Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Bienenvölker müssen registriert sein
Vorpommern Greifswald Bienenvölker müssen registriert sein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 24.08.2017
Anzeige
Insel Usedom/Greifswald

Im Dienste der Königin: Immer mehr Menschen widmen sich dem schönen und nützlichen Hobby der Imkerei. Doch dass damit auch Pflichten verbunden sind, darauf macht jetzt Tobias Dittmann aufmerksam. Der Fachberater des Bienengesundheitsdienstes der Tierseuchenkasse von MV beklagt: „Nicht alle Bienenhalter lassen sich beim Veterinäramt registrieren. Das ist aber seit Januar 2015 Pflicht, denn die Erfassung der Völker dient der effizienten Seuchenbekämpfung und der Entschädigung der Imker im Falle eines Ausbruchs einer anzeigepflichtigen Bienenseuche. Völker, die nicht registriert sind, werden nicht entschädigt und das Veterinäramt kann ein hohes Bußgeld an die Tierhalter aussprechen.“

Laut Dittmann sind in Mecklenburg-Vorpommern gegenwärtig rund 2400 Imker mit insgesamt 25000 Völkern erfasst. „Im Landkreis Vorpommern-Greifswald sind 320 Bienenhalter mit 3001 Völkern gemeldet.

Einige mehr gibt es aber schon“, sagt der Fachberater der Abteilung Bienen, die es im Tiergesundheitsdienst des Landes erst seit Oktober 2016 gibt.

Von „40 bis 50 nicht organisierten und nicht gemeldeten Bienenhaltern“ spricht Lothar Wilke, Vorsitzender des Imkervereins Insel Usedom. „Wir können die Initiative der Tierseuchenkasse nur begrüßen.

Wir sind 30 organisierte Mitglieder auf der Insel. Große Sorgen bereiten uns die Bienenhalter, die von ihrem Stammsitz Bienen zu ihrem Sommerwohnsitz auf Usedom transportieren“, sagt Wilke.

Drei Bienenseuchen sind in Deutschland anzeigepflichtig. „Bisher wurde nur die Amerikanische Faulbrut festgestellt. Bienenvölker, die an dieser Seuche erkrankt sind, werden je nach Fall abgetötet oder durch ein sogenanntes Kunstschwarmverfahren saniert und damit am Leben erhalten. Alle Bienenkästen und Imker-Utensilien müssen fachgerecht desinfiziert werden. Das Veterinäramt, die örtlichen Bienensachverständigen und der Bienengesundheitsdienst der Tierseuchenkasse unterstützen die betroffenen Imker bei der Durchführung dieser Maßnahme“, betont Dittmann, der im Zusammenhang mit der Meldepflicht von „Solidarität gegenüber benachbarten Imkern“ spricht. „Nur wenn alle Bienenstände in einem Territorium bekannt sind und somit alle befallenen Stände ermittelt und alle Völker gleichzeitig saniert werden, kann diese Seuche erfolgreich bekämpft werden.“

Am Geld dürfte es nicht liegen – je Volk würden pro Jahr 1,50 Euro fällig werden. Sieben bis zehn Völker hätten die meisten Imker im Durchschnitt. „Wenn man vier Honiggläser verkauft, hat man es drin“, sagt Dittmann, der bei vielen Nicht-Registrierten von Unwissenheit ausgeht.

Dr. Gustav Seils aus Greifswald, der schon seit Jahrzehnten Bienenvölker besitzt, weiß von der Pflicht. Er bezahlt auch für seine vier Völker. „Für uns kleine Imker macht das aber wenig Sinn, hier soll nur abkassiert werden“, sagt er kritisch zur Abgabe an die Tierseuchenkasse. Seils gehört zum Imkerverein Hanshagen, der rund 30 Mitglieder hat. „Vor der Wende war das ein riesiger Markt, die Imkerei wurde enorm gefördert. Danach war der Absatz einfach nicht mehr gesichert, viele haben aufgegeben“, erinnert sich der Greifswalder, der 2017 wegen der enormen Feuchtigkeit als „schlechtestes Bienenjahr aller Zeiten“ bezeichnet.

Henrik Nitzsche

Anschließend soll der Baugrund untersucht werden

24.08.2017

Daniel Gröhl aus Buddenhagen hat 20 Bienenvölker

24.08.2017

„Wir brauchen dringende einen multifunktionalen Sanitärtrakt mit Wasch- und Duschräumen“, sagt Klaus Ledderhos, der Vorsitzende des Greifswalder Seesportclubs.

24.08.2017