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Greifswald Container für die Schule von Neuenkirchen bei Greifswald
Vorpommern Greifswald

Container sollen Raumproblem der Schule in Neuenkirchen bei Greifswald lösen

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15:15 10.12.2019
Für die Schule am Bodden sollen Container aufgestellt werden. Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Neuenkirchen

Wegen stark gestiegener Schülerzahlen platzt die Schule in Neuenkirchen aus allen Nähten. Eine Klasse nutzt aktuell die Turnhalle für den Unterricht, die Fachkabinette werden als normale Klassenräume verwendet, informiert der Leitende Verwaltungsbeamte Heiko Burgas. Es fehlen also fünf Räume, und zumindest im nächsten Jahrzehnt bleibt es bei den hohen Schülerzahlen. Die Schulleitung mahnt seit über zwei Jahren Verbesserungen an.

Schnelle Hilfe ist notwendig

Jetzt handelt das Amt Landhagen, dessen neun Gemeinden die Schule tragen. Container sollen rasch Abhilfe schaffen. „Der Koordinierungsausschuss und der Schulausschuss haben im November nichtöffentlich über eine Lösung beraten“, informiert Heiko Burgas. „Es ist seit Längerem bekannt, dass trotz des schon erfolgten Neubaus an allen Ecken und Kanten Räume fehlen. Nun hat der Amtsausschuss mit seiner Zustimmung zum Haushalt in öffentlicher Sitzung die Weichen für neue Räume gestellt. Eine Debatte gab es nicht, alle Bürgermeister hatten an den vorhergehenden Beratungen teilgenommen.

„Eine Containerlösung lässt sich schnell umsetzen“, sagt Heiko Burgas. „Für einen Anbau oder ein anderes Gebäude ist ein langwieriges Planverfahren nötig, Fördermöglichkeiten müssen gesucht, Leistungen europaweit ausgeschrieben werden.“ Er schätzt, dass dieser Prozess etwa fünf Jahre in Anspruch nehmen wird.

Im ersten Halbjahr 2020 soll es losgehen

Ob Container gekauft oder gemietet werden, muss noch entschieden werden. Die Lösung mit fertigen Modulen ist erst einmal auf sechs Jahre angelegt. Burgas geht davon aus, dass im ersten Halbjahr 2020 Erschließungs- und Bauarbeiten laufen können.

Für die Containerlösung stehen im jetzt beschlossenen Haushalt für nächstes Jahr 200 000 Euro Investitionszuschuss für die Amtsschule an der Wampener Straße in Neuenkirchen zur Verfügung. Dazu kommen noch 60 000 Euro für den Ersatz der inzwischen sechs bis sieben Jahre alten IT-Ausstattung.

Zahl der Klassen steigt weiter an

Wie dringend der Handlungsbedarf ist, zeigen die vorliegenden Schülerzahlen. In diesem Schuljahr werden in Neuenkirchen 434 Mädchen und Jungen in 21 Klassen unterrichtet. Im nächsten Jahr wird es sogar 22 Klassen geben, weil die Prognose von 448 Schülern ausgeht. Auf diesem Niveau bleiben die Schülerzahlen. Wenn die unter anderem aufgrund der bereits erfolgten Geburten erstellte Prognose zutrifft, werden es 2025/26 sogar 464 Kinder und Jugendliche in 23 Klassen sein. „Das neue Bebauungsgebiet in Wackerow kann dazu führen, dass wir die Zahlen nach oben korrigieren müssen“, so Burgas.

Die Schule am Bodden verzeichnete aufgrund des Zuzugs aus Greifswald in den Speckgürtel schon steigende Schülerzahlen, als in der Region noch Einrichtungen wegen Nicht­aus­lastung geschlossen wurden. Seit der Wende hat sich beispielsweise Neuenkirchens Einwohnerzahl verdoppelt. Als 2001 das Nebengebäude für sechs Klassen der Stufen eins bis drei eingeweiht wurde, lernten insgesamt 349 Schüler an der Wampener Straße. Die damalige Investition, mit der auch das Problem der zuvor fehlenden Aula gelöst wurde, kostete 1,5 Millionen Mark.

2013 endete die rund drei Millionen Euro teure Sanierung der Regionalschule, sie dauerte 14 Monate. In der Bauzeit nutzen Schüler und Lehrer die Gebäude in Dersekow.

Antrag auf Anbau erfolgte vor zweieinhalb Jahren

Im März 2017 stellte die Schulleitung den Antrag auf Errichtung eines Anbaus. Damals gab es 19 Klassen. Alle bisherigen Prognosen künftiger Schülerzahlen hätten sich als zu niedrig erwiesen, mahnte damals schon Schulleiter Bernd Leu und fügte hinzu: „Für die angestrebte Inklusion fehlen schon jetzt Räume, wir müssen bereits Vorbereitungsräume nutzen.“

Nun ist Abhilfe in Sicht. Die Kosten tragen die neun Gemeinden über eine Umlage für die in den einzelnen Kommunen wohnenden Kinder. Laut beschlossenem Haushaltsplan für das nächste Jahr sind das je Schüler etwa 680 Euro. Das umfängliche Papier wird nun dem Landkreis zur Genehmigung vorgelegt. Dank der noch vorhandenen Rücklagen kann die Amtsumlage auf dem vergleichsweise niedrigen Wert von 15 Prozent belassen werden.

Von Eckhard Oberdörfer

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