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Greifswald Das Geld ist da: Umbau des Hanserings in Greifswald rückt näher
Vorpommern Greifswald Das Geld ist da: Umbau des Hanserings in Greifswald rückt näher
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18:07 22.05.2019
Bausenatorin Jeannette von Busse und Bauamtsleiter Thilo Kaiser mit den Planungsunterlagen am Greifswalder Hansering. Im Herbst 2019 oder Frühjahr 2020 soll es nach langem Tauziehen um EU-Fördermittel endlich losgehen. Quelle: Anne Ziebarth
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Greifswald

100 Bäume, rot-graues Pflaster, breite Radwege und eine gemütliche Ryck-Promenade zum Schlendern: So soll er aussehen, der neue Hansering. Die Stadt ist dem seit Jahren geplanten Umbau der Hauptverkehrsader am Museumshafen nun ein großes Stück näher gekommen. Denn das Land habe sich in dieser Woche zu seiner genauen Fördersumme für das Projekt bekannt, berichtete Greifswalds Bausenatorin Jeannette von Busse (CDU) am Mittwoch der OZ.

Land gibt 400 000 Euro weniger als erhofft

Exakt 4,238 Millionen Euro fließen aus dem Schweriner Wirtschaftsministerium an den Ryck, insgesamt kostet das Vorhaben etwa 7,5 Millionen Euro. Die Unterstützung aus der Landeshauptstadt fällt nun rund 400 000 Euro geringer aus als erhofft. „Aber nun wissen wir, woran wir sind und können die konkreten Ausschreibungen vorbereiten“, verdeutlichte die Bausenatorin. Jetzt muss die Verwaltung prüfen, ob sie beim Umbau auf Details verzichtet und so Geld einspart oder ob sie die ursprünglich aus Schwerin erhofften Mittel selbst noch im Haushalt findet. Die Dauer dieser Prozesse und die Verfügbarkeit von Baufirmen sei entscheidend für den genauen Startschuss am Hansering.

Hansering wird auf 30 Meter verbreitert

„Ich gehe nun vom ersten Spatenstich im Herbst 2019 aus oder im Frühjahr 2020“, legte sich von Busse auf einen Zeitkorridor fest. Einen erneuten Beschluss der Bürgerschaft zur Hansering-Gestaltung wegen der geringeren Landesförderung erachtet die Senatorin nicht als notwendig, da sich im Grundsatz nichts an der Maßnahme ändere. Hier sei also kein weiterer Zeitverlust zu erwarten.

Auch Greifswalds Bauamtschef Thilo Kaiser betonte, er sei froh, dass der Umbau des Hanserings – eines der wichtigsten Verkehrsprojekte der Stadt und seit über 30 Jahren verfolgt – nun endlich Formen annehme. Das Rathaus hat Großes vor: Zwischen Steinbeckerstraße und Fangenturm soll der Hansering auf insgesamt 30 Meter verbreitert werden. Dafür verschwinden auf der Innenstadtseite Parkplätze in gut sechs Metern Breite. Diese Fläche wird dem Hansering zugeschlagen.

Große Promenade direkt am Ryck

Die Straße am Museumshafen soll dann viel stärker den Charakter eines Erlebnisbereiches am Wasser bekommen. Besonders wichtig dafür: Eine 6,25 Meter breite Fußgänger-Promenade direkt am Ryck, daneben wird ein drei Meter breiter Radweg entstehen. Der Auto-Verkehr wird laut Kaiser entzerrt: Statt bislang zwei wird es nach dem Umbau drei Spuren geben. Die mittlere Spur ist dabei nicht durchgehend befahrbar. Hier finden Pyramiden-Hainbuchen Platz, Aussparungen gibt es lediglich für Linksabbiegerspuren in Kuh-, Bach- und Steinbeckerstraße. Zwei weitere Baumreihen trennen sowohl zur Innenstadt-, als auch zur Ryckseite die Fußgänger- und Radbereiche vom Autoverkehr. „Der ganze Hansering wird also eine sehr grüne Anmutung bekommen“, so Kaiser.

150 Innenstadt-Parkplätze verschwinden

Damit das alles Platz hat, werden insgesamt 150 Parkplätze am Hansering verschwinden, räumte von Busse ein. Dafür solle aber Ausgleich geschaffen werden beziehungsweise werde in der City das „Anwohner-Parken“ verstärkt. Der Parkplatz im Bereich des Museumshafens Nord ist bereits erweitert worden. „Vielleicht müssen wir auch über den Bau eines Parkdecks nachdenken, um die Kapazitäten zu erhöhen“, so Thilo Kaiser.

Die Umbau-Phase des Hanserings von zwei Jahren solle aber mit so wenig Behinderungen wie möglich realisiert werden, verspricht Jeannette von Busse: „Da wir zwischen Steinbeckerstraße und Kuhstraße zunächst den neuen Raum Richtung Innenstadt gewinnen, werden wir hier immer bei laufendem Verkehr bauen können.“ Im engeren Abschnitt um den Fangenturm könne es allerdings zu zeitweisen Sperrungen kommen, so die Senatorin.

„Andere Städte werden uns um diesen Bereich beneiden“

Bauamtschef Kaiser ist sich sicher, dass der neue Hansering bei Anwohnern und Gästen der Stadt gut ankommen wird: „Natürlich wird die Bauphase anstrengend, aber danach haben wir am Hafen einen Erholungsbereich, um den uns andere Städte beneiden werden“, ist er sicher.

Tempo 30 geplant

Das Rathaus möchte mit der Sanierung der zentralen Straße auch gezielt Verkehr in der City verringern und auf die Ortsumgehung leiten. Die geplante Einführung von Tempo 30 auf dem Hansering ist ein Bestandteil des Konzepts. „Wir wollen aber nicht mit Verboten arbeiten. Die Verkehrsteilnehmer sollen selbst entscheiden, ob es für sie sinnvoll ist, den eher langsamen Weg durch die Innenstadt zu vermeiden“, sagte die Senatorin. Tempo 30 sei das Ziel, aber eine politische Diskussion über das Tempolimit nicht ausgeschlossen, fügte von Busse dazu.

Ryck-Tunnel rückt wieder in den Blick

Um mehr Anreize für eine Umfahrung der Innenstadt zu schaffen, wird nun auch ein Projekt konkreter, dass ebenfalls schon vor vielen Jahren debattiert wurde. Ein Ryck-Tunnel in Höhe der Koitenhäger Landstraße, mit dem Autofahrer aus dem Südosten Greifswald leichter Richtung Norden passieren können – ohne durch die Innenstadt zu müssen. „Der Ryck-Tunnel ist kein Projekt für die nächsten eins, zwei Jahre. Aber wir erarbeiten gerade einen Masterplan „Wohnen am Wasser“, in dem er eine Rolle spielen wird“, berichtete Jeannette von Busse.

Animation für den neuen Hansering in Greifswald: Die Fußgänger-Promenade direkt am Ryck (rechts) soll 6,25 Meter breit werden. Daneben folgt ein drei Meter breiter Radweg. Drei Baumreihen sind geplant. Eine zwischen den beiden Fahrspuren. Die mittlere Baumreihe wird durch Linksabbiegerspuren für Autos unterbrochen. Quelle: Dorsch Gruppe

Alexander Loew und Anne Ziebarth

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