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Greifswald Greifswald beseitigt Infotheke im Rathaus wegen Feuergefahr
Vorpommern Greifswald Greifswald beseitigt Infotheke im Rathaus wegen Feuergefahr
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15:31 08.07.2019
Die Infotheke im Greifswalder Rathaus ist verwaist, nur nachmittags sitzt hier eine Wachfrau Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

 Etwas ratlos schaut der Mann auf die leere Infotheke im Rathaus. Es ist 11.30 Uhr. „Ein Bürger hat mir erzählt, dass ich mir hier Informationsmaterial holen kann, aber es ist keiner da.“ Dem Mann kann geholfen werden, natürlich ist die Stadtinfo die richtige Adresse für ihn und zum Oberbürgermeister oder der Bausenatorin will der Herr aus Dinslaken nicht. Aber etwas seltsam sieht es schon im Greifswalder Machtzentrum aus. Zumal es in der jetzt ein Kabuff gibt, in dem Kleiderbügel zu erkennen sind. Offenbar gibt es jetzt eine Garderobe?

Störende Zugluft an der Infotheke

Auflagen des Brandschutzes seien der Grund für bereits beschlossene Veränderungen erzählen Verwaltungsmitarbeiter. Die Sitzgarnitur im Foyer bereits ein feuerfestes Modell. Überhaupt sei die Ausstattung des Rathausfoyers schon zu Zeiten von Arthur König (CDU) als Oberbürgermeister Gegenstand von Diskussionen. Die feuerfeste Sitzgarnitur soll eine vierstellige Summe gekostet haben. Jetzt geht es der Infotheke an den Kragen, so viel ist gewiss.

Das bevorstehende Ende des Infotresens hat zwei Gründe. „Eine Begehung der Berufsfeuerwehr gemeinsam mit der Unteren Bauaufsichtsbehörde hat gezeigt, dass die Infotheke nicht den aktuellen Anforderungen an den Brandschutz entspricht“, informiert Stadtsprecherin Andrea Reimann. Gleichzeitig hat die Unfallkasse festgestellt, dass der Arbeitsplatz so nicht zugelassen ist – dort ist es zu zugig, die Temperaturschwankungen sind zu groß.“

Kosten des Abbaus noch nicht bekannt

Nun steht das Greifswalder Rathaus unter Denkmalschutz. 1934 bis 1937 wurde es im Innern stark verändert und das heutige, eindrucksvolle Treppenhaus entstand. „Es gab intensive Überlegungen gemeinsam mit der Unteren Denkmalschutzbehörde, wie der Infotresen gestaltet werden könnte, damit er sowohl dem Brandschutz als auch dem Denkmalschutz genügt“, berichtet die Stadtsprecherin. „Die diskutierten Varianten waren allerdings zu teuer.“ Genauere Angaben macht sie nicht.

Das Ergebnis der Diskussionen: Die Tage des Infotresens im Rathausfoyer sind gezählt. „Die Kosten für den Rückbau des Tresens und die damit verbundenen Schlitzarbeiten, Elektroumverlegung und Fliesenergänzung sind noch nicht ermittelt“, schränkt Reimann ein. Wann sie also in das Kabuff umzieht, kann auch die freundliche Wachfrau, die wie auf einem Schild ab 13 Uhr am Tresen sitzt, nicht sagen. Immer wieder kommen Leute, um sie nach dem Weg zu den Toiletten zu fragen. Die werden offenbar rege von Touristen genutzt.

Das Kabuff hinter zwischen der Wand Richtung Markt und dem Trauzimmer ist so was wie Wächterhäuschen. Dort soll eines noch unbestimmten die Tages Mitarbeiterin eines Wachdienstes. „Ihre Aufgabe ist es hauptsächlich, Kontrollgänge durch das Rathaus durchzuführen und die Räume für Veranstaltungen zu öffnen und zu schließen“, berichtet Reimann. Der Umbau im Bereich der Luke inklusive Schiebefenster, Trennwand und Feuerschutzvorhang habe etwa 19.000 Euro gekostet. Für die Wachfrau hat der Platz einen Nachteil. Es sei nicht wirklich einzusehen, wer das Rathaus betritt und womöglich die Treppe Richtung Chefetage mit dem Oberbürgermeister betritt.

„Konsequenterweise sollten Gitterstäbe eingezogen werden“

Für Bürger, die nicht nur die Toilette oder die Kunstausstellungen besuchen wollen, hat die Neuregelung keinen Nachteil. „Die eigentliche Infotheke befinde sich im Stadthaus am Markt, erinnert Stadtsprecherin Reimann. „Diese ist auch ganztags besetzt.“

Für den Vorsitzenden der Ortsteilvertretung Schönwalde I/Südstadt, Peter Multhauf (Linke) ist die !Wiedererweckung der Pförtnerluke „eine unfreundliche Aktion und so auch nicht zwingend notwendig. Konsequenterweise sollten dann auch noch Gitterstäbe eingezogen werden.“

Das Kabuff neben dem Trausaal ist der künftige Aufenthaltsort der Wachfrau Quelle: eob

Eckhard Oberdörfer

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