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Greifswald Diskussion über Eingriff ins Erbgut in Greifswald
Vorpommern Greifswald Diskussion über Eingriff ins Erbgut in Greifswald
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09:23 29.04.2019
Sebastian Laacke und Prof. Sabine Salloch organisieren eine Veranstaltungsserie im Krupp-Kolleg Quelle: Eckhard Oberdörfer
Greifswald

Blaue Augen, blond, schlau – das wünschen sich viele Eltern, wenn sie über den künftigen Nachwuchs nachdenken. Die Medizin der Zukunft könnte solche Menschenzüchtung durch gezielte Veränderung des Erbgutes (Genom-Editierung) an der menschlichen Keimbahn möglich machen. Aber ist das überhaupt wünschenswert? Darüber diskutieren die Greifswalder Medizinethikprofessorin Sabine Salloch und Johannes Fritsch, der an der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina mit dieser Problematik befasst ist, am 30. April ab 18 Uhr im Krupp-Kolleg. Es ist der Auftakt zu den vier Vorträgen dieses Sommersemesters in der Reihe „Vier Augen. Lebenswissenschaften in der Kontroverse“. Jeweils zwei Redner mit zum Teil auch gegensätzlichen Positionen werden Kurzreferate halten und miteinander und dem Publikum diskutieren.

„Ein Eingriff in das menschliche Erbgut ist heute viel schneller, genauer und kostengünstiger möglich“, erinnert Sabine Salloch. Das eröffne auch große Möglichkeiten für die Heilung von Menschen. Durch die Veränderung eines einzigen Gens beim Embryo könnte man erreichen, dass Kinder keine Erbkrankheiten wie Morbus Huntington bekommen. „Das hat mit Menschenzüchtung nichts zu tun“, sagt die Ethikprofessorin. „Ich sehe als Medizinerin im Moment mehr die Chancen solcher neuen Methoden.“

„Das ist schon eine technische Revolution“, unterstützt der wissenschaftliche Geschäftsführer des Krupp-Kollegs, Christian Suhm. „Wir wollen einem breiten Publikum vermitteln, wo heute die Wissenschaft steht.“ Alle Veranstaltungen sind kostenfrei.

Auch die anderen Veranstaltungen der Reihe greifen hoch aktuelle Debatten der Lebenswissenschaften auf. Am 14. Mai sprechen Experten über „Vertrauen oder Kontrolle? Meine Gesundheitsdaten und ich“, und am 28. Mai geht es um den Umgang mit menschlichen Überresten aus der Kolonialzeit und mit der Körperspende in der Bundesrepublik. In Hamburg wurde vor zwei Jahren festgestellt, dass im Medizinhistorischen Museum 75 Schädel lagern, die aus den früheren Kolonien stammen. Die Erforschung der Herkunft und der Umgang mit den menschlichen Überresten sind aktuell große Themen in der Fachwelt. Der Greifswalder Anatomieprofessor Karlhans Endlich war im letzten Jahr bei der Übergabezeremonie menschlicher Überreste aus dem heutigen Namibia in Berlin dabei.

Der vierte Vortrag am 11. Juni führt in das reale Leben der Wohlstandsgesellschaft und berührt aktuelle Forschungen der Greifswalder Unimedizin. Die Psychiaterin Deborah Janowitz und der Chirurg Wolfram Keßler debattieren über „Skalpell oder Psychotherapie? Die Volkskrankheit Adipositas und ihre Behandlung“.

Wer dick ist, der gilt als weniger leistungsfähig, erinnert Sabine Salloch. Aber sei das immer ein selbst verschuldetes Problem, muss nur gesünder gegessen und Sport getrieben werden. Die Einnahme bestimmter Psychopharmaka kann als Nebenwirkung zu einer starken Gewichtszunahme führen. Ist dann eine Magenverkleinerung angezeigt? „Deborah Janowitz und Wolfram Keßler arbeiten an der Greifswalder Unimedizin ausgezeichnet zusammen“, sagt Sabine Salloch. „Sie werden die aber die Kontroversen bei der Behandlung der Adopositas darstellen.“

Eckhard Oberdörfer

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