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Greifswald Umfrage: Braucht Greifswald ein Denkmal für Ernst Moritz Arndt?
Vorpommern Greifswald Umfrage: Braucht Greifswald ein Denkmal für Ernst Moritz Arndt?
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05:00 06.03.2019
An der Arndtstraße könnte künftig ein Denkmal für Ernst Moritz Arndt stehen. Hier wird er als Historiker und Dichter bezeichnet. Quelle: Eckhard Oberdörfer
Greifswald

Die Aufstellung eines Denkmals für Ernst Moritz Arndt (1769 bis 1860) in Greifswald wird immer wahrscheinlicher. Einem Antrag der CDU und der Kompetenz für Vorpommern (KfV) hat sich die Bürgerliste angeschlossen (die OZ berichtete). In dem Antrag geht es zunächst darum, Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) mit der Suche nach einem geeigneten Standort zu beauftragen. Anlass ist der 250. Geburtstag des Publizisten und Historikers am 26. Dezember. Doch Arndt bleibt auch in seinem Jubiläumsjahr umstritten: Die einen verehren ihn als Kämpfer für Demokratie und deutsche Einheit, die anderen argumentieren mit Arndts Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit gegen ihn.

Umfrage: Sollte in Greifswald für Ernst Moritz Arndt ein Denkmal errichtet werden?

Sympathien auch in der SPD und in Teilen der Linken

Auch in der SPD gibt es durchaus Sympathien für ein Denkmal. „Wir werden den Antrag nicht mit einbringen, aber wie bei allen Prüfaufträgen dafür stimmen“, informiert der Fraktionsvorsitzende Andreas Kerath. Fraktionsmitglied Ibrahim Al Najjar indes will den Prüfauftrag sogar mit einbringen. Die Position der Linken ist komplex. „Wir werden dem Prüfauftrag nicht beitreten, uns ihm aber auch mehrheitlich nicht entgegenstellen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Jörn Kasbohm. Bürgerschaftsmitglied Mignon Schwenke hatte den Beschluss der Linken indes anders interpretiert (die OZ berichtete). Sie werde mit „Ja“ zum Prüfauftrag stimmen. Wie Kasbohm weiter sagte, wird es auch Gegenstimmen der Linken geben. Dazu gehört Yvonne Görs.

Veranstaltungen für Arndt

Am 15. März wird im Ernst-Moritz-Arndt-Museum in Garz die Sonderausstellung „Auftakt - Inspiration Arndt“ eröffnet.

Am 26. April wird ins Greifswalder Pommernhus zur Premiere des Buches von Hans-Jürgen SchumacherArndt in Greifswald“ eingeladen.

Am 26. Juni erfolgt die Eröffnung einer Jubiläumsausstellung über Arndt im Barther Vinetamuseum.

Ab 17. August heißt der Park in Löbnitz „Ernst-Moritz-Arndt-Park

„Als ich ein Kind war, was sah ich für Farben“ heißt die Ausstellung ab 7. September im Arndt-Museum in Garz.

Eine szenische Collage unter dem Titel „Wer nie im Zorn erglühte, kennt auch die Liebe nicht“ organisiert der Karl-Lappe-Verlag am 4. Oktober in der Aula der Uni Greifswald.

Die nötige Mehrheit für den Prüfauftrag ist allerdings bereits beisammen. Beschließen soll ihn die Bürgerschaft am 29. April – auf der letzen Sitzung vor der am 26. Mai anberaumten Kommunalwahl. Daran wird wohl auch nichts ändern, dass die Grünen dem Lager für einen Prüfauftrag nicht beitreten werden. „Wir werden uns aber auf unserer nächsten Sitzung mit der Vorlage befassen“, sagt Fraktionsvorsitzender Alexander Krüger.

Die beiden FDP-Vertreter wollen gegen die Vorlage der CDU und ihrer Verbündeten stimmen. „Wir unterstützen grundsätzlich keine Anträge, die nur für das Schaufenster oder für Stimmenfang im Wahlkampf gedacht sind“, sagt Bürgerschaftsmitglied André Bleckmann. Der Wahlkampf erkläre den Zeitpunkt des Antrags und die Eile.

Mehrere Standorte kommen für ein Denkmal in Frage

Wenn es nach den Christdemokraten geht, werden bis zum 29. April auch die Weichen für das Arndt-Denkmal gestellt. CDU-Fraktionschef Axel Hochschild schlägt vor, das Kunstwerk im nördlichen Teil der Arndtstraße, dem „Dreieck“ Richtung Goethestraße, aufzustellen. Das könnte beim anstehenden Umbau der Arndtstraße bedacht werden. Zum Aussehen des Kunstwerks solle es einen Wettbewerb mit regionalen pommerschen Künstlern geben. Peter Multhauf, Bürgerschaftsabgeordneter der Linken und Denkmalbefürworter kann sich auch vorstellen, dass das Kunstwerk vor der Regionalschule „Ernst Moritz Arndt“ aufgestellt wird. Als weitere mögliche Standorte schlägt Multhauf das neue Stadtarchiv – Arndt war Geschichtsprofessor in Greifswald – oder die Lappstraße vor. Dort gibt es bereits ein Wandgemälde des Pommerschen Künstlerbundes zur Greifswalder Geschichte. Noch eine andere Idee hat Ibrahim Al Najjar. Er kann sich auch ein Denkmal für Arndt in Schönwalde I vorstellen, um den seiner Ansicht nach bedeutenden Mann zu ehren.

Peter Multhauf geht davon aus, dass Greifswalder wie beim Denkmal für Caspar David Friedrich für die Erstellung spenden würden. Seine Frau und er sichern schon mal 250 Euro zu. Die Stadt könnte sich beteiligen, zumal nachdem sechs Millionen Euro Überschuss im Haushalt auftauchten.

Stadt ehrte den ehemaligen Namenspatron der Uni bereits mehrfach

Die Hansestadt hat Arndt bereits 1886 als Patron einer Straße und 1932 durch die Benennung der damals eingeweihten Mädchenvolksschule und heutigen Regionalschule in der Arndtstraße geehrt. Bereits 1856 hatte die Universität auf Beschluss der Philosophischen Fakultät Arndt durch eine Sitzfigur am Rubenowdenkmal geehrt. Die Greifswald Universität trennte sich 2018 auf Beschluss des Senats von ihrem umstrittenen Patron. Die Bürgerinitiative „Ernst Moritz Arndt bleibt“ will das rückgängig machen und sammelt Unterschriften, damit sich der Landtag mit ihrer Forderung auseinandersetzen muss. Die BI fordert die Festschreibung des Namens „Ernst-Moritz-Arndt-Universität“ im Landeshochschulgesetz.

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