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Greifswald Die WVG - der städtische Goldesel
Vorpommern Greifswald Die WVG - der städtische Goldesel
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13:48 16.07.2018
Klaus-Peter Adomeit ist Geschäftsführer des städtischen Unternehmens WVG mit 200 Mitarbeitern. Quelle: P.Binder
Greifswald

Die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Greifswald (WVG) erwirtschaftet verlässlich jedes Jahr mehr als vier Millionen Euro Gewinn. Dieser fließt in den städtischen Haushalt und steht damit für Projekte der Stadt zur Verfügung. 2017 lag die Gewinnausschüttung mit 6,3 Millionen Euro besonders hoch. Allerdings sind davon 2,3 Mio Euro Kapitalertragssteuer und Solidaritätszuschlag fällig geworden. Über weitere Ergebnisse des Jahresabschlusses 2017, die aktuellen Herausforderungen des städtischen Tochterunternehmens und die Perspektiven sprach die OSTSEE-ZEITUNG mit WVG-Geschäftsführer Klaus-Peter Adomeit.

OZ: Sie haben 2017 mehr als sechs Millionen Euro Gewinn erzielt. Das ist einer der höchsten Gewinne in der Geschichte des Unternehmens. Wie haben Sie das geschafft?

Klaus-Peter Adomeit: Wir haben unser Kerngeschäft konsequent ausgebaut und konnten zahlreiche sanierte Wohnungen wieder auf dem Markt platzieren. Das hat zu höheren Erlösen geführt. Wir müssen außerdem nur in geringem Umfang Kredite aufnehmen, um unsere Sanierungs- und Bauvorhaben umzusetzen.

OZ: Die Stadt hat gerade mit steigenden Baukosten zu kämpfen. Sind Ihre Projekte auch betroffen?

Adomeit: Bei unserem größten Projekt, dem Hansehof, sind die Baukosten leicht um 4,6 Prozent gestiegen. Bei einem Gesamtvolumen von rund 25 Millionen Euro Investition ist das ein guter Wert. Aber auch wir hatten für unseren Rohbau nur zwei Bewerbungen. Beide Angebote waren teurer als ursprünglich geplant. Wir sparen aber beispielsweise, weil das Unternehmen, das die Tiefgaragen baut, auch den Hochbau übernimmt. Dadurch werden die Kosten für eine erneute Einrüstung gespart.

OZ: Es gab immer mal wieder Kritik am Hansehof wegen der hohen Kosten und der hohen Mieten, die Sie dort künftig nehmen werden.

Adomeit: Wir setzen hier ein Vorzeigeprojekt für die Stadt um. Ich finde es sehr gut, dass die WVG das Projekt Hansehof am Hansering mit 96 Wohnungen realisiert. Die ersten Apartments können im Herbst 2019 bezogen werden. Die Bauarbeiten insgesamt werden noch bis 2021 andauern.

OZ: Die Wohnungen im Hansehof sollen für durchschnittlich zehn Euro pro Quadratmeter kalt vermietet werden. In der Gaußstraße entstehen 49 Sozialwohnungen. Wie teuer wird es dort?

Adomeit: Wir bekommen für das Projekt Fördermittel vom Land. Damit sind wir verpflichtet, die Wohnungen für maximal 5,50 Euro kalt je Quadratmeter zu vermieten. Wer dort einziehen möchte, benötigt einen Wohnberechtigungsschein. Wir haben bereits 80 Interessenten.

OZ: Ein Wohnberechtigungsschein gilt ein Jahr lang. Was passiert, wenn jemand nach dem Einzug besser verdient und dann keinen Schein mehr bekommt.

Adomeit: Wir sind nur beim Einzug verpflichtet zu überprüfen, ob die Person einen Wohnberechtigungsschein hat.

OZ: Es ist also möglich, dass jemand, der als Student einzieht, als Professor immer noch in der Wohnung lebt?

Adomeit: Theoretisch ja. Aber eine solche Konstruktion ist wohl eher ein absoluter Ausnahmefall. In der Regel wohnen Menschen mit einem geringen Einkommen in diesen Häusern.

OZ: Wie hoch ist aus Ihrer Sicht der Bedarf an solchen Sozialwohnungen in Greifswald?

Adomeit: Das wissen wir nicht. Die Stadt muss dringend ermitteln, wie viele Menschen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein haben und auf der Suche nach einer Wohnung sind. Es wird auch Familien geben, die von Klein Zastrow nach Greifswald ziehen möchten, um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.

