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Greifswald Der Pommer Ernst Moritz Arndt
Vorpommern Greifswald Der Pommer Ernst Moritz Arndt
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05:50 19.08.2019
Das Geburtshaus von Ernst Moritz Arndt in Groß Schoritz Quelle: Uwe Driest
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Pommern

In diesem Jahr wäre der 1769 auf Rügen geborene Historiker und Publizist Ernst Moritz 250 Jahre alt geworden. Das Barther Vineta-Museum widmet dem streitbaren Pommern die Ausstellung. Sie sollte im Juni eröffnet werden. Daraus wurde nichts. Auch einen Titel gibt es noch nicht. Nun wird die Ausstellung wahrscheinlich im Dezember eröffnet, so eine Mitarbeiterin.

Etwa 300 Seiten umfasst das Manuskript des Ausstellungskatalogs des bekannten Berliner Kunsthistorikers Gert-Helge Vogel, in dem die OZ in den folgenden Ausgaben blättern wird. Vogel wurde an der Universität Greifswald promoviert und hat hier viele Jahre gewirkt. Durch seine Beschäftigung mit der Romantik ist er gut mit der Gedankenwelt Arndts und seiner Zeitgenossen vertraut.

Vogels Katalog verdeutlicht, wie viele pommersche Orte mit ihm verbunden sind, bevor er einen Ruf an die Universität Bonn erhielt. In Groß Schoritz wurde er geboren, in Löbnitz verbrachte er seine Kindheit, in Stralsund ging er aufs Gymnasium, in Greifswald hat er studiert und wirkte als Hochschullehrer.

Vogel schreibt: „Dank des rasanten Aufstiegs von Arndts Vater vom Leibeigenen zum Gutsinspektor und zum freien Gutspächter eröffnete sich für dessen Kinder die soziale Chance einer gediegenen gymnasialen Schulbildung und Universitätslaufbahn, wie sie u. a, dessen zweitältester Sohn Ernst Moritz erfolgreich genutzt hatte, um seinen Weg zum gelehrten Theologen, Historiker, politischen Publizisten, Dichter, Schriftsteller, Freiheitskämpfer und Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung gehen zu können.“ Ernst Moritz hatte neun Geschwister. Der Familie ging es in Groß Schoritz sehr gut und konnte Kind sein, ebenso wie in Dumsevitz, nachdem der Vater das dortige Gut und das benachbarte Ubechel pachtete. In seinen Lebenserinnerungen spricht Arndt allerdings von einer Versetzung vom Palast in eine Hütte, was die äußeren Umstände, insbesondere das Wohnen betraf. Aber er lobt die „reichen Obstgärten“, die Landschaft. Die Dumsevitzer Jahre hätten bei Arndt eine lebendige Verbundenheit mit der Natur, mit seiner Heimat, mit deren Menschen und Geschichte geweckt, schätzt Vogel ein.

Ernst Moritz war zehn Jahre alt, als die Arndts 1780 nach Grabitz am Kubitzer Bodden zogen. Sein Vater pachtete die Güter Grabitz und Breesen sowie die Bauerndörfer Giesendorf und Gurvitz. Von Hauslehrer Gottlob Heinrich Müller, einem Sachsen, lernte er nach eigener Einschätzung „Schreiben, Rechnen, Christentum und etwas Geschichte und Erdkunde und ein bißchen Latein.“ Dessen Nachfolger, dem aus Barth stammenden Joachim Gottfried Dankwardt, stellt Arndt rückblickend folgendes Zeugnis aus: „Er war ein redliches Herz, ein guter Kopf, ein leidlicher Lateiner, mittelmäßiger Franzose, ein bißchen Engländer, Grieche fast gar nicht... Dieses und das andere Gewöhnliche, was Hauslehrer alles lesen sollen und zu lehren pflegen, hat er mir und meinem Bruder Fritz nach Vermögen mitgeteilt.“ (wird fortgesetzt).

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Oberdörfer

Von Eckhard Oberdörfer

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