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Greifswald Doch keine Schulcontainer für Neuenkirchen bei Greifswald?
Vorpommern Greifswald

Doch keine Schulcontainer für Neuenkirchen bei Greifswald?

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08:34 28.12.2019
Für die Schule am Bodden sollen Container aufgestellt werden Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Neuenkirchen

In Neuenkirchen fehlen seit Jahren wegen gestiegener Schülerzahlen Räume, es werden schon Fachkabinette zweckentfremdet als Klassenräume genutzt. Das Problem ist bekannt, aber bisher ist nichts passiert. Und die Schülerzahl steigt weiter. Nun sollen Container gemietet oder erworben werden. Dafür sollen die neun Gemeinden des Amtes Landhagen entsprechend ihren Schülerzahlen Geld bewilligen, das Amt ist der Schulträger. Pro Schüler sind das 680 Euro.

Amt: Container werden mindestens sechs Jahre benötigt

Wackerow hat zugestimmt. Rund 50.000 Euro hat der Hauptausschuss für die Anschaffung von Unterrichtscontainern für die Schule des Amtes in Neuenkirchen bewilligt, das ist die Hälfte der Infrastrukturpauschale, informiert Bürgermeister Torsten Maaß. Auch in Behrenhoff wurde ein Beschluss gefasst und 2.700 Euro bewilligt. Aber in Neuenkirchen wurde die Entscheidung über 114.000 Euro vertagt. Alles in allem sind 200.000 Euro für die Fertig-Klassenräume plus 60.000 Euro für EDV-Ausstattung in Neuenkirchen veranschlagt. Der Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Landhagen, Heiko Burgas, geht davon aus, dass die Fertigklassenzimmer mindestens sechs Jahre benötigt werden. Aktuell fehlen fünf Räume.

Problem was lange bekannt

„Die Container sind die wirtschaftlich falsche Entscheidung“, kritisierte Gemeindevertreter Martin Nätscher (Grüne) auf der Sitzung der Neuenkirchener Volksvertretung. Ihm leuchtet nicht ein, dass kein Anbau errichtet wird. Das sei die nachhaltigere Lösung. „Ich ärgere mich, dass ein, seit Jahren bekanntes, Problem nicht angegangen wurde.“

Schon im März 2017 hatte die Schulleitung einen Antrag auf einen Anbau an die Schule gestellt, weil die Schülerzahlen deutlich höher lagen als in den Prognosen angenommen. Vor zweieinhalb Jahren waren es 19 Klassen, jetzt sind es 21 und im Schuljahr 2020/21 dann sogar 22 und das ist noch nicht das Ende.

Gemeinden sollen noch einmal beraten

Letzten Endes wurde die Entscheidung auf Januar vertagt. „Wir werden mit den anderen Bürgermeistern in großer Runde reden und uns fundiert vorbereiten“, sagte Bürgermeister Frank Weichbrodt (Wählergemeinschaft), der selbst die Vertagung beantragte. Die Container seien eine Notlösung. „Das Amt sagt, wir konzentrieren uns jetzt auf Dersekow“, informierte der Bürgermeister. Dort soll eine neue Grundschule für fünf Millionen und anschließend eine neue Turnhalle für zwei Millionen Euro gebaut werden. Voraussetzung ist, dass im nächsten Jahr tatsächlich wie erhofft Fördermittel fließen.

Bis zur Fertigstellung des Anbaus vergeht viel Zeit

Dersekow ist ein Riesen-Hammer“, meint auch Gemeindevertreter Michael Rieck CDU). Nur Kirsten Breitsprecher-Kranz (Wählergemeinschaft) ist in Sachen Vertagung skeptisch, weil das zu Verzögerungen zu Lasten der Schüler gehen könnte. „2015 haben wir mit den Planungen für Dersekow begonnen, 2021 soll der erste Spatenstich sein“, gab sie zu bedenken. Heiko Burgas schätzt, dass bis zur Einweihung eines Anbaus in Neuenkirchen etwa fünf Jahre vergehen.

Weichen in nicht-öffentlichen Sitzungen gestellt

Der Hintergrund: Nachdem sich der Koordinierungsausschuss und der Schulausschuss im November in nichtöffentlichen Sitzungen für die Containerlösung ausgesprochen hatten, gab im Dezember auch der Amtsausschuss in öffentlicher Sitzung einstimmig grünes Licht mit der Bestätigung des Haushaltes. Der muss allerdings noch vom Kreis genehmigt werden, was dauern kann. Darum sollen jetzt erst einmal die Gemeinden Geld bewilligen, damit im Januar ein Planer beauftragt werden kann.

„Wir sehen die Containerlösung auch kritisch“, so Mesekenhagens Bürgermeister Geert-Christoph Seidlein (Wählergemeinschaft). Er versteht den Auftrag an die Planer allerdings so, dass diese auch prüfen, ob die Container tatsächlich die bessere Lösung sind. „Bei den jetzigen Beschlüssen der Gemeinden geht es nur um die schnelle Handlungsfähigkeit“, sagt er. Denn der Amtshaushalt mit den beiden Schulprojekten Dersekow und Neuenkirchen sei bereits beschlossen.

Von Eckhard Oberdörfer

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