rewe- und Penny-Marktes an der Lomonossowallee sind die Abriss- und Aufräumarbeiten in vollem Gange. Zwei Jugendliche hatten am Pfingstsonntag vor den Geschäften gezündelt. Wenig später stand der Rewe komplett in Flammen, brannte bis auf die Grundmauern nieder. Der Penny wurde stark beschädigt. Noch immer ist der Brand Gesprächsthema Nummer eins im Viertel. Die Auswirkungen des Feuers spüren die Händler in dem wenige Meter entfernten Möwencenter deutlich. „Ich habe definitiv weniger Kunden seit dem Feuer“, sagt Liane Schade-Krause, Inhaberin des Geschäftes „Schuhverlässig“. Zwar gebe es noch die Laufkundschaft, aber gerade ihre Stammkäufer würden sich seltener blicken lassen, sagt die Verkäuferin, die sich während des Brandes in der Nähe aufhielt. „Als ich die Rauchwolke gesehen habe, dachte ich erst, dass das Center in Flammen steht. Wir sind sofort hingefahren.“ Was passiert ist, konnte Petra Götz, Inhaberin des Rewe-Marktes, auch in der Zwischenzeit nicht ganz verarbeiten. Der Schock sitze bei ihr und ihrem Team noch immer tief. Kaum ein Tag vergeht, an dem der Brand und die Auswirkungen nicht im Mittelpunkt stehen. „Gerade gestern haben wir wieder über den Vorfall gesprochen“, sagt Götz. Trotzdem blickt sie nach vorn: „Wir werden den Markt wieder aufbauen!“

Bauantrag ist schon gestellt

Ein Konzept gebe es bereits. Ein ökologischer, energieeffizienter Rewe soll entstehen. Der Markt werde um 500 Quadratmeter auf 1800 Quadratmeter erweitert, das Sortiment vergrößert, erklärt Götz, die vor allem durch ihre Kunden Hoffnung schöpft: „Wir sind so froh, dass unsere Käufer uns zur Seite stehen. Wir haben so viele Stammkunden, die zu uns in den Rewe-Markt in der Hans-Beimler-Straße kommen. Dafür ein großes Dankeschön.“ Alle Mitarbeiter des abgebrannten Rewes konnte sie in ihrer Filiale in der Beimlerstraße unterbringen. Den Bauantrag für den neuen Supermarkt hat Götz in der vergangenen Woche beim Bauamt eingereicht, berichtet sie. Die Händler vom Möwencenter sind froh, dass der Penny- und der Rewe-Markt wieder eröffnen. So wie Anneliese Schumeister und ihr Ehemann Peter. Sie verkaufen an einem kleinen Stand gegenüber des Rewe-Parkplatzes immer mittwochs selbstgepresste Säfte, Honig, Obst und Gemüse. „Unser Umsatz ist um 60 Prozent zurückgegangen“, beklagt Peter Schumeister. Vor dem Brand hätten sie an einem Tag bis zu 400 Euro Einnahmen gehabt: „Heute sind es gerade einmal zwischen 150 und 200 Euro.“

Bei Penny wird das Dach erneuert

Während die Bauarbeiten des neuen Rewe-Marktes andauern werden, soll der Penny-Markt nach dem Sommer wieder eröffnen, wie Stephanie Behrens von der Unternehmenskommunikation der Rewe-Gruppe auf Nachfrage mitteilt: „In den kommenden Wochen werden verschiedene Baumaßnahmen am Markt umgesetzt, beispielsweise wird das Dach erneuert, da es durch das Feuer und den Funkenflug in Mitleidenschaft gezogen wurde.“ Sobald der Penny wieder eröffnet, wird das eine große Erleichterung für die Menschen bringen, die in der unmittelbaren Umgebung wohnen. Der 74-jährige Sigmund Lung ist auf einen elektrischen Rollstuhl angewiesen. Seit dem Brand muss Lung mit seinem Rollstuhl zum Netto-Markt in der Lomonossowallee Kreuzung Schönwalder Landstraße fahren: „Das geht ganz gut, aber wir sind froh, sobald der Markt hier wieder eröffnet.“ Gerade einmal zwei Minuten Fußweg hatte Lothar Guhte früher zum Rewe- und Penny-Markt am Möwencenter. „Heute gehe ich zu Norma in die Feldstraße. Das sind in etwa zwei Kilometer“, berichtet der 79-jährige Rentner. Die anliegenden Händler bedauern, dass besonders die älteren Menschen, die in der Nähe der beiden Supermärkte wohnen, nun keine direkte Einkaufsmöglichkeit mehr haben. So auch der Schuster im Möwencenter, Olaf Discher. Die Auftragslage sei bei ihm zwar stabil geblieben, er freue sich jedoch, sobald insgesamt wieder mehr los ist.

Und die Jugendlichen? Schweigen

Der Schuster, weitere Händler und Anwohner fordern, dass die Jugendlichen bestraft werden. „Sie sind in einem Alter, in dem sie die Verantwortung übernehmen müssen“, so Discher. Eine Entschuldigung von den Jugendlichen gab es für Götz und ihr Team bisher noch nicht. Das wäre das mindeste, finden die Händler im Möwencenter und die Anwohner.

Christin Weikusat

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