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Greifswald Ausstellung zu Schlössern und Gutshäusern
Vorpommern Greifswald Ausstellung zu Schlössern und Gutshäusern
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09:42 28.01.2019
Heidrun und Burkhardt Köhler stellen knapp 100 Fotos von Herrenhäusern und Schlössern in Mecklenburg-Vorpommern in der Rathausgalerie aus Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Mecklenburg-Vorpommern ist einzigartig. Denn hier gibt es über 2.000 Schlösser und Herrenhäuser. Mehr als irgendwo sonst in Europa, betonte Annett Hauswald, Leiterin des Amtes für Kultur, Bildung und Sport bei der Eröffnung der neuen Ausstellung in der Greifswalder Rathausgalerie. Etwa 200 Interessierte waren gekommen, um die Fotos des Greifswalder Ehepaares Heidrun und Burkhardt Köhler zu sehen. „Glanz oder Verfall? Schlösser und Herrenhäuser in MV“, so lautet der Titel, der 98 Anlagen von etwa 300 durch die beiden Fotografen besuchten im ganzen Land auswählten. Die übergroße Mehrheit der Gutshäuser im Nordosten stammt aus dem 19. Jahrhundert, oder die Gebäude erhielten in dieser Zeit ihre heutige Gestalt. Mangelnde Instandhaltung nach 1945 und Leerstand nach der Wende machen vielen Anlagen zu schaffen. Das wird in der Rathausgalerie dokumentiert.

„Vier Jahre waren wir für die Fotos der Ausstellung unterwegs“, erzählt Heidrun Köhler. „Wir haben uns spezielle Routen nach Recherchen in Büchern und im Internet zusammengestellt, waren zum Beispiel mehrere Tage im Klützer Winkel und im Raum Ludwigslust. Angefangen hat alles 2015 mit dem seit den 1980er leer stehenden Herrenhaus von Broock im Tollensetal. Dorthin sind Köhlers immer wieder gefahren und beobachten gespannt, ob die Wiedergeburt des großartigen Ensembles als Veranstaltungsort mit überregionaler Ausstrahlung gelingt. „Wir haben beide Landesteile gleich berücksichtigt“, betont Heidrun Köhler. Auch ein besonderes Bild im Internet kann eine Reiseempfehlung sein. „Wir haben dort ein Foto von Basedow mit einer Spiegelung des Schlosses im Wasser gesehen“, erzählt Köhler. „Das wollten wir genauso auch haben und sind deshalb um 7 Uhr in Greifswald losgefahren.“ Dieses Bemühen ums Detail, um interessante Perspektiven, kennzeichnet die Ausstellung.

Neben Anlagen wie Basedow, Bothmer, Ludwigslust, die zu den bedeutendsten in MV gehören, gibt es eine Vielzahl weit weniger bekannter Herrenhäuser und auch viele Ruinen zu sehen. Die blank geputzten Perlen sind dabei bewusst schwarz-weiß fotografiert, die Sorgenkinder hingegen farbig. Davon gibt es mehr als genug. So zum Beispiel das Herrenhaus im Bandeliner Ortsteil Schmoldow, dass schon einmal gesprengt werden sollte. Oder auch Auerose bei Anklam, dessen Sanierung schon begonnen und dann wieder beendet wurde. „Wir waren da noch bei Exkursionen drin“, merkte Ausstellungsbesucher Kunstgeschichtsprofessor Klaus Haese an. Schloss Auerose verfüge über eine bemerkenswerte Innenausstattung. Nicht nur bei Schmoldow erscheint es indes fraglich, ob überhaupt noch eine Rettung möglich ist. So auch im Fall des Herrenhauses von Dargibell, auch nicht weit von Anklam entfernt. Das im 18. Jahrhundert errichtete Gebäude wurde Ende des 19. Jahrhunderts umgebaut und steht seit Langem leer.

Das erste Bild in der Ausstellung stammt von 2014. Das zeitlich jüngste Foto in der Rathausgalerie wurde im Februar 2018 aufgenommen. Es zeigt das schön sanierte Herrenhaus von Libnow am Weg von Anklam nach Usedom.

Ausstellungsgast war auch Jörg Scheffelke, der Chef einer ehrenamtlichen Arbeitsgruppe, die sich für die Herrenhäuser und Parks in Vorpommern engagiert. Er arbeitet dabei mit dem Planungsverband Vorpommern zusammen. Dieser bemüht sich seit 2005 sehr aktiv um die Bewahrung und Nutzbarmachung des kulturellen Erbes der Guts- und Parkanlagen in Vorpommern. Scheffelke wollte die beiden Köhlers gleich zur Mitarbeit gewinnen. Aber die beiden Greifswalder haben mit den Herrenhäusern erst einmal abgeschlossen. „Unser neues Projekt sind die Kirchenburgen in Siebenbürgen“, verrät Burkhardt Köhler.

Annett Hauswald begrüßt die Gäste der Ausstellung von Heidrun und Burkhardt Köhler Quelle: Eckhard Oberdöfer

Eckhard Oberdörfer

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