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Greifswald „Die Entscheidung ist eine Demütigung für die Pommern“
Vorpommern Greifswald „Die Entscheidung ist eine Demütigung für die Pommern“
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09:39 23.01.2018
Eine Aufnahme von Reinhard Glöckner, Pfarrer in Rente und ehemaliger Oberbürgermeister, aus dem Jahr 2010. Quelle: Peter Binder
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Greifswald

Der Senat der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald hat sich mehrheitlich entschieden, den Namen von Ernst Moritz Arndt abzulegen. Diese Entscheidung stand seit vielen Jahren wiederholt auf der Kippe, mal mehr als 50 Prozent mal weniger. Schon zu Lebzeiten und seither immer war Ernst Moritz Arndt ein umstrittener Mann, weil er ein mutiger und entschlossener Streiter war. Er war ein lautstarker Zeitgenosse im damaligen Europa des Antisemitismus. Er gab wesentlichen Anstoß zur Überwindung der Leibeigenschaft. Er war für die Einheit der Deutschen und für den Aufstand gegen die französische Kriegsmacht unter Napoleon. Doch schon zuvor empörte ihn, dass die Franzosen in ihrer Revolution die christliche Religion abschaffen wollten. Dafür hatte er kein Verständnis. Noch heute singen wir sein Lied: „Ich weiß, woran ich glaube, ich weiß, was fest besteht...“

Für die Menschen in Vorpommern ist er wie auch Caspar David Friedrich einer der Namen von besonderer Bedeutung. Diesen Namen zu verwerfen ist eine Demütigung der in ihrer Tradition geprägten Pommern, für die, die schon immer hier gewohnt haben, und für die vielen zum Kriegsende aus Stettin und weiter östlich hierher Geflüchteten. Sie haben in der Zeit der DDR aber auch danach viele Demütigungen erfahren. Der Beschluss steht dem Senat der Universität zu, er ist rechtmäßig, er entspricht der halben Wahrheit. Weise ist er nicht. Der Senat hat sich gegen die Bevölkerung der Stadt entschieden. Ich bedaure diese schädliche Entwicklung.

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Dr. Reinhard Glöckner, Pfarrer in Rente, Oberbürgermeister a.C., Ehrensenator der Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald

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