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Greifswald Die verrückte Mischung aus dem Norden
Vorpommern Greifswald Die verrückte Mischung aus dem Norden
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00:10 28.04.2017
Edith Tamayo und Lázara Cachao werden das Publikum in der „Latin Night“ am 9. Mai im St. Spiritus verzaubern. Quelle: Fotos: Nordischer Klang/petra Hase
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Greifswald

Berührende Balladen, ätherische Electro Beats, sinfonische Sinnlichkeit und beswingter Samba: Das Festival „Nordischer Klang“ hält vom 4. bis 14. Mai mit über 40 Programmpunkten wieder ein vielfältiges Angebot in Greifswald bereit. Neben vielen Konzerten finden sich traditionell auch Vorträge, Ausstellungen und ein Kinderprogramm im prall gefüllten Veranstaltungsheft. Dessen Cover passt bestens zum Charakter des traditionsreichen Kulturfestivals: Alles purzelt wild durcheinander.

Wir lieben das Cross- over, den Sprung über die Sparten- und Genregrenzen, die verrückte Mischung.Prof. Joachim Schiedermair, Festivalleiter des Nordischen Klangs

„Wir lieben das Crossover, den Sprung über die Sparten- und Genregrenzen, die verrückte Mischung und die überraschenden Wahlverwandtschaften“, sagt Festivalleiter Joachim Schiedermair. Zum 26. Mal mache der Nordische Klang erlebbar, wie der Norden Europas Künstlern und Musikern aus der ganzen Welt einen Raum der Entfaltung bietet. „Diesen wahrhaft globalen Reichtum des Nordens bringen wir nach Greifswald: Die Überzeugung, dass Schönheit, Frische und Begeisterung nur aus der Begegnung entstehen kann, ist ein Plädoyer für einen gelassen Umgang mit dem Neuen“, sagt Schiedermair und bezeichnet diese Entspanntheit als gesellschaftspolitische Devise der Festivalmacher.

Topstar ist in diesem Jahr der finnische Akkordeon-Weltstar Kimmo Pohjonen, der mit seinen beiden Töchtern auf der Bühne Musik aus seinem Album „Skin“ performen wird. „Die ist sehr brachial, teilweise monströs, aber auch sehr verspielt und virtuos“, macht Frithjof Strauß, der künstlerische Leiter des Festivals, auf die extravagante Sound- und Lichtshow neugierig.

Die feierliche Eröffnung des Nordischen Klangs am 5. Mai im Großen Haus des Theaters wird neben dem Philharmonischen Orchester Vorpommern das schwedische Cennet Jönsson Quartet bestreiten. Mit gutem Grund: Die schwedische Kulturministerin Alice Bah Kuhnke hat – neben Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering – in diesem Jahr die Schirmherrschaft über das Festival übernommen.

Doch auch die folgenden Tage bieten reichlich Möglichkeit zu Ausgelassenheit. Da wäre etwa die Soulsängerin Lisa Nybrott aus Greifswalds norwegischer Partnerstadt Hamar zu nennen. Oder Rein Rannap, ein renommierter Pianist aus Estland, der in seiner Heimat für ein virtuoses Crossover zwischen Klassik und Pop berühmt-berüchtigt ist. Mit diesem Konzert gehört seit längerer Zeit nun auch wieder das Barockschloss Griebenow vor den Toren Greifswalds zu den Festivalspielorten.

Für frischen schwedischen Jazzsound sorgen die Monday Night Big Band aus Malmö und Mimi Terris. Die junge Sängerin gilt als Nonplusultra im schwedischen Jazzgesang und feiert in Greifswald ihr Deutschland-Debüt mit eigenen Songs von ihrem jüngsten Album.

Ans Herz legt Frithjof Strauß allen Konzertliebhabern auch die Latin Night mit der Mexikanerin Edith Tamayo und der Kubanerin Làzara Cachao. „Die beiden trafen sich in Kopenhagen, weshalb sie jetzt beim Nordischen Klang sind“, sagt Strauß mit einem Augenzwinkern. Cachao stamme übrigens aus der berühmten López-Familie, ihr Vater war Gründungsmitglied des legendären Buena Vista Social Clubs. Das Abschlussfest im St. Spiritus bestreiten schließlich die „Curly Strings“ aus Estland mit einem Mix aus schwungvollem Bluegrass und Folklore sowie Miss Tati und Band, die melodiösen Soulpop im Gepäck haben.

Ermöglicht wird dieses Spitzenprogramm von etwa 30 Förderern, „die sich mit Beträgen vom niedrigen dreistelligen bis hohen fünfstelligen Bereich an der Finanzierung beteiligen“, sagt Festival-Geschäftsführer Benjamin Schweitzer. Mit etwa 115000 Euro falle das Budget nur etwas geringer aus als zum Jubiläum 2016. Erstmals in diesem Jahr, betont Schweitzer, können Konzertgäste ihre Tickets vorab online kaufen. „Es wäre schön, wenn das viele nutzten. Damit hätten sie einerseits ihre Karten sicher und müssten nicht an der Abendkasse lange Schlange stehen“, sagt der Projektorganisator. Andererseits könnten sich die Organisatoren bei großer Resonanz frühzeitig darauf vorbereiten, noch für zusätzliche Stühle zu sorgen und hätten an den Abendkassen weniger um die Ohren.

Das Kulturfestival vom 4. bis 14. Mai – eine Programmauswahl

Feierliche Eröffnung:

5. Mai, 18 Uhr, im Theater Vorpommern mit dem Cennet Jönsson Quartet aus Schweden und dem Philharmonischen Orchester Vorpommern und dem Jönssen Quartet.

Am 4. Mai findet bereits eine Lesung statt, in der die Underground-Literatur Lettlands im Mittelpunkt steht,

16 Uhr, Stadtbibliothek.

„Demokratie in Zeiten von Populismus und Eliten“ ist eine Veranstaltung überschrieben, die am 6. Mai,

11 Uhr, im Rathaus stattfindet. Lunds Oberbürgermeister Lennart Prytz spricht über Probleme und Chancen im Umgang mit dem Populismus.

Im 100. Jahr finnischer Selbstständigkeit feiert auch die politische Reiseliteratur Finnlands ein Jubiläum. Marko Pantermöller widmet sich diesem Thema in einem Vortrag am 8. Mai um 17 Uhr im Rathaus.

Der Akkordeon-Weltstar Kimmo Pohjonen tritt am 11. Mai um 20 Uhr im Theater Vorpommern auf.

Ein Familiennachmittag steht am 13. Mai ab 15 Uhr im St. Spiritus auf dem Programm – mit Lesung, Basteln und Musiktheater.

Das Unisinfonieorchester und der Solist Mika Seifert geben am 14. Mai, 18 Uhr, ein Konzert in St. Jacobi.

Infos und Karten:

www.nordischerklang.de

Petra Hase

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