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Greifswald Greifswalder Keramikerin in der Stadt sehr präsent
Vorpommern Greifswald Greifswalder Keramikerin in der Stadt sehr präsent
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08:10 09.09.2019
Susanne Papenfuß zeigt eine Darstellung des großen Keramik-Stadtplans von Greifswald in der Stadtinformation Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

In der Hansestadt erinnern noch heute viele Arbeiten an die große Bedeutung, die die baubezogene Kunst in der DDR hatte, zum Beispiel die Sgraffiti von Heinz Becker in der Schlaakstraße.

Auch direkt am Markt gibt es ein prominentes Beispiel. Es ist der stilisierte Plan von Greifswald, den Ilse Reinl (1927 bis 2019) gemeinsam mit ihren Kollegen Helmut Reinl, Matthias Wegehaupt, Konrad Homberg und Martin Franz sowie Studenten des Caspar-David-Friedrich-Institutes vor 60 Jahren in der früheren Gerichtslaube des Rathauses fertigstellten. Die gebürtige Stettinerin hat in Greifswald bei Herbert Wegehaupt Kunsterziehung und ferner ein externes Studium der Keramik an der Kunsthochschule Berlin absolviert.

Beeindruckende Größe von von fast über zehn Quadratmetern

Der Keramik-Stadtplan ist eine bemerkenswerte Leistung, wie Susanne Papenfuß bei ihrer Führung am Tag des offenen Denkmals zeigte. Er besteht aus 319 einzelnen Fliesen, ist knapp vier Meter breit und 2,60 bis 2,90 Meter hoch. Die Darstellungen illustrieren die Zukunftsgewissheit. Zugleich ist der Plan ein Dokument, hier sind zum Beispiel der Beginn der Bauarbeiten für das alte Ostseeviertel, eine noch viel kleinere Stadtrandsiedlung, das Kleiderwerk und das Betonwerk Ladebow zu sehen.

Künstler stellten sich selbst dar

Die Künstler haben sich zum Teil selbst verewigt, berichtete Papenfuß. „Auf dem Motorrad sind Martin Franz und seine Verlobte dargestellt.“ Christine Musolf, die Familie Reinl seit ihrem Studium gut kannte, wunderte sich überhaupt nicht, dass Helmut Reinl auf der Leiter an einem Apfelbaum in der Obstbausiedlung dargestellt war. Dort wohnten die Künstler. Helmut Reinl sei ein begnadeter Gärtner gewesen, erzählt sie.

Arbeiten für die Stadtumgestaltung

Ilse Reinl hat in Greifswald ein großes Werk hinterlassen. Dazu gehören zum Beispiel Keramikrosetten für das innerstädtische Rekogebiet, von denen 40 zum Beispiel in der Knopf-, Kuhl, Langen- und Brüggstraße erhalten sind. Auch körperlich eine Leistung für eine nur 1,50 Meter große Frau mit Hüftproblemen, so Musolf.

Etwas versteckt liegt eine Keramikplatte an der Musikschule in der Roßmühlenstraße am Gebäude der Musikschule. Dargestellt ist ein stilisiertes Greifswald bei der großen Sturmflut 1872, als Trümmer Wiecker Häuser bis nach Greifswald gespült wurden. Die Platte kennzeichnet die Fluthöhe.

Eine ganze Reihe von Arbeiten Ilse Reinls für Greifswald gibt es nicht mehr. Dazu gehört der Brunnen der Lebensfreude, den sie 1981 für den Hof der SED-Kreisleitung (Loefflerstraße 70) schuf. Heute residieren hier die Wirtschaftswissenschaftler der Uni.

Die Keramik für die Flut 1872 Quelle: Eckhard Oberdörfer

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Oberdörfer

Von Eckhard Oberdörfer

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