OZ: Sie haben als WVG doch aber alle Mietinteressenten registriert.

Adomeit: Bei uns sind 1200 Personen als suchend registriert. Ein Drittel der Personen sind Mieter bei uns, die sich vergrößern oder verkleinern wollen, ein Drittel sind derzeit anderswo Mieter und ein Drittel kommt von außerhalb. Die Interessenten können auch ankreuzen, ob sie einen Wohnberechtigungsschein haben.

OZ: Wie hoch ist der Anteil der Wohnungssuchenden, die dort ein Kreuz macht.

Adomeit: Das sind bislang sehr wenige. Das muss aber nichts heißen, denn den Wohnberechtigungsschein gibt es erst seit Jahresbeginn wieder. Ich denke, es gibt einen Markt für Sozialwohnungen auf Wohnberechtigungsschein. Es wird aber auch einen Umzug innerhalb Greifswalds geben. Mieter ziehen dann vom Ostseeviertel oder aus Schönwalde II nach Schönwalde I.

OZ: Man kann bei der WVG auch ohne Wohnberechtigungsschein günstig wohnen. Sie schaffen beispielsweise günstige Wohnungen, indem sie die Mieten quersubventionieren.

Adomeit: Das machen wir bei unseren sanierten Wohnungen in der Makarenkostraße, in der Lomonossowallee und in der Heinrich-Hertz-Straße. Dort legen wir die Sanierungskosten nur zu einem Teil auf die Mieter um. Eine frisch sanierte Wohnung kann dort im Durchschnitt für 7,22 Euro je Quadratmeter gemietet werden.

OZ: Auch im neuen Wohngebiet an der Hafenstraße soll sozial geförderter Wohnraum entstehen.

Adomeit: Wir planen gegenüber vom neuen Stadtarchiv 80 bis 100 Wohnungen. Derzeit laufen erst die Vorbereitungen für das gesamte Areal. Wir hoffen, dass wir das Grundstück im zweiten Quartal 2019 kaufen können. Vermutlich können wir dort erst 2020 bauen. Das Land hat uns bereits Fördermittel für das Projekt in Aussicht gestellt, sodass auf dem Areal Wohnungen für 5,50 Euro kalt je Quadratmeter entstehen können.

OZ: Das klingt sehr zuversichtlich. Es gibt durchaus Skeptiker, die Zweifel haben, ob das ganze Wohngebiet je zustande kommt.

Adomeit: Ich bin überzeugt davon, dass es klappt. Die Bürgerschaft hat eine politische Entscheidung getroffen und damit die Entwicklung durch die UTB in Gang gesetzt. Selbstverständlich muss ich auch unternehmerisch hinterfragen, ob das Projekt wirtschaftlich zu vertreten ist angesichts der Baukostenentwicklungen. Diese Entscheidung muss der Aufsichtsrat treffen. Ich gehe davon aus, dass das Ergebnis positiv sein wird.

OZ: Vor genau einem Jahr sind Sie mit Ihrem jüngsten Tochterunternehmen, dem Sozial- Pflege- und Hilfsdienst Sophi an den Markt gegangen. Wie läuft es?

Adomeit: Wir sind sehr zufrieden. Zwar fahren wir derzeit noch Verluste ein, aber das ist in den ersten Geschäftsjahren planmäßig. Nach insgesamt fünf Jahren streben wir die schwarze Null an. Es hat sich aus unserer Sicht bereits bewährt, Pflege und Soziales zusammenzudenken.

OZ: Sie hatten anfangs viele Kritiker in der Pflegedienstbranche. Mittlerweile gibt es mehrere Städte, die mit ähnlichen Konzepten nachziehen.

Adomeit: Wir waren die Ersten und haben dafür viel Prügel eingesteckt. Ich bin dankbar, dass wir den Weg gegangen sind, auch wenn er steinig war. Vereinsamung der älteren Menschen ist ein großes Thema. Dem können wir mit der Kombination aus Sozial-, Pflege und Hilfsdienst entgegenwirken. Für mich steht die soziale Komponente im Mittelpunkt.

OZ: Wie viele Kunden betreut die Sophi?

Adomeit: Wir haben derzeit 60 Kunden, könnten auch noch weitere annehmen. Aber wir haben uns Zeit genommen, zu wachsen. Es sind acht Mitarbeiter in der Pflege tätig sowie fünf im Sozialen und Administrativen Bereich.

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