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Greifswald Buslinie 4 nach Ladebow kommt erst ab 2022
Vorpommern Greifswald Buslinie 4 nach Ladebow kommt erst ab 2022
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09:32 28.03.2019
Geplante Buslinie 4 in Greifswald Quelle: Arno Zill
Greifswald

Die Ladebower müssen sich noch gedulden: Der Start der Citybuslinie 4, die den Ortsteil Ladebow-Wieck an das Innenstadtbusnetz anschließen soll, lässt noch mindestens drei Jahre auf sich warten. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde die erste Ausbaustufe für die Linie – Verbindung über die Stralsunder Straße bis an die Klappbrücke – im aktuellen Nahverkehrsplan aufgenommen und dort auch mit einem kurzfristigen Umsetzungshorizont priorisiert. Allerdings sind vor Inbetriebnahme der Linie noch einige Hürden zu nehmen. So müssen für diese Ausbaustufe sechs barrierefreie Haltestellen eingerichtet werden. „Zwei der erforderlichen Haltestellen befinden sich im städtebaulich sensiblen Bereich des historischen Ortskerns von Wieck“, sagte Stadtsprecherin Andrea Reimann. Für deren Errichtung – beispielsweise in der Nähe der Kirche, der Klappbrücke oder im Denkmalbereich Wieck – wären zunächst umfangreiche Abstimmungen und weiterführende Planungen notwendig und auch vorzuschalten.

Ein weiterer offener Posten ist die Finanzierung. Die Kosten für die Errichtung einer barrierefreien Haltestelle liegen nach Angaben der Stadt abhängig von den örtlichen Gegebenheiten jeweils zwischen 10000 und 30000 Euro. Im aktuellen Haushalt seien explizit für die Maßnahme „Citybuslinie 4“ keine investiven Mittel hinterlegt, so Reimann weiter. Allerdings habe das Tiefbau- und Grünflächenamt im aktuellen Haushalt allgemein Mittel für den barrierefreien Ausbau von Haltestellen eingestellt. Reimann verwies darauf, dass über die Haushaltssatzung die Bürgerschaft entscheidet. Die Verwaltung werde die für eine Ausweitung des Bedienangebots erforderlichen Mittel „unter Berücksichtigung der in anderen Bereichen erforderlichen Investitionen“ in den jeweiligen Planungen der Doppel-Haushalte anmelden.

In Summe all dieser Gründe will die Stadt noch kein konkretes Startdatum für die Buslinie nennen. Nur soviel: Bis zu einem Bedienaufnahme der Ausbaustufe 1 werden mindestens drei weitere Jahre vergehen, hieß es von der Stadt. Die geplante Ausbaustufe 2 als Verlängerung der Linie über die Ladebower Chaussee zur Steinbeckervorstadt durch die Innenstadt bis in die Südliche Mühlenvorstadt/Obstbausiedlung soll laut Nahverkehrsplan mittelfristig bis 2027 umgesetzt werden.

Der Ortsteilvorsitzende Bernd Lieschefsky sieht noch eine Menge Gesprächsbedarf. „Der Zustand ohne Bus ist nicht befriedigend“, sagte er. Dass die Linie erst frühestens in drei Jahren kommen soll, sei nicht entscheidend. „Wichtig ist für uns, dass die Linie kommt.“ Er forderte vor dem Start der Detailplanungen, dass die Verwaltung hinsichtlich der Linienführung und Festlegung der Haltestellen mit den Bürgern spricht und sich zudem über den aktuellen Straßenzustand informiert. Teilweise sei der Zustand sehr schlecht. Die Rosen- und Kirchstraße seien sehr schmal, so dass dort keine keine größeren Busse fahren können. Gesprochen werden müsse auch über die Taktung und die Größe der Busse. „Beides muss an die tatsächlichen Bedarfe angepasst sein.“

Dem Nahverkehrsplan zufolge soll der Bus als Zielplanung alle 60 Minuten von Montag bis Freitag in der Zeit von etwa 06 bis 19 Uhr verkehren. Aufgrund der zu erwartenden Nutzerzahlen sowie der engen Straßenverhältnisse in Wieck wird der Einsatz von kleinen Fahrzeuggrößen (8- oder 16-Sitzer) empfohlen.

Aktuell erarbeitet die Stadtverwaltung ein GIS-basiertes Haltestellenkataster für die gesamte Stadt. Auf dieser Datengrundlage soll dann unter Berücksichtigung der städtischen Straßenausbauvorhaben auch der barrierefreie Haltestellenausbau geplant werden, wie Reimann sagte. In diesem Rahmen werde die Verwaltung auch prüfen, unter welchen Voraussetzungen möglicherweise Haltestellen der in der 2. Ausbaustufe geplanten Linie 4 vorrangig ausgebaut werden könnten, um gegebenenfalls eine frühere Realisierung der Maßnahme - zumindest in Teilen - anzugehen.

Martina Rathke

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