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Greifswald „Die Leute sollen von alleine gehen“
Vorpommern Greifswald „Die Leute sollen von alleine gehen“
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11:22 22.06.2019
Thomas Seibert ist in Drechow zu Hause. Quelle: Robert Niemeyer
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Drechow

Von den etwa 220 Einwohner der Gemeinde Drechow zwischen Tribsees und Franzburg (Kreis Vorpommern-Rügen) wohnen vermutlich nur die wenigsten in Drechow selbst. Zur Gemeinde gehören noch die Orte Katzenow, Krakow und Werder. Die Siedlungsstruktur bedingt lange Wege. Dazu kommt eine fehlende Infrastruktur. „Versuchen sie mal, in Drechow ein Taxi zu bekommen. Das muss ich bei Bedarf in Tribsees oder Stralsund bestellen“, sagt Thomas Seibert. Und ein Taxi ist mitunter nötig in Drechow, muss es doch die Lücken im öffentlichen Nahverkehr füllen helfen – etwa wenn es zum Arzt oder zum Einkauf gehen soll.

Seibert hat sich als Windkraftgegner mit klaren Ansagen einen Namen gemacht, weit über die Gemeindegrenzen hinaus. „Gleiche Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land werden zwar von den Politikern gerne gefordert, aber eben nicht umgesetzt“, ist sein Eindruck. „Klar wird hier und da schon mal LED-Straßenbeleuchtung gefördert oder ein neues Dorfgemeinschaftshaus. Aber das ändert bislang wenig an der dünnen Infrastruktur und der Landflucht.“ In Drechow hat die Gemeindevertretung zuletzt der Wohnungsgesellschaft Richtenberg zu Fördermitteln verholfen, um einen Wohnblock abzureißen, für den sich keine Mieter mehr fanden. Ein Problem, das die Wohnungsgesellschaft in anderen Gemeinden auch hat – immer da, wo es wenig Infrastruktur gibt. Und so entsteht für Thomas Seibert ein Gefühl, dass durch das Zuschauen der Politik die Entwicklung auf dem Lande in eine gewünschte Richtung gebracht werden soll. „Die Leute sollen von alleine gehen, wenn die Rahmenbedingungen immer schlechter werden“, so seine Vermutung.

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