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Greifswald Bürgerschaft akzeptiert Namensablegung der Universität
Vorpommern Greifswald Bürgerschaft akzeptiert Namensablegung der Universität
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19:04 25.05.2018
Blick auf ein Namensschild der Universität am Hauptgebäude in Greifswald, aufgenommen am 18.01.2017. Quelle: Stefan Sauer
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Greifswald

Die Mehrheit der Greifswalder Bürgerschaft hat es abgelehnt, dass alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der politischen Gremien künftig verbindlich von der Ernst-Moritz-Arndt-Universität sprechen und schreiben sollen. Die CDU-Fraktion hatte dies beantragt, obwohl die Universität selbst den Namen abgelegt hat. Mit dem Beschluss des Senats vom Januar und der Genehmigung durch das Bildungsministerium ist der offizielle Titel Universität Greifswald. Den Mitgliedern der Uni ist es jedoch freigestellt, den Namen Arndt als Zusatz weiter zu verwenden.

Seit knapp anderthalb Jahren wird in der Hansestadt emotional gestritten. Nach dem ersten Versuch der Namensablegung im Januar 2017 rollte eine Welle des Protests durch die Stadt. Doch die Gruppe der Enthusiasten, die noch für den Schriftsteller Ernst Moritz Arndt (1769-1860) kämpft, wird merklich kleiner. An der Mahnwache unmittelbar vor der Bürgerschaftssitzung nahmen weniger als 20 Personen teil. Umstritten ist Arndt wegen antisemitischer Äußerungen in seinen Schriften. Seine Anhänger ehren ihn als Freiheitskämpfer.

„Für mich wird die Uni immer Ernst-Moritz-Arndt-Universität bleiben. Aber das ist meine ganz persönliche Entscheidung. Auch wenn mir die Entscheidung des Senats nicht gefällt, werde sie akzeptieren“, sagt Mignon Schwenke, die für die Linke in der Bürgerschaft und im Landtag sitzt und appelierte an die Bürgerschaft, dies ebenso zu tun. „Es ist das Recht der Universität den Namen abzulegen und die Nutzung nur noch bedingt zuzulassen“, sagt Parteikollegin Marion Heinrich. Sie bezeichnet es als „Schattenfechten“ angesichts der Umstände weiter am Namen festhalten zu wollen. Auch der Vorsitzende der SPD-Fraktion Andreas Kerath sagt: „Lassen wir die Kirche im Dorf und reden die Uni mit ihrem Namen an.“ Als „grotesk“ bezeichnet Jörg König (Forum 17.4) den Vorstoß der CDU-Fraktion. „Damit schränken wir das Recht auf freie Meinungsäußerung ein.“

Ganz anders sieht das der CDU-Fraktionsvorsitzende Axel Hochschild: „Wir sind der Souverän der Greifswalder Bürger, wir müssen keine Rücksicht nehmen auf den Senat, sondern auf die Empfindungen der Greifswalder.“ Er ist überzeugt, dass sich ein Großteil der Menschen in der Hansestadt die Beibehaltung des Namens wünscht.

Peter Multhauf (Linke) kündigt an, dass die Bürgerinitiative „Ernst Moritz Arndt bleibt“ weiter für den Erhalt des Namens kämpfen werde. 15.000 Unterschriften sollen bis zum Jahresende gesammelt werden, um zu erwirken, dass der Landtag sich mit dem Thema befasst und ihn als bindend anerkennt. 900 Unterschriften seien bereits zusammengetragen, wie Multhauf weiter mitteilt.

Degrassi Katharina

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