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Greifswald Der Duft im Web – Firmen auf digitaler Überholspur
Vorpommern Greifswald Der Duft im Web – Firmen auf digitaler Überholspur
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18:04 10.05.2019
Der Social-Media-Experte Karl Kratz sprach bei der MV.digital über "Die Kunst digitaler Berührung". Quelle: Stefanie Ploch
Greifswald

Kann man ein Unternehmen, das seine Produkte im Internet verkauft, riechen? Online und Düfte schließen sich eigentlich aus, doch das sieht Rima Rifai anders. „Die Kunden von Internethändlern brauchen genauso wie die Kunden in Einkaufsläden Emotionen und eine Beziehung zum Produkt, nicht nur das Produkt selbst“ sagt Rima Rifai, die mit „Rimas Duftmanufaktur“ beim Unique-Ideenwettbewerb der Uni Greifswald im letzten Jahr erfolgreich abschnitt. „Düfte sprechen eine andere Hirnregion an als visuelle Werbung.“ Deswegen sei es sinnvoll, dass auch Onlinehändler Düfte in das Marketing mit einbeziehen – nämlich dann, wenn der Kunde das Produkt in der Hand halte.

Mit ihrer Idee fand sie auf der ersten Fachkonferenz für digitale Leitkultur in Mecklenburg-Vorpommern am Freitag in Greifswald viel Anklang. Rund 100 Interessenten aus dem Bundesland hatten sich getroffen, um sich über digitale Geschäftspräsenzen und Online-Marketing auszutauschen. „Bisher gehörte Mecklenburg-Vorpommern zu den sieben Bundesländern, die Schlusslichter in Sachen digitaler Fortbildung sind“, erklärte Tagungsorganisatorin und Chefin einer Internetagentur, Katrin Zeidler. Das sollte sich mit der für die Teilnehmer kostenlosen Konferenz ändern. „Denn MV kann mehr als nur Tourismus.“

„Wir müssen die Digitalisierung als etwas Positives begreifen, als etwas, das uns voranbringt“, sagte sie. In 12 Vorträgen von Experten in Sachen Online-Marketing lernten die Konferenzteilnehmer beispielsweise, wie die Website eines Unternehmens die Psyche der Kunden beeinflusst oder welche Strategien regionale Unternehmen anwenden, um im Internet erfolgreich zu sein.

Viele Menschen hätten Angst vor der Digitalisierung, sagte der Digitalchef des Versicherers Euler Hermes, Tom Alby. Die Arbeit, davon zeigte er sich überzeugt, werde durch die Digitalisierung einfacher. Die Veränderungen in der Finanzbranche, vom Bankberater, der einem das Geld auszahlt, bis zu Überweisungsautomaten und Online-Banking, sei ein gelungenes Beispiel der Digitalisierung. „Heutzutage könnte ich mir nicht mehr vorstellen, in eine Bankfiliale zu gehen, um dort zu überweisen“, sagte er.

Der Online-Marketing Experte Karl Kratz erklärte, wie man die Aufmerksamkeit der Kunden im Internet fängt. „Man muss das Produkt individuell und interessant machen“, ist er sich sicher. „Die Kunden müssen neugierig werden und wissen wollen, wie das Produkt funktioniert.“ Außerdem bräuchte man einen Erinnerungswert. Die Titelmelodie der Telekom sei beispielsweise so eingängig, dass jeder wisse, was es bedeute.

Tom Alby sprach über die Entwicklung der Digitalisierung und warum digitale Transformation und 100 Jahre Traditionsunternehmen kein Widerspruch sind. Quelle: Stefanie Ploch

Regionale Start-up-Unternehmen wie Advocado und der Barfüßler zeigten, wie sie online punkten. Unternehmen, die bereits Erfahrungen im Online-Marketing haben, vertieften ihr Wissen in Workshops zu den Themen Social Media und Tipps und Tools für Online-Texte.

Die Themen der Vorträge kamen bei den Konferenzteilnehmern gut an. „Super spannend, es gab viele praktische Ansätze und man hat viel gelernt“, sagte der Social-Media-Koordinator der Seetelhotels Usedom, Christoph Stahl. „Viele Unternehmen in MV erkennen die Wichtigkeit für das Social-Media-Marketing noch nicht“, ist er sich sicher. Deswegen sei es gut, dass hier eine Plattform für eine Weiterbildung geboten wird. Auch die Möglichkeit zur Vernetzung mit anderen Unternehmen, ein Austausch über Erfolge oder Rückschritte in der Online-Welt hebt der Usedomer als positiv hervor.

Der gleichen Meinung ist auch Marie Büchler von der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern. „Wir haben einige unserer Unternehmen auf die Konferenz eingeladen, die online noch mehr aus sich heraus holen können“, sagt die 28-Jährige. „Die Vorträge waren sehr spannend und fesselnd, ein frischer Blick von außen ist nie verkehrt.“

Nach der ersten erfolgreichen Digitalkonferenz starten schon die Planungen für das nächste Jahr. „Im Mai nächsten Jahres möchten wir weitere Impulse setzen, dann zu einem anderen Thema aus der Digitalwelt“, sagte Organisatorin Zeidler. Ihre Ziele sind hoch gesteckt. „Ich möchte mit diesem Format alle Unternehmen in MV erreichen – Digitalisierung funktioniert nämlich in jeder Branche. Und es wird auch Zeit dafür.“

Stefanie Ploch

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