Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Blutspende erweitert Öffnungszeiten
Vorpommern Greifswald Blutspende erweitert Öffnungszeiten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:08 30.01.2019
Blutspende im Greifswalder Uniklinikum: Lehramtsstudentin Henna Nicke spendet erstmalig Blut, rechts im Bild ihre Kommilitonin Esther Liebig, die aufs nächste Mal vertröstet wurde. Schwester Luise Marschall (li.) erklärt den beiden, worauf es ankommt. Quelle: Petra Hase
Greifswald

Routiniert sticht Schwester Luise Marschall mit der Nadel in die Vene der Armbeuge. Ein kleiner Piks, kaum zu spüren, und schon läuft die rote Flüssigkeit ins Röhrchen. Für Lehramtsstudentin Henna Nicke ist es die allererste Blutspende. Der Einstich – „gar nicht schlimm“, sagt die 19-Jährige. Gemeinsam mit Kommilitonin Esther Liebig machte sich die junge Frau auf den Weg ins Greifswalder Klinikum, „um anderen zu helfen“. Leben retten. Klingt groß. Ist es auch!

Im vergangenen Jahr begrüßte die Universitätsmedizin 9000 Frauen und Männer, die insgesamt 16500 Vollblutspenden leisteten. Allerdings: „Die Spendezahlen sind rückläufig“, bedauert Mitarbeiter Ulf Alpen. Im schlimmsten Falle könne das die Behandlung von Kranken gefährden. „Wir wollen unsere Patienten aber auch in den nächsten Jahren gut versorgen und erweitern deshalb jetzt erheblich die Öffnungszeiten unserer Blutspende“, sagt er. Hatten Spender bislang werktags sechs Stunden Gelegenheit Blut zu spenden, sind es ab 1. Februar jeweils neun Stunden. Die Regelung für den ersten Sonnabend im Monat bleibe bestehen: Dann ist von 8 bis 12 Uhr geöffnet.

Eine Vollblutspende umfasst 500 Milliliter

„Die langen Öffnungszeiten sind sehr praktisch“, sagt Esther Liebig, „damit hat eigentlich jeder die Möglichkeit Blut zu spenden.“ Sie selbst durfte keine Konserve füllen: „Mein Eisenwert war zu niedrig, doch dagegen gibt’s ja ein Mittel. Beim nächsten Mal klappt es bestimmt“, zeigt sich die 19-Jährige zuversichtlich und zwinkert ihrer Freundin zu. Die sorgt derweil mit einem kleinen Pumpball in der Hand dafür, dass ihr Blut schön gleichmäßig durch den dünnen Schlauch in den Beutel läuft. „Fünf bis zehn Minuten dauert im Schnitt eine Spende“, sagt Schwester Luise und erklärt den beiden Studentinnen, wie wichtig parallel dazu das Trinken ist. „Zellen, die man durch die Spende verliert, sind nicht problematisch. Aber der Flüssigkeitsverlust muss schnell ausgeglichen werden, sonst kann einem schon mal schwarz vor Augen werden“, verdeutlicht Ulf Alpen. Immerhin werden mit den vier Proberöhrchen insgesamt 500 Milliliter abgezapft. „Die Proberöhrchen dienen der Untersuchung des Blutes – etwa auf Infektionen“, sagt Schwester Luise.

Oberarzt Dr. Thomas Thiele in der Kühlzelle mit Blutkonserven. Täglich braucht die Greifswalder Unimedizin 80 Spenden, um die Versorgung der Patienten gewährleisten zu können. Quelle: Petra Hase

Heißt: Wer regelmäßig Blut spendet, ist auch regelmäßig unter ärztlicher Kontrolle. Iris Scholtz aus Süderholz findet diesen Nebeneffekt prima. Doch der eigentliche Grund ihres Kommens: „Ich möchte etwas Gutes tun. Wollte das schon früher, doch da langte mein Gewicht noch nicht. Man muss nämlich mindestens 50 Kilo auf die Waage bringen“, sagt die schlanke Frau. Mittlerweile gehört die 49-Jährige zu den Stammgästen, spendet jetzt seit fast fünf Jahren.

Die Unimedizin empfiehlt Frauen, zwischen zwei Vollblutspenden mindestens 91 Tage zu pausieren. „Hochgerechnet bedeutet das, sie können vier Mal im Jahr spenden. Männer indes sechs Mal“, berichtet Ulf Alpen. Plasmaspenden hingegen seien wöchentlich möglich, da dem Spender die roten und weißen Blutkörperchen sowie die Blutplättchen zurückgeführt werden. Nur die Blutflüssigkeit, also das Plasma, werde gewonnen.

Die Blutgruppe sei dabei relativ gleichgültig. „ Wir brauchen einfach alles, sind oft am untersten Limit mit den Spenden und freuen uns über jeden, der helfen will“, sagt Alpen. Komme jemand in größeren Abständen, dafür aber regelmäßig, sei das besser als einmal zu erscheinen und nie wieder.

Unimedizin braucht mindestens 80 Spenden pro Tag

Oberarzt Dr. Thomas Thiele bestätigt das: „Wir brauchen pro Tag 80 Vollblutspenden, können aber gut 100 schaffen“, sagt der Leiter der Blutspendeabteilung und fügt hinzu: „Wenn es sehr spitz auf Knopf steht, müssen wir auch mal etwas dazu kaufen. Aber grundsätzlich gehören wir zu den wenigen Unikliniken, die sich noch selbst mit Blut versorgen. Das wollen wir auch weiterhin aufrechterhalten.“

Petra Hase

Vor einem Jahr galten die Greifswalder Umlandgemeinden als Vorbild für Mecklenburg-Vorpommern in Sachen großer Fusionen. Am Ende gibt es indes nur eine kleine Hochzeit.

30.01.2019
Greifswald Gesichter der Hansestadt - Vom Ticketabreißer zum Dramaturg

Der gebürtige Berliner Oliver Lisewski arbeiten beim Theater Vorpommern. Zu den Spielstätten hat er schon immer eine Bindung. Genau wie zur Ostsee.

30.01.2019

In der Greifswalder Mühlenvorstadt gibt es ein Entsorgungsproblem. Tagelang liegen Gelbe Säcke an den Straßenrändern. Dass sie nur noch alle zwei Wochen abgeholt werden, hat keiner mitbekommen.

29.01.2019