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Greifswald Pflanzenklau im Greifswalder Ortsteil Wieck
Vorpommern Greifswald Pflanzenklau im Greifswalder Ortsteil Wieck
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11:25 31.07.2019
Christian Kruse (rechts) erläutert dem Wiecker Norbert Böttger die Situation Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

 Bernd Lieschefsky und Christian Kruse sind sauer auf die Stadt. Der Vorsitzende des Ortsrates Wieck/Ladebow und sein Stellvertreter haben die Stadtverwaltung im Visier. „Die Stadt hat sich an mit Geld des Ortsrates angeschafften Blumenkübeln vergriffen“, schildert Christian Kruse das Problem. Die Kübel standen zuvor seit dem Frühjahr dieses Jahres auf dem Dorfplatz an der Fußgängerzone Richtung Utkiek. Christian Kruse war der Initiator und präsentierte sie stolz kurz vor der Bürgerschaft als eine Art Geheimwaffe gegen die vielen Wiecker Parksünder.

Geheimwaffe gegen Parksünder

Schön bepflanzt mit einem Bäumchen im Zentrum waren alle drei Kübel – Kostenpunkt allein für die drei Solitäre insgesamt rund 390 Euro. Alle Bäumchen wurden indes beim Fischerfest in Wieck vor fast zwei Wochen in der Nacht gestohlen. Aber nicht auf dem Dorfplatz, sondern am Ochsensteg und der Ladebower Chaussee. Genau das bringt die Ortsräte auf die Palme. Wie auch von Kruse so geplant, wurden sie vor dem Fischerfest abtransportiert, um Platz für Buden zu schaffen. Aber zum Ochsensteg und zur Ladebower Chaussee, das haben Kruse und Co. nicht gewollt.

Kübel sollten auf kleinem Dorfplatz stehen

„Ich hatte vorgeschlagen, dass zwei der Blumenkübel während des Fischerfestes auf den kleinen Dorfplatz beim früheren Bäckerladen gebracht werden“, erzählt Kruse. „Für den dritten hätten wir auch einen Platz gefunden. Auf dem kleinen Dorfplatz mit der Skulptur der ,Welle‘ hätten sie wie am Ryck das verbotene Parken erschwert.“

Aber die Mitarbeiter des Bauhofes hätten diesen Vorschlag ignoriert und die Kübel als Verkehrsberuhiger genutzt, ärgert sich Bernd Lieschefsky. „Dafür hätte man auch Betonpoller verwenden können“, kommentiert Kruse. Er habe von vornherein befürchtet, dass etwas gestohlen wird. Kruse spricht von einer zweckentfremdeten Nutzung des Eigentums der Wiecker und Ladebower. Die Folge: Am Ochsensteg und an der Ladebower Chaussee war die öffentliche Kontrolle anders als am Dorfplatz nicht gewährleistet. Unbekannte haben alle drei Bäumchen aus den Kübeln gestohlen. Die Diebe wurden bisher nicht ermittelt.

Hier steht noch das Kiefernbäumchen in der Mitte Quelle: Christian Kruse
Ein Loch „ziert“ jetzt den Blumenkübel Quelle: Eckhard Oberdörfer

Abgestellt statt aufgestellt

„Die ,amputierten‘ Blumenkübel wurden auch nicht wieder zum Wiecker Dorfplatz gebracht, sondern an der Slip einfach dort abgestellt“, kritisiert Bernd Lieschefsky. Die Folie aus ihrer Zeit als zeitweiliger Verkehrsberuhiger klebt auch noch daran. Auch das bringt die Ortsräte auf die Palme.

Christian Kruse hat sich auch gleich nach dem Diebstahl an den zuständigen Mitarbeiter in der Verwaltung gewandt. „Ich fordere die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands durch die Stadt“, unterstützt ihn Lieschefsky. Aber nichts sei bisher passiert. Christian Kruse hat die Kübel bisher gepflegt, gießt bei anhaltender Trockenheit regelmäßig. Auch die Pflanzen rund um die Bäumchen wurden schon getauscht, ein Teil ist winterhart. „Ich bin nicht bereit, die Kübel weiter zu pflegen, wenn die Stadt nicht für Ersatz der Solitäre sorgt.“ Wenn das im jetzt im Sommer nicht möglich sei, müsse es eine Übergangslösung geben, bevor später die Neupflanzung erfolgt. Damit könne man die Greifswalder Gartenbaufirma Meißner beauftragen. Um die Neubeschaffung der Kieferbäumchen würde sich Christian Kruse kümmern.

Stadt sichert Wiederbepflanzung zu

Nach den Anrufen von Kruse und Lieschefsky in der Redaktion der OSTSEE-ZEITUNG hat die OZ sofort in der Stadtverwaltung nachgefragt. Am Mittwochmittag würden die Kübel an ihren ursprünglichen Platz zurückgebracht, versichert Franziska Vopel, Mitarbeiterin der Pressestelle, am Dienstagabend. „Selbstverständlich wird der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt“, verspricht sie. Die Bepflanzung mit Bäumchen solle zu einem geeigneten Zeitpunkt erfolgen. Christian Kruse wurde am Dienstagnachmittag ebenfalls informiert.

